31 Dezember 2007

2007 ade – ein weiterer Schritt Richtung Penisonierung ist geschafft

In einigen Erdteilen wurden die ersten Alkoholleichen bereits abtransportiert, bei uns wird es bald so weit sein – wieder mal steht ein Jahreswechsel vor der Tuer. Zeit, um das vergangene Jahr nochmals in Erinnerung zu rufen und sich an die schoenen Momente 2007 zu erinnern.
Fuer mich war es ein Jahr der Reisen. Rom und Brasilien waren dabei die Hoehepunkte, mit dem Rad habe ich mehr Kilometer zurueck gelegt, als mit dem Auto – Umweltschutz wird bei mir einfach gross geschrieben ;-)
Besonders mein Brasilien-Abenteuer wird mir immer in Erinnerung bleiben. Waehrend ich an Ort und Stelle gar manchmal am nicht allzu hohen Standard der brasilianischen Beherbergungsbetriebe, am sehr ungewohnten Essen, an der Qualitaet des brasilianischen Bieres, an der staendigen Warnung vor Kriminellen... verzweifelte, sind nun eigentlich nur mehr die schoenen Erinnerungen uebrig geblieben. Und ehrlich gesagt ueberkommt mich auch ein bisschen Wehmut, wenn im Fernsehn mal wieder eine Dokumentation ueber Brasilien ausgestrahlt wird.
In Erinnerung wird mir auch das verlaengerte Wochenende in der Schweiz bleiben. Trotz wiedrigster Umstaende habe ich es geschafft, meine 10000 Rad-Kilometer herunterzutreten und meine Wette zu gewinnen.
Neue Bekanntschaften gab es 2007 auch massenhaft, manche alte Bekanntschaften hat man 2007 besser kennen gelernt, ander Bekanntschaften haben sich verfluechtigt.
Ich bedanke mich bei allen und ganz besonders bei einigen fuer die besonderen Momente im Jahr 2007, wuensche ein erfolgreiches Jahr 2008 und hoffe weiterhin auf viele besondere Momente im Kreise von besonderen Personen ;-) - Prosit Neujahr


29 Dezember 2007

2008 – das Jahr des Krebses

Wir nähren uns steten Schrittes dem Jahreswechsel und somit auch dem Jahr 2008. Horoskope haben derzeit Hochkonjunktur, die Kunst ist es, im Dickicht der von Astrologen, Schamanen, Wahrsagern und Kaffeesatzlesern erstellten Jahreshoroskope jenes zu finden, welches uns die größten Erfolgsaussichten im neuen Jahr verspricht.
Im weltweiten Netz bin ich natürlich fündig geworden – 2008 wird mein Jahr
:-): ich heirate (stand allerdings auch schon in den Horoskopen der Jahre 1997 und 2001), habe beruflichen Erfolg (noch erfolgreicher?), große Projekte werden abgeschlossen (mein Jahrhundertbauwerk steht vor der Vollendung?!?), was ich in die Hand nehme, beende ich auch erfolgreich (wird sich wohl jemand zu einem Knödelkochkurs anmelden müssen)... Jetzt heißt es nur noch ganz feste dran glauben.
Besonders der Juli verspricht interessant zu werden, da gibt es massenweise runde Geburtstage und hoffentlich auch die dazugehörigen Feiern – nehme jede Einladung dankend an
;-)

Grüße derweilen und allen Freunden und Bekannten einen guten Rutsch in das neue Jahr, ganz besonders dem Christkind - oft ist es näher als man denkt ;-)

20 Dezember 2007

Frohe Weihnacht und einen guten Rutsch

Wünsche auf diesem Wege allen Freunden und Bekannten eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Und hier noch ein Gedanken zum Jahresende:

„Im Leben gibt es nur wenige unvergängliche Dinge – der Kampf um die Bikinifigur ist eine davon“ AM

Meine letzte Telecom-Rechnung – denkste

Kürzlich ist mir wieder eine Rechnung meines alten Telefonanbieters ins Haus getrudelt: 5,58€ (die übersehen aber auch gar nichts), Fälligkeit 10. Jänner 2008, zu bezahlen mittels „postalischer Tagesbericht“ – das Leben besteht scheinbar nur noch aus Tagesberichten...

Auch mein neuer Anbieter hat mir in der Zwischenzeit meinen Vertrag (ca. 5 Seiten, beidseitig beschrieben in Arial 8 – keine Ahnung wie es die nette Dame geschafft hat, mir diese ganzen Sachen am Telefon zu erklären) und meine Zugriffsdaten zum weltweiten Netz übermittelt. Mal schauen, ob sie bei der Ausstellung der Rechnung schneller sind.

Ich bin immer noch mobilfunklos, es gibt auch nur noch wenige Verwegene, welche meine Nummer wählen. Zumindest kommt so trotz der Sprachbarrieren mal wieder mein ASUS P505 zum Einsatz – ein super Multimedia-Handy, zum telefonieren jedoch völlig unbrauchbar... Zumindest kann ich so auch Solitär spielen, wenn ich mal wieder auf jemanden warten muss ;-)

11 Dezember 2007

Rom –Wien – Die Planung hat begonnen

Nun denn, die Umfrage zu meinen Siegeschancen ist beendet, eine Mehrheit ist von meinem Sieg überzeugt – möchte nur wissen, wer da so viel Vertrauen in mich hat. Aufgrund der Kommentare zu meinem letzten Eintrag weiss ich aber, wer nicht so viel Vertrauen in mich hat - manche lernen's halt nie ;-)

Durchstöbere schon seit einiger Zeit das Internet nach Reiseberichten und Katenmaterial zu dieser Strecke – bisher erfolglos. Schaut fast nach einer Erstbefahrung aus ;-) Den Zeitplan habe ich bereits abgesteckt, gestartet wird am 22. Juni in Rom (brauche noch einen Hinbringer, bitte melden, weiblich bevorzugt), in Wien werde ich am 29. Juni – rechtzeitig zum EM-Finale – eintreffen. Dazwischen ist aufgrund der mangelnden Infos alles noch sehr unsicher, sicher ist nur, dass ich gewinne :-)

In der Zwischenzeit wurden auch die Gruppen der Euro 2008 ausgelost, leider nicht nach meinem Wunsch: Italien spielt in einer Gruppe mit Frankreich, Holland und Rumänien – da gibt es in Italien wohl nur in der Vorrunde „Öffentliches Spiele kucken“... Besonders für mein Alter Ego (sogar in diesem Bereich) wird dies eine traurige Zeit werden...

Ich für meinen Teil werde die Nationalmannschaft Österreichs unterstützen – da biste nicht so erfolgsverwöhnt und kannst dich ausgiebig über jede gelungene Aktion freuen. Überlege mir sogar 100€ auf sie zu setzen, mir tut’s nicht weh und wenn sie gewinnen, bin ich wohl so was wie ein Multimillionär :-)

26 November 2007

Meine letzte Telecom-Rechnung – do hauts di nieder...

Letztlich flatterte mir meine letzte Telecom-Rechnung ins Haus – stolze 92€ waren für einen Monat zu entrichten – da musste doch ein Fehler sein ?!?
Nach einer genaueren Kontrolle wurde ich des Problems schnell fündig. Ich hatte auf meiner Festnetzleitung ja eine automatische Vorwahl von Infostrada aktiviert, welche es mir ermöglichte, großteils meiner Telefonate zu einem günstigeren Tarif zu führen. Diese automatische Vorwahl wurde natürlich von den Herren der Telecom sofort nach meiner Vertragsauflösung aufgehoben. Ich habe also unwissentlich ca. einen Monat mit dem vollen Tarif telefoniert – vorzugsweise an immer dieselbe Nummer. Werde wohl Spesenteilung vorschlagen :-)
Derzeit beschäftige ich mich hauptsächlich mit meinem Jahrhundertbau in Kardaun – Kinder, da brauchst Nerven... In der Zwischenzeit sind alle Innenwände verschwunden und der Unterboden ist gegossen. Jetzt geht’s an die Neuenteilung und dann an die Installation der sanitären/elektrischen Anlage. Glücklicherweise wurde meine 5-Personen-Badewanne vom Statiker genehmigt - meinem Badevergnügen steht in Bälde nichts mehr im Wege ;-)

Ganz nebenbei habe ich schon die Etappen meiner nächstjährigen Radtour von Rom nach Wien ausgearbeitet: Rom-Perugia, Perugia-Ravenna, Ravenna-Venedig, Venedig-Udine, Udine-Klagenfurt, Klagenfurt-Graz, Graz-Wien – und schon hast a Wette gewonnen :-)
Falls sich jemand an einer Etappe beteiligen möchte, ich stehe jederzeit zur Verfügung. Dazu habe ich auf der rechten Seite auch eine Umfrage gestartet, würde mich interessieren, wie ihr meine Siegeschancen einschätzt.

Das mit den Werbeschaltungen auf dieser Seite ist eine lustige Sache: wenn man ein Wort mehrere Male verwendet, läuft das System das www durch und schaut, ob es eine Firma mit diesem Namen gibt bzw. wer dieses Produkt verkauft – werde wohl den Begriff "Silikonbrüste" in meinem letzten Eintrag entfernen müssen, kann mir im Vorwahlkampf keine Skandale leisten.

Abschließend noch einen Genesungswunsch nach Girlan. Ich kann mir vorstellen wie schwierig es ist, den ganzen Tag allein zu verbringen – besonders für dich ;-) Gute Besserung

19 November 2007

Wrong Software – Falsche Weichteile

So die Übersetzung seitens eines Online-Übersetzungsprogramms. Falsche Weichteile habe ich bisher immer mit Silikonbrüsten in Zusammenhang gebracht - was Silikonbrüste aber mit meinem Mobilfunktelefon zu tun haben, ist mir derzeit noch unklar... Fakt ist, dass derzeit diese Meldung nach dem Einschalten aufscheint und danach gar nix mehr geht – nun ja, es gibt Schlimmeres und mein gutes altes Siemens hat schon längst seine Schuldigkeit getan.

Diese Situation ermöglicht mir nun einen einzigartigen Selbstversuch: ist es heutzutage überhaupt noch möglich ein vollwertiges Mitglied der modernen Gesellschaft zu sein, wenn man nicht immer und überall erreichbar ist?

Ich für meinen Teil habe mir ganz fest vorgenommen, bis zum Jahresende mobilfunklos durchzuhalten. Seid also nicht beleidigt, wenn ich eure Anrufe nicht beantworte und ihr auf eure SMS erst ab frühestens 1. Jänner 2008 eine Antwort erhaltet...

Wer trotzdem Sehnsucht hat, ein paar Worte mit mir zu wechseln, erreicht mich werktags über das Festnetz zwischen 7.00 Uhr und 7.15 Uhr (für Frühaufsteher) oder Mittags ab ca. 12.45 Uhr nach der Besichtigung meiner Jahrhundertbaustelle :-)

Ihr könnt mir auch eine Mail schreiben. Wählt einfach zwischen maiand4@dnet.it; maiand4@libero.it oder andreas.mair@bozen.bz - ich werde euch baldigst antworten. Für Notfälle (wenn z.B. Tina entführt wurde) kann man mich auch am Arbeitsplatz erreichen, Rufnummer muss jeder selbst herausfinden ;-)

Besonderer Service: ab 30. November stehe ich auch in Lebensgröße zur Verfügung. Ab dann findet man mich werktags ab ca. 18.00 Uhr auf dem Bozner Weihnachtsmarkt – vorzugsweise dort, wo man Bozner Punsch schlürfen kann ;-)

Grüße derweilen und viel Spaß mit euren funktionierenden Handys ;-)

11 November 2007

Eine neue Wette ist wie ein neues Leben – Der Kampf um den goldenen Kasknödel

Endlich wieder Licht am Ende des Tunnels. Nach langer Suche und vielen Rückschlägen habe ich endlich ein Opfer gefunden, welches sich bereit erklärt hat, 2008 eine Wette gegen mich zu verlieren ;-). Und was für eine: Von Rom nach Wien in sieben Tagen – alles mit reiner Muskelkraft. Da erwarten mich ca. 1130 Km Abwechslung pur: Weinberge, Seen, historische Städte, Meer und – nicht zu vergessen – kulinarische Höhepunkte (freue mich jetzt schon auf das Abendessen in der Osteria „Al Ponte“ in Venedig).

Als Wetteinsatz haben wir uns auf einen Kasknödel (oder war es doch eine Nocke?) geeinigt. Dummerweise wurde die Messlatte, was Zubereitung und Präsentation der Speisen anbelangt, durch die heurigen Wettverlierer sehr hoch gelegt. Ich bin aber überzeugt, dass sich meine Wettpartnerin ungemein ins Zeug legen wird, um Frau Gamper und Herrn Volgger trotzdem zu übertreffen – Zeit genug hat sie ja noch :-)

Bin derzeit schon mit der Etappenplanung beschäftigt, ist gar nicht so einfach, meine ganzen Ideen und Interessen unterzubringen. Aber etwas ist sicher: 2008 ist das ideale Jahr für diese Tour. Die Fußballeuropameisterschaft wird mal wieder die Massen mobilisieren (in Italien ist das noch nicht ganz sicher – sie sind ja noch nicht qualifiziert) und dementsprechend werden auch unzählige Veranstaltungen entlang meines Weges stattfinden – vergehe jetzt schon in freudiger Erwartung :-)

Ein ganz dicker Kuss geht diesmal an Barbara und Samantha für die höchst hilfreichen Gespräche in letzter Zeit ;-)

07 November 2007

Telecom, Libero, Fastweb und Konsorten – Der Kampf gegen Windmühlen

Wieder sind einige Tage seit meinem letzten Eintrag ins Land gezogen, diesmal aber ohne mein Zutun. Alles begann, als eine nette Frau mit einer sehr angenehmen Stimme sich bei mir telefonisch erkundigte, ob ich nicht daran interessiert wäre, Unmengen von Euros zu sparen. Wer ist nicht daran interessiert? Also schlug sie mir vor, doch zu Libero/Wind/Infostrada (gehört ja alles zusammen) zu wechseln und somit keine Grundgebühren mehr an die Telecom zu entrichten.

Nach ersten Zweifeln (ich hatte das Vergnügen ja bereits, allerdings mit sehr enttäuschendem Ergebnis) und ausgiebiger Informationssuche im weltweiten Netz, beschloss ich alsdann, diesen doch so wichtigen Schritt zu wagen und mich ganz von Telecom zu lösen. Dazu musste ich eine Verzichtserklärung samt Fotokopie meines Personalausweises an Libero übermitteln, welche dann alles Weitere in die Wege leiten würden. Nachdem ich ca. 5 Mails mit der Mitteilung erhalten hatte, wie gut es mir in Zukunft gehen und dass ich baldigst eine Mail mit der weiteren Vorgehensweise erhalten würde, harrte ich dann ganz gespannt der Dinge.

Und plötzlich war es soweit: die Telecom zeigte sich ob meines Wechsels erbost und sperrte mir aufgrund dieses Vertrauensbruches eines Tages meinen Internetzugang – blöderweise hatte ich noch keine weitere Mail seitens von Libero erhalten – ich war also „internetlos“... Dies ist ungefähr so, als ob Dick ohne Doof, ein Fisch ohne Wasser oder mein Alter Ego ohne Wikipedia leben müsste – unvorstellbar...

Nachdem ich also einige Tage ohne mein zweitliebstes Kind (Nr. 1 ist immer noch Tina) verbringen musste und die Qual immer größer wurde, nahm ich all meinen Mut zusammen und wählte die Nummer 155 – die Servicehotline von Libero/Wind/Infostrada – ein Abend füllendes Unterfangen.

Nach ca. 45 Minuten war ich endlich im Besitz der zwei magischen Worte, welche mir einen neuen Internetzugang garantierten. Von den versprochen 4 MB ist zwar nicht viel zu sehen, vielleicht muss sich meine Linie aber noch warm laufen ;-)

18 Oktober 2007

Der Tag der Nicht-Gewinner – Eine kulinarische Offenbarung

„Wettschulden sind Ehrenschulden“ – ganz nach diesem Motto stürzten sich meine beiden Wettpartner in die Arbeit und begannen mit den Vorbereitungen zum „Tag der Nicht-Gewinner“.
Dabei heraus kam eine Abfolge liebevoll zubereiteter Speisen:

  • Thunfisch-Sashimi auf grünem Salatbett
  • Kürbiscremesuppe mit gerösteten Kürbiskernen und steirischem Kürbiskernöl
  • Kürbislasagne mit gerösteten Speckstreifen
  • gemischtes vom Grill mit hervorragend zubereitetem Kartoffelsalat
  • und als süßes Danach ein Ananas-Tiramisù

Nicht zu vergessen die Mitternachtshäppchen: kleine belegte italienische Hefeteigscheiben und Häppchen vom Spinatstrüdelchen.

Für all jene, welche nicht die Möglichkeit hatten dabei zu sein: es war wundervoll, einfach köstlich – eine kulinarische Offenbarung. Besonders das Sashimi hat es mir angetan. Zart wie Butter, ausgezeichnet präsentiert – ein Fest aller Sinne.
Ein großes Dankeschön an Roberta "Die Organisatorin" Gamper und Karl Heinz "Herr des Feuers" Volgger für die Einlösung ihrer Wettschuld – es war ausgezeichnet. Ein weiteres Dankeschön all jenen Personen, welche nichts zerstört haben und ganz besonders nochmals an Roberta, welche - standhaft bis zum bitteren Ende - sogar den Großteil der Aufräumarbeiten übernahm - der Hausherr war zu erschöpft ;-)


2007 - Der Tag der Nicht-Gewinner

12 Oktober 2007

Mein 30.September: Tag Null – 18 bis 24 Uhr

Nach weiteren 55 Km (wieder eine Aufgabe für meine Mathematikgenies) in St. Margrethen angekommen, gab es eine kurze Lagebesprechung. Da es schon eher spät war und die Gefahr der einbrechenden Dunkelheit bestand, musste ich meinen perfiden aber umso genialeren Plan überarbeiten. Nach kurzen Beratungsgesprächen mit Tina ging es also weiter – diesmal ohne konkretes Ziel, am Ende sollte aber die 10000-Grenze überschritten sein.
Um 19.17 Uhr war es dann soweit:



nach 35 Kilometern sprang der Kilometerzähler in der Nähe von Rankweil auf die magische Zahl von 10000 Kilometern – es war vollbracht :-)


Mein 30.September: Tag Null – 15 bis 18 Uhr

Während meine Betreuerin Richtung Konstanz raste, regenerierte ich mich auf dem Beifahrersitz mit original Südtiroler Blasmusik. Nachdem ich „Dem Land Tirol die Treue“ zum 17. Mal gehört und mitgesungen hatte, waren die Energien und Kräfte zurück und ich fühlte mich bereit für den nächsten Teil meines genialen und gleichzeitig so perfiden Plans ;-).
Bei Kreuzlingen sattelte ich wiederum Tina und es ging Richtung Konstanz. Nachdem ich innerhalb von 500 Metern zwei verschiedene Grenzposten unbehelligt überschritten hatte, machte ich mich auf die Suche nach dem Radweg Richtung Bregenz.
Die ganze Masse an Beschilderungen hat mich ein wenig verwirrt, innerhalb von wenigen Kilometern wechselt man vom schweizer System (rote Beschilderung) auf das deutsche (weiße Schilder) und wieder zurück. Auch dieser Umstand konnte meinen Blick für das Wesentliche nicht trüben: ich brauchte Kilometer...
Falls sich der eine oder andere wundert, dass es von diesen Touren keine Fotos gibt, die Erklärung ist ganz simpel: ich gehöre zu jenem Schlag Mensch, der es auch locker schafft, auf einer Fahrt von 50 Km 3 Stunden unterwegs zu sein, wobei eine Stunde dann dem Fotografieren von verschiedenen Objekten mit mindestens 7 verschiedenen Kameraeinstellungen vorbehalten ist :-)
Übrigens. Der Insidertipp vom Wind in süd-östlicher Richtung hat sich bewahrheitet – dank an den KGB ;-)

Mein 30.September: Tag Null – 11 bis 15 Uhr

Nachdem ich vollgeschlammt in Neuchatèl angekommen war, eine heiße Dusche genommen, eine Mahlzeit auf Tofu-Basis (pure Energie) genossen und mich von meinen Gastgebern verabschiedet hatte ging es an Teil 2 meines genialen Planes: rauf aufs Rad und ab Richtung Großraum Bern – diesmal mit allen notwendigen Informationen ausgestattet um nicht wieder eine Irrfahrt auf den Schweizer Radwegen zu veranstalten.
Nach ca. 56 Kilometern wechselte ich in der Nähe von Moosseedorf – der Name beschreibt das Dorf in ausgezeichneter Weise - in mein Begleitfahrzeug und weiter ging es Richtung Bodensee, wo laut Insiderinformationen nachmittags ein strammes Lüftchen in süd-östlicher Richtung bläst ;-)
Für die Mathematikgenies in meinem Bekanntenkreis wird es sicherlich kein Problem sein, die fehlenden Kilometer zu berechnen – ich gebe sie hier also nicht explizit an. Sobald ihr euch auf einen Wert +/-5 Km geeinigt habt, gebt mir einfach Bescheid ;-)


11 Oktober 2007

Mein 30. September: Tag Null - 7 bis 11 Uhr

Nachdem ich schon verschlafen hatte, musste nun alles schnell gehen. Also raus aus den Federn, rein in meinen Raddress und runter zum Auto.

Nun hatte ich auch die Bestätigung, dass der prasselnde Regen in der Nacht nicht meinen Träumen entsprungen sondern eine sehr reelle Sache war - immerhin nieselte es jetzt auch noch und die Straßen waren schön nass - gerade richtig um auch noch aus den letzten Träumen gerissen zu werden.
Nachdem die erste Verzweiflung gewichen war und der Stolz/Wille den inneren Schweinehund besiegt hatten, packte ich meine treue Tina und machte mich daran, den ersten Teil meines perfiden aber gleichzeitig genialen Planes umzusetzen - eine Seeumrundung von ca. 97 Km.
Um es kurz zu machen, schon bald hatte ich die Schnauze voll. Es war diesmal nicht der Nieselregen (es radelt sich ganz passabel sobald man sich selbst überzeugt hat, dass nasser als nass nicht geht) sondern die ständigen Umleitungen und Baustellen. Leider wird die Radwegbeschilderung auf diesen Baustellen/Umleitungen nicht angepasst und so kann es passieren, dass man die längste Zeit in die falsche Richtung tretet und dann wieder umkehren muss. Normalerweise machen mir solche Dinge nichts aus, aber diesmal hatte ich eine Mission zu erfüllen...
Demzufolge gab es nach ca. 40 Kilometern eine Kehrtwende und es ging zurück Richtung Neuchatèl.






10 Oktober 2007

Mein 30. September: Tag Null - 0 bis 7 Uhr

Durch unruhigem Schlaf mehrmals wach (wahrscheinlich auf den Neuenburger Wein oder auf den andauernd gegen das Fenster prasselnden Regen zurückzuführen), reifte in mir während dieser wachen Momente (habe ich auch zwischendurch) dieser perfide aber gleichzeitig geniale Plan heran, welcher mir ohne größere Anstrengung die restlichen Kilometer und somit meinen Wettsieg garantieren sollte :-)
Vorhergesehener Start war um 7.00 Uhr - natürlich habe ich verschlafen, ganze 10 Minuten...
In der Zwischenzeit zweifelt ein weiterer Wettpartner die Rechtmäßigkeit meines Sieges an. Nun ja, am Freitag um ca. 17.00 Uhr werden sie erfahren, ob sie nun gewonnen haben oder nicht. Ist schon blöd, wenn man nicht weiß, ob man Vorbereitungen treffen muss oder nicht :-)
Da lobe ich mir meine Freundin, die hat ohne zu Jammern und zu Murren ihre Niederlage anerkannt (sie war ja sogar dabei) und spart schon recht fleißig für mein Ticket nach Neuseeland :-)

09 Oktober 2007

Mein 30. September: der Tag Null – Vorwort

450 Km in 4 Tagen und das am Neuenburger See - was ein lockeres Ausfahren werden sollte, entwickelte sich aufgrund verschiedener Umstände doch noch zu einem wahren Stressgetrete.
Am Mittwoch Abend ging es zunächst mal durch den Vinschgau bis nach Flirsch am Arlberg, wo wir im Hotel „Basur“ (schönes Hotel mit riesigen Zimmern – ich glaube mal, wir waren mit ca. 30 Jahren Abstand die jüngsten Gäste) unsere Zelte aufschlugen.
Mein Plan, mich am nächsten Tag auf den Arlberg Arlberg fahren lassen und anschließend auf meiner Tina mittels einer netten kleinen Abfahrt einige Kilometer zu sammeln ;-) verwarf ich sofort, als ich am Morgen den bis fast ins Tal reichenden Neuschnee aus unserem Zimmerfenster sah...
Also ging es weiter bis an den Neuenburger See, wo wir am frühen Nachmittag bei bewölktem Himmel ankamen. Nachdem wir uns bei unseren Gastgebern einquartiert und ein bisschen geschwätzt hatten, kam ich doch noch zu einer Radtour entlang des Seeufers. Mickrige 40 Kilometer waren geschafft, es blieben noch ca. 410.
Am Freitag stand eine Tour nach Bern auf dem Programm. Die Schweiz wird ja gerne als DAS Veloland (um beim schweizerischen zu bleiben) genannt und das stimmt auch – vor lauter Radwegen verfährt man sich ganz gerne...
Nach einem kurzen Stadtbummel (Bern hat so ziemlich den interessantesten Bahnhof, den ich je gesehen habe) und einem zünftigen Mittagessen bei Papa Joes, ging es am Nachmittag wieder Richtung Neuenburg. Schon nach einigen Kilometern begann es zu tröpfeln, dann zu regnen und als sich schließlich auch noch der Gegenwind einstellte, wusste ich endgültig, dass es nicht mein Tag war. Völlig durchnässt und steifgefroren erreichte ich nach insgesamt 120 Kilometern Neuenburg – es blieben also noch 290 zu übrig.
Am Samstag hatten unsere Gastgeber schon ein volles Programm geplant: vormittags ein Stadtbummel, Mittagessen in La Chaux-De-Fonds und abends Besuch des Winzerfestes. Vor dem Winzerfest habe ich es trotzdem geschafft, eine 60-Km Tour zu unternehmen – es fehlten also noch ca. 230 Kilometer, welche ich wohl oder übel am letzten Wetttag zurücklegen musste...







07 Oktober 2007

Ein Ausflug an den Neuenburger See

Während die halbe Welt das Münchner Oktoberfest stürmt, veranstalten die Winzer aus der Region um den Neuenburger See gleichzeitig ihr Fest in Neuchatèl.
Warum sie diese Veranstaltung Winzerfest nennen, blieb mir verborgen - hätte mir vom Namen her eher etwas Richtung Bozner Lorenzi Nacht vorgestellt.
Die Schweiz ist ja der Multi-Kulti-Staat schlechthin, dies wurde einem auch beim Festbesuch klar: Ständchen mit Spezialitäten aus aller Herren Länder, Menschen aller Hautfarben, Musik aller Stilrichtungen – sogar ein auf Tiroler Festkultur getrimmtes Zelt war vorhanden...
Für ein Städtchen mit knapp 35.000 Einwohnern haben die Stadtbewohner ein beeindruckendes Fest aufgezogen, da könnten sich die Bozner Stadtväter mal einen kleinen Anschauungsunterricht nehmen. Besonders beeindruckend die „Guggen-Musig“, eine Blasmusikkapelle, die durch die Stadt zieht und überall die so genannte Sau rauslässt.
Natürlich hat Tina die Fahrt an den Neuenburger See mitgemacht, ich musste ja noch ca. 450 km herunterstrampeln... Kurzum, das Wetter war eine einzige Zumutung. Kaum bestieg ich Tina, begann es auch schon zu regnen...Der einzige schöne Tag war der Samstag, und dort hatten unsere Gastgeber schon ein volles Programm ausgearbeitet...
So kam es, dass ich am Sonntag noch über 200 Km zu absolvieren hatte – diesmal waren aber Wille und Fleisch stark :-)
Da so manche Person (eigentlich nur eine) an meinen Aussagen zweifelt, werde ich in den nächsten Tagen meinen 30. September minutiös darlegen, in der Hoffnung, dass die letzten Zweifel ausgeräumt werden. Meine zwei Wettpartner werden also erst am Freitag effektiv wissen, ob sie nun gewonnen haben oder sich schon an die Vorbereitungen für das 50-gängige Menü machen sollten :-)

2007 - Neuchatèl

25 September 2007

Treten bis die Kniescheiben rauchen – Neues von der (Wett)Front

Nachdem mich nun schon einige Zeitgenossen auf die mangelnde Aktualisierung meines Internet-Tagebuches (hat sich in der Zwischenzeit zum Monatsbericht entwickelt) angesprochen haben, nehme ich mir nun die Zeit, und gebe mal wieder Kunde aus meinem Alltag.
Mein Alltag dreht sich derzeit außer radeln und arbeiten um nicht sehr viel - sieht man mal vom Bozner Stadtfest, dem Oberkarneider Kirchtag und dem Preiskegeln der SK Karneid-Kardaun ab.
In der Zwischenzeit bin ich bei knapp über 9500 Km angelangt, es fehlen also noch ca. 500 Km bis zum Gewinn eines 50-gängigen Abendessens :-)
Von allen Seiten werde ich angespornt und erfahre Unterstützung, sogar Stachanow’s Tochter drückt mir die Daumen. Nur vom Pusterer Spezi hört man nichts – wahrscheinlich sieht er sich schon viele Stunden vor dem Herd stehen :-)
In der Zeit seit meinem letzten Eintrag war ich sogar die Woche um Maria Himmelfahrt im Urlaub. Die ersten Tage habe ich genutzt, um meine sich seit Ewigkeiten in Renovierung befindliche JGB in ein gehöriges Chaos zu versetzen. Nachdem die Auswirkungen dieser meiner Arbeitswut so extrem waren, dass ich es niemals geschafft hätte sie innerhalb der nächsten Tage zu beseitigen, stand der Entschluss bald fest, mich mit meiner Tina in die ruhige Bergwelt von Sappada abzusetzen und dort besserer Zeiten zu verharren – und vielleicht einen Sprung auf dem Bierfest vorbei zuschauen :-)
Aus dem Bierfest wurde nichts, ich habe aber einen Mythos der Italienradrundfahrt bezwungen: den Zoncolàn. Vor ihm haben aufgrund seiner extremen Steigung sogar Profis Respekt – natürlich ist dies für einen waschechten Tiroler kein Problem :-)Absoluter Höhepunkt der letzten Zeit war jedoch eine Fahrt zum Gardasee im Windschatten von Dietmar Moser, wobei auch unseren Betreuerinnen Lisi und Lisa ein aufrechtes Dankeschön für die vorzügliche Reservierung eines Tisches beim Graspo und das Auffinden einer Unterkunft in Garda gilt – hätte mir nie gedacht, dass es möglich ist, mit dem Rad schneller in Garda zu sein als mit dem Auto...
So stehen nun die letzten km auf dem Programm, am Mittwoch geht es Richtung Neuenburg/Schweiz, wo ich eine Einladung zum Winzerfest erhalten habe - d.h. die Einladung habe nicht ich erhalten, aber ich darf ausnahmsweise mitkommen. Endlich mal eine neue Landschaft, bin in der Zwischenzeit schon so weit, dass ich den Bäumen und Sträuchern längs der Radwege in der Umgebung Namen gegeben habe...

Palombino Pass

Zoncolàn

Spittal

14 August 2007

Für Gott, Kaiser und Vaterland...

...bezwang ich am letzten Sonntag das Valler-Joch – oder war es doch wegen meiner Wette???Diese Tour geisterte mir schon seit Längerem im Kopf herum (Platz genug zum Herum geistern gibt’s da drinnen ja). Da es zu Hause mit dem Mittagessen schlecht aussah, stand der Entschluss zum Aufbruch bald fest.

Bis Schabs ging es immer den Radweg entlang, dieses Teilstück kann ich ja fast schon meine Hausstrecke nennen ;-). Ab hier beginnt dann der laaange, laaange Anstieg nach Spinges. Automatisch wurde ich hier vom beflaggten vom Gedenkstein der Schlacht von Spinges angezogen, nach etlichen Fotos ging es dann weiter bergwärts Richtung Skigebiet Jochtal.

Nach einem Happen bei der Anratterhütte und einem kurzen aber deftigen Schlussanstieg zur Bergstation der Jochtalbahnen, ging es über einen sehr schmalen Steig hinab zum Valler Joch und weiter über einen Schotterweg und anschließend eine Teerstraße nach Mauls im Wipptal.

Am 30. September 2006 war ich in einem letzten Akt der Verzweiflung mit meinem Rad nach Sterzing aufgebrochen, hoffend, noch irgendwie die fehlenden Kilometer meiner Wette zu erradeln. Wie inzwischen bekannt, wurde ich damals von der urplötzlich eintretenden Dunkelheit überrascht (war blitzschnell da) und war so auf die Unterstützung einer wahrhaft barmherzigen Person angewiesen, welche mich in schätzungsweise 15 Minuten von Sterzing nach Bozen (tele)transportierte. Was man angefangen hat, soll man auch zu Ende bringen. Also war es logisch, dass ich noch die letzten Kilometer nach Sterzing auf mich nahm und nach einem kurzen Stadtbummel wieder Richtung Landeshauptstadt aufbrach.

Der Wipptaler Radweg ist was für Geschwindigkeitsfanatiker, habe bisher noch auf keinem Radweg eine Spitzengeschwindigkeit von über 60 Km/h erreicht – hier stellenweise kein Problem...

Und wens noch interessiert :-)

Distanz: 165,14 km
Anstieg: 2167 hm
Gewicht: 95,00 kg
Zeit: 08:16:40
Steigung: 1,3%
Aufstiegsrate: 261,8 m/h
Steigungsleistung: 67,8 Watt
Luftwiderstand: 41,5 Watt
Rollwiderstand: 26,34 Watt
Gesamtleistung: 135,63 Watt
Durchschnittstempo: 19,95 km/h
geschätzter Kalorienverbrauch: 4197,4 kcal / 17573,5 KJ



2007.08.12 - Valler Joch

Neue Serie „Abnehmen mit Andy“. Heute: wie verbrenne ich an einem Tag 5800 Kcal?

Es ist recht einfach: man nehme einfach ein Rad und trete planlos drauf los. So geschehen Anfang August. Start und Ziel Sappada, dazwischen lagen 5 Länder, über 200 Kilometer, über 3000 Höhenmeter und eben auch mehr als 5800 verbrannte Kilokalorien.
Nach dem Start in Sappada (Belluno) ging es vorerst mal nach Rigolato, Ravascletto, Cercivento, Tischlwang/Timau (alle Friaul) und hinauf auf den Plöckenpass. Den Plöckenpass habe ich schon x-mal erradelt, mit der Landschaft habe ich mich aber trotzdem noch nicht angefreundet - die ist so trostlos (besonders Timau), da bekommst schon beim Vorbeifahren Depressionen (ich zumindest).
Nach den obligatorischen Fotos am Pass stürzte ich mich todesmutig (das Straßenteeren haben sie hier nicht erfunden) hinab nach Kötschach-Mauthen (Jörgi-Land) um dann die nächste Steigung hinauf zum Gailberg-Sattel (der Name sagt schon alles) zu verschlingen. Von hier aus hat man einen wunderbaren Ausblick auf Oberdrauburg (Jörgi-Land) und das Drautal. Im Tal angekommen war, ging es den Drautalradweg über Lienz (Osttirol) nach Innichen.
Nachdem ich zwischen Lienz und Innichen (Südtirol) meine ganzen Flüche auf italienisch zum Besten gegeben hatte (manche Radfahrer bräuchten keinen Helm – da ist nix, was der Helm schützen könnte), ging es mal wieder hoch auf den Kreuzbergpass (übrigens das erste Mal mit Tina). Nach einer rasanten Abfahrt stand der letzte Anstieg von S. Stefano di Cadore nach Sappada auf dem Programm. Ganz schön aufgezehrt kam ich ca. 12 Stunden nach meinem Start in Sappada an, wo ich schon erwartet wurde: unsere Gastgeber aus Holland waren gerade aus Australien zurückgekehrt und nun hier zu Besuch. Nach einer ausgiebigen Dusche, einem vorzüglichen Essen und erlesenem Wein (aus Südtirol), plauderten wir über Dies und Das und unsere jeweiligen Fernreisen – mindestens 1000 Kcal werde ich hier beim verzweifelten Versuch verbrannt haben, die Augen offen zu halten ;-)


Distanz: 205,05 km
Anstieg: 3062 hm
Gewicht: 95,00 kg
Zeit: 09:29:40
Steigung: 1,5 %
Aufstiegsrate: 322,5 m/h
Steigungsleistung: 83,5 Watt
Luftwiderstand: 52,7 Watt
Rollwiderstand: 28,51 Watt
Gesamtleistung: 164,69 Watt
Durchschnittstempo: 21,60 km/h
geschätzter Kalorienverbrauch: 5845,4 Kcal

2007.08.04


Abschließend sei noch zu erwähnen, dass es wieder einmal so weit ist: das Bierfest in Sappada hat begonnen und diesmal mit einem besonderen Service für die Damenwelt (siehe Flugblatt). Wer Interesse bekunden sollte, kann sich jederzeit bei mir melden - Diskretion wird zugesagt :-)))






30 Juli 2007

Meine Wette 2007 - 4427 Km nach Neuseeland

Nun mal einen kurzen Zwischenbericht zu meiner heurigen Radwette. In der Zwischenzeit bin ich bei 5573 Km angekommen, es fehlt also noch die Kleinigkeit von knapp über 4400 Km – für die Wette mit meinen beiden Arbeitskollegen (10000 Km bis Ende September, es geht um ein 5-Gänge Menü) wird es eher knapp, für die Neuseeland-Reise (Stichtag 31. Dezember) sieht es da schon besser aus.
In der Zwischenzeit hat Tina schon mehr als 800 Km auf dem Buckel, mal schauen, ob sie auch knappe 40000 Km wie mein alter Drahtesel durchhält. Mit dieser Distanz wäre ich einmal um die Erde gekommen – wäre sicherlich interessant gewesen ;-)
Für zwei Monate muss ich mich also noch durchbeißen, unglücklicherweise verabschiedet sich der Sonnenschein urlaubsbedingt für 3 Wochen, hoffentlich lässt er ein paar Sonnenstrahlen hier ;-)

27 Juli 2007

Die lange Nacht der Fotos

Am Freitag, den 13. traf man sich in der Mair-Wiesn, um einige hundert Fotos meines Brasilien-Urlaubs anzusehen. Außerdem musste ich meinen Ruf als guter Gastgeber wieder aufpolieren, da bei meiner letzten Einladung einige Gäste fast verhungert wären J. Zu diesem Zweck standen italienisches Knoblauchbrot, mexikanische Maisecken mit pikanter Soße und ca. 6 kg Grillware zur Verfügung – dies sollte diesmal genügen :-)
Nachdem alle ihren Hunger gestillt hatten, kam der große Moment: über 600 Urlaubsfotos aus Brasilien und Lissabon und als Dreingabe noch einige von meinen heurigen Radtouren wurden vorgeführt.
Die Anwesenden blickten alle gespannt auf die Leinwand, einige sogar so gespannt, dass sie es verschliefen – hätte wohl doch eine Vorauswahl treffen sollen, so hätte wären mir auch einige peinliche Szenen erspart geblieben ;-)
Ein besonderes Dankeschön an Lisa, Lisi, Didi und Karl Heinz für den wunderbaren Nachtisch - auch wenn es mir das Herz zerriss, als ich dem Tiroler Adler den Garaus machen musste ;-)

Auf den Wegen des Ersten Weltkrieges – der Monte Grappa

Die nächste Etappe meiner Tour auf der „Via Claudia Augusta“ führte mich an meinem Geburtstag über den Monte Grappa nach Bassano del Grappa.
Ich hatte mich für die Route über Seren del Grappa und Chiesa Nuova (ein sehr einfallsreicher Name für ein Dorf) entschieden, da diese Route auf meiner Karte als Nebenstraße gekennzeichnet war. Komischerweise war sie auf anderen Karten überhaupt nicht eingezeichnet – jetzt weiß ich auch wieso.
Nachdem ich das nette Dörflein Chiesa Nuova (besitzt schätzungsweise 5 Häuser aber eine neue Kirche) erreicht aber auf dem bisherigen Weg nirgends eine Hinweistafel zum Monte Grappa gesehen hatte, beschloss ich, einige dort anwesende Einheimische nach dem Weg zu fragen. Nachdem mich die Typen eingehend gemustert hatten, erhielt ich vom - nach seinem Aussehen zu urteilen – Dorf-Beckham als Antwort die Gegenfrage, ob ich gute Beine hätte, da die Steigung bis zu 25% beträgt. Auf meine Replik, dass ich ja notfalls umkehren könnte, fragte mich der Dorf-Beckham-Begleiter, ob ich denn gute Bremsen hätte...
So aufgemuntert machte ich mich auf den Weg und leider musste ich bald erkennen, dass die Typen gar nicht so unrecht hatten. Die Strasse war effektiv extrem steil und schmal und somit für normale Autos denkbar ungeeignet – deshalb wird sie auch nicht in jeder Straßenkarte eingezeichnet sein.
Aber immer daran denkend dass:

Sich Regen bringt Segen
Ohne Fleiß kein Preis und
In der Ruhe liegt die Kraft

ging es langsam aber stetig Himmelwärts – außerdem hatte ich gar keine Lust die Funktionalität meiner Bremsen auf dieser Straße zu testen.
Die Ankunft auf dem Monte Grappa war dann eine Erleichterung aber gleichzeitig bedrückend. Hier liegen mehrere 10000 Soldaten begraben, allein auf dem österreichisch-ungarischen Friedhof 10000 Unbekannte.
Nach einer Abfahrt von 30 Km hatte ich schließlich die Bestätigung dass die Bremsen nicht gut waren – eher waren sie überhaupt nicht mehr vorhanden, hatte wohl zu oft gebremst...
In Bassano angekommen führte mich mein erster Weg folglich zu einem Fahrradmechaniker, bei welchem ich schweren Herzens mein Mausi über Nacht zurück lassen musste...

Via Claudia Augusta - Der Monte Grappa

25 Juli 2007

Auf der „Straße des italienischen Schaumweins“

Die nächste Etappe meiner Reise auf der „Via Claudia Augusta“ führte längs der „Straße des italienischen Schaumweins“, wahrscheinlich unter dem Namen „Strada del Prosecco“ besser bekannt.
Die Gegend um Valdobbiadene ähnelt mit ihren Hügeln und Weinbergen sehr der Toskana, unzählige Kellereien liegen entlang der Strasse. Leider war das Rad ein denkbar ungeeignetes Fortbewegungsmittel, um eine Weinkost zu veranstalten :-(
Ein unbedingtes Muss in dieser Gegend ist die Besichtigung des „Castel Brando“, ein renoviertes Schloss samt Hotel, Restaurants, Tavernen, Theater, Museum und einem wundervollen Ausblick auf Cisom di Valmarino. Habe auch schon jemanden, der mir meine Hochzeitsnacht im Schloss finanzieren würde – jetzt fehlt mir nur noch die Braut. Interessierte – nur Frauen - können sich jederzeit bei mir melden ;-)
Ganz in der Nähe befindet sich auch die „Straße der 100 Tage“ über den St. Boldo-Pass. Diese Straße wurde zwischen Februar und Juni 1918 innerhalb von 100 Tagen von Österreichern, russischen Kriegsgefangenen und Bewohnern des Dorfes Tovena gebaut. Über 18 Kehren schlängelt sich die Straße zum Pass empor, der mit 706 Metern Meereshöhe zwar nicht der Höchste, für Radfahrer mit seinen Kehren und den engen Tunnels aber ungemein interessant ist.
Unser Weg führte uns auch zum „Castello di Zumelle“, ein mittelalterliches Schloss in der Nähe von Mel und aufgrund der vielfältigen Veranstaltungen sicherlich einen Besuch wert.
Nach über 100 zurückgelegten Kilometern war es Abend geworden und somit Zeit für den obligatorischen Einkehrschwung. Glücklicherweise führte der Rückweg bei der Brauerei von Pedavena vorbei, schließlich habe ich mal gehört, dass nach körperlicher Ertüchtigung Gerstensaft ein wahrer Wundertrank ist ;-)

Via Claudia Augusta - Straße des italienischen Schaumweins

23 Juli 2007

Auf der Claudia und neben der Augusta

Bevor es an meine Klausurradfahrt längs der „Via Claudia Augusta“ ging, waren wohl einige Investitionen in meinen Drahtesel fällig. Da mein Gebrauchtreifenlieferant urlaubsbedingt abwesend war, musste ich in den sauren Apfel beißen und mir einen nigelnagelneuen Hinterreifen zulegen – immerhin verschwand nach dieser Investition das Schlagen am Hinterreifen, der alte Reifen war wohl doch ein bisschen abgefahren ;-). Außerdem war eine neue Sattelstütze fällig – hatte keine Lust plötzlich ohne Sattel zu bleiben.
Die „Via Claudia Augusta“ ist ein von den Römern gebauter Alpenübergang und führt von Donauwörth bis nach Ostiglia oder Altino. Bis Trient verlaufen beide Strecken entlang des Radweges, ab hier trennen sie sich: eine führt durch das Valsugana, die andere immer längs der Etsch bis Ostiglia.
Mein Ziel war Feltre, also ging es durch das Valsugana. Ich hatte diese Strecke schon einige Male mit dem Auto befahren und war immer wieder froh, wenn ich das Tal durchquert hatte – für mich ist es stellenweise eines der hässlichsten Täler überhaupt. Aber oh Wunder – auf dem Radweg sieht die Welt schon ganz anders aus. Man radelt die meiste Zeit durch Wiesen und Felder den Brenta entlang, gar einige Raststationen säumen den Weg – da können sich unsere Radwegeplaner noch einiges abgucken.
Nachdem ich mal wieder Unmengen Fotos geschossen hatte (so eine Digitalkamera ist schon eine gigantische Erfindung), erreichte ich am Abend endlich Feltre, wo schon ein nettes Zimmer im „La Cuba“ (sehr empfehlenswert) auf mich wartete. Nach einer schnellen Dusche stand der obligatorische Besuch der ganz in der Nähe gelegenen Brauerei von Pedavena auf dem Programm. Genau an diesem Tag hatte in der Brauerei eine Feier für den „Imperatore Francesco Giuseppe“, scheinbar mit großem Erfolg, stattgefunden - glaube nicht, dass man in unseren Breitengraden Italiener dazu ermuntern könnte, an solch einer Feier teilzunehmen

Via Claudia Augusta - Feltre

18 Juli 2007

Wer ist Bettina?

Jede Liebe geht einmal zu Ende aber wie schon D. T. Kuhn zu singen pflegte: “Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“.
Nach vielen gemeinsamen Erlebnissen und Reisen mussten wir erkennen, dass sich unsere Wege in unterschiedliche Richtungen entwickelten bzw. dass sie mit meiner Kraft und Energie schlichtweg überfordert war. So wackelte das Hinterteil doch beträchtlich, wenn es mal so richtig zur Sache ging. Dementsprechend fiel die Entscheidung zur Neuorientierung leicht.
Ein Freund machte mich auf Bettina aufmerksam. Man fand sie auf einschlägigen Seiten im Internet und es war Liebe auf den ersten Blick bzw. ab der ersten Mail. Trotzdem war ich Anfangs noch ziemlich unentschlossen, man hört ja wenig gutes über diese Internetaktionen...
Nachdem ich mir intensiv den Kopf darüber zerbrochen hatte stand mein Entschluss schließlich fest: mit Bettina wollte ich viel Zeit verbringen und meine nächsten Reisen mit ihr genießen.
Nun ist es endlich soweit, dieses Wochenende wird unser erstes gemeinsames sein. Wir haben auch viel vor und ehrlich gesagt - ich bin sehr auf ihre Vorzüge gespannt ;-)
Hoffentlich wird es keine Enttäuschung, ich werde euch aber mit Text und Bild auf dem Laufenden halten.

16 Juli 2007

Kampf ums Tilliacher Joch - Schinderei in den Karnischen Alpen

Nachdem ich die Woche zuvor aufgrund der schlechten Witterung das zweite Mal an meiner persönlichen Trans Alp (Bozen-Innichen-Lesachtal-Sappada) gescheitert war, versuchte ich es diesmal verkürzt und auf umgekehrtem Wege: Sappada-Lesachtal-Innichen-Sappada.
Ausgeruht und voller überschüssiger Energien ging es zunächst hinauf zu den Piavequellen (der heilige Fluss der Italiener hat es mir einfach angetan) und anschließend nicht so rasant wie gewohnt (ein kleiner italienischer Junge wollte mich einfach nicht auf dem Steig vorbeilassen) hinunter ins Val Visdende.
Nachdem ich mich hier reichlich mit frischem Wasser eingedeckt hatte, ging es an den langen, beschwerlichen Anstieg zum Tilliacher Joch. Seit meiner letzten Tour in diesem Gebiet haben sich auch hier die Touristiker auf die stetig wachsende Gemeinde der Bergradler besonnen. Während vor einigen Jahren jede Tour hier eher eine Fahrt ins Ungewisse war, sind die verschiedenen Wege und Routen nun gut ausgeschildert. Dementsprechend groß war auch die Anzahl an Radlern, welche sich mit ihren High-Tech-Bikes den Berg hoch quälten.
Das Tilliacher Joch bildet die Grenze zwischen Österreich und Italien, im ersten Weltkrieg war hier ein Teil eines österreichischen Landschützenregimets stationiert, was auch an den noch vorhandenen Bunkerbauten zu erkennen ist. Dementsprechend handelt es sich auch um einen Straße aus dem 1. Weltkrieg, welche zum Joch hinaufführt.
Solange der Weg geteert bzw. geschottert war, kam ich ohne größere Probleme vorwärts. Als nach den letzten bewirtschafteten Almen die Straße jedoch in ihrem ursprünglichen Zustand wie aus dem 1. Weltkrieg weiterführte, war es mit der Herrlichkeit vorbei – vielleicht hätte ich mir doch einen neuen Reifen zulegen sollen...
Nach langem Geschinde und unzähligen Durchdrehern (aufgrund des mangelhaften Profils war der Reifen nicht imstande, meine gewaltige Kraft auf das Erdreich zu übertragen) und nachdem mich jene zwei Radler wieder überholt hatten, welche ich weiter talwärts mit einem Lächeln auf den Lippen einfach überholt und stehen gelassen hatte, kam ich endlich am Tilliacher Joch an.
Nachdem ich mich erholt und noch mit zwei bundesdeutschen Touristen darüber diskutiert hatte, wo denn nun eigentlich Bozen liegt, ging es an die Abfahrt ins Lesachtal. Nun ja, obwohl ich allgemein als sehr besonnener Fahrer bekannt bin, hat mein Rad wohl trotzdem einige Schläge zu viel abbekommen – ein Teil meiner Sattelstütze befindet sich irgendwo zwischen dem Tilliacher Joch und Obertilliach...
Im Tal angekommen ging es entlang des Grenzlandweges bis zum Kartitscher Sattel, nach Tassenbach und von dort den Radweg Richtung Innichen. Dies hier war der gefährlichste Teil meiner Tour. Dieser Radweg ist besonders bei Familien sehr beliebt, da er bis Lienz immer ein leichtes Gefälle aufweist und man dort angekommen, einfach in den Zug steigt und sich wieder nach Innichen bringen lässt. Des Öfteren musste ich Kopf und Kragen riskieren, um Radfahrern auszuweichen, welche plötzlich mitten im Weg stehen blieben um auf ihre Liebsten zu warten.
Nach 128 Km und 2600 Hm erreichte ich wieder meinen Startort. Nachdem ich meinen Flüssigkeitsverlust ausgeglichen hatte (mein Geheimtip: Weissbier), machte ich mich müde aber glücklich und zufrieden auf die Suche nach einer Herberge – glücklicherweise wusste ich schon wohin ;-)
Tags darauf unternahm ich, diesmal in Begleitung, einen kurzen Regenerationsstrampler durch das Dorf. Nach ca. 10 Km wurde zum Einkehrschwung in der örtlichen Forellenzucht angesetzt um ein ausgiebiges Fischmahl zu genießen. Seit ich das erste Mal dort eingekehrt war, bestand meine Vorspeise immer aus Forellensalami. Leider hat die Qualität der Forellensalami wie auch der Bedienung in der Zwischenzeit sehr nachgelassen, werde mich wohl wieder auf Fleischspeisen konzentrieren müssen :-)

2007 - Tilliacher Joch

10 Juli 2007

Herzlichen Dank für die Glückwüsche

Ich bedanke mich hiermit bei allen Freunden und Bekannten, welche sich meines Geburtstages erinnert haben - es hat mich wirklich gefreut.
Ich befinde mich derzeit auf einer Klausurradfahrt, welche unter dem Titel "Meine ersten 34 Jahre - was haben sie gebracht, welche Strategieen müssen in Zukunft angewandt werden?" läuft. Beginnend beim Bier (Pedavena), über den italenischen Schaumwein (Strasse des italienischen Schaumweines), bin ich jetzt beim Schnaps (Bassano del Grappa) angelangt - meine Reise neigt sich folglich dem Ende zu...
Da ich mich so über eure Glückwuensche gefreut habe, lade ich euch samt Langzeitlebensabschnittsbegleiter/in oder derzeitigen Lebensabschnittsbegleiter/in an diesem Freitag, 13. Juli, zur "Langen Nacht der Fotos" in der Mair-Wiesn ein, zu deren Anlass ich meine 1534 Brasilien-Fotos und weitere 561 Fotos von meinen Fahrradtouren samt Kommentaren zum Besten geben werde. Fuer Speis und Tramk ist zeitweilig gesorgt.
Anmeldung innerhalb Donnerstag erwünscht (mündlich, schriftlich oder Rauchzeichen).

29 Juni 2007

Danke!

Dies ist ein großer Tag!

Dank der einzigartigen Unterstützung der treuen Leser dieser Seiten, ist es uns gemeinsam gelungen, einen Meilenstein für meine Zukunft zu erreichen: am heutigen Tage haben die Einnahmen aus meinem Internet-Tagebuch erstmals die magische 0,00 $-Grenze überschritten. Die Summe beläuft sich nun auf gigantische 0,13 $ in einem knappen halben Monat. Hochgerechnet ergibt sich hier die Wahnsinnssumme von 3,12 $ jährlich - muss mich noch informieren, ob ich diesen Betrag bei der nächsten Steuererklärung angeben muss.
Leider wird erst bei einer Einnahme von 50,00 $ der Scheck übermittelt - in ca. 15 Jahren dürfte es demnach soweit sein ;-)
Einen schalen Beigeschmack hat dieser Erfolg trotzdem. Da ich diese Seiten in letzter Zeit eher etwas vernachlässigt habe, hat Google - in völliger Unkenntnis meiner Position - vermehrt Links zu italienischen Seiten freigeschalten... Werde wohl wieder etwas fleißiger aktualisieren müssen, sonst sieht es mit der Wiederwahl zum Hauptmann der Schützenkompanie Karneid-Kardaun im nächsten Jahr wohl etwas trübe aus ;-)

Grüße und allen meinen fleißigen Lesern ein schönes Wochenende

19 Juni 2007

Was wurde eigentlich aus...? Heute: Marcus T.

Aufmerksame Leser meiner Reiseberichte erinnern sich sicherlich noch an den ausgeraubten deutschen Touristen ohne Orts- und Sprachkenntnisse in Belèm. Da ich bisher weder eine Mail, noch einen Brief geschweige denn mein Geld (ca. 20€) von ihm erhalte habe, war ich dann doch in großer Sorge ob seines Verbleibens - ist er glücklich zu Hause angekommen, irrt er immer noch durch Belèm, hat er in der Zwischenzeit geheiratet...?.

Also ging ich daran, die letzte verpackt gebliebene Tasche zu entleeren: jene mit den ganzen Kassabelegen, den Bancomatauszügen, den Visitenkarten und eben der Mail-Adresse des Herrn T. Diese Tasche war mitsamt der Erinnerung an diese Wochen des finanziellen Wahnsinns irgendwo in die Ecke geschleudert worden, in der Hoffnung, irgendeine gute Fee würde die Belege mit Bargeld ersetzen – war aber nicht so...

Nachdem ich die Adresse des Hilfsbedürftigen endlich gefunden und gar so manche Krokodilsträne ob der Massen an Ausgaben vergossen hatte, machte ich mich sofort daran, Herrn T. mittels Mail nach seinem Befinden zu fragen. Schon bald darauf erhielt ich auch eine Antwort:

This is an automatically generated Delivery Status Notification.
Delivery to the following recipients failed.
marcusten@yahoo.de

This user doesn't have a yahoo.de account (marcusten@yahoo.de)
Das Wichtigste an solchen Episoden ist immer, seine Lehren daraus zu ziehen. Und was habe ich daraus gelernt? Nur weil einer Deutsch spricht, muss er noch lange kein Tiroler sein ;-)

Soviel zu diesem Thema

14 Juni 2007

Herz-Jesu Sonntag

Aus gegebenem Anlass gibt es nach langer, langer Zeit wieder einen Eintrag. Mit tiefer Bestürzung musste ich feststellen, dass gar so mancher meiner Freunde und Bekannten sich schwer tut, den Herz-Jesu Sonntag zeitlich zuzuordnen. Euch sei gesagt: diesen Sonntag ist es wieder soweit. Am Abend werden wieder nach altem Brauch hunderte Feuer von den Südtiroler Bergen leuchten.
Der Herz-Jesu Sonntag besteht nicht nur aus dem Abbrennen von Holzhäufen. In den meisten Südtiroler Gemeinden wird auch eine feierliche Prozession durchgeführt und das Herz-Jesu-Bundeslied gesungen. Damit meine oben erwähnten Bekannten ob der kompletten Unkenntnis des Liedtextes nicht bedeppert in der Menge stehen müssen (falls sie sich – was eher unwahrscheinlich ist - überhaupt so früh aus dem Bett stürzen und – was fast schon unmöglich ist - sich in die Sonntagsmesse verirren), biete ich hier als besonderen Service den Text des Herz-Jesu-Bundesliedes zum Studieren an ;-)

Auf zum Schwur, Tiroler Land,
heb zum Himmel Herz und Hand!
Was die Väter einst gelobt,
da der Kriegssturm sie umtobt:
Das geloben wir aufs neue:
Jesu Herz, dir ew´ge Treue!
Das geloben wir aufs neue:
Jesu Herz, dir ew´ge Treue!

Fest und stark zu unserm Gott
stehen wir trotz Hohn und Spott;
fest am Glauben halten wir,
unsres Landes schönster Zier.
Drum geloben wir aufs neue:
Jesu Herz, dir ew´ge Treue!
Drum geloben wir aufs neue:
Jesu Herz, dir ew´ge Treue!

Auf dem weiten Erdenrund
gibt es keinen schönern Bund.
Lästern uns die Feinde auch,
Treue ist Tiroler Brauch.
Drum geloben wir aufs neue:
Jesu Herz, dir ew´ge Treue!
Drum geloben wir aufs neue:
Jesu Herz, dir ew´ge Treue!

Weiters bin ich gerade dabei, meine Brasilien-Fotos fein säuberlich zu ordnen und mit einem erklärenden Text zu versehen. Leider fehlen mir immer noch gar einige Fotos, welche sich irgendwo auf einem tragbaren Computer hinter dem Kreuzbergpass befinden. Sobald auch diese Fotos ihren richtigen Platz eingenommen haben, gibt’s in der Mair-Wiesn eine „Lange Nacht der Fotos“. Datum steht noch nicht fest, es wird sich aber mit großer Gewissheit um Mitte Juli handeln. Haltet euch also bereit.
Aufgrund marktstrategischer Überlegungen steht auch die Umbenennung dieser Seiten bevor. Da ich aber noch keinen aussagekräftigen Namen gefunden habe, lasse ich mir gerne von euch weiter helfen. Schickt einfach euren Vorschlag an andreas.mair@bozen.bz, meine ewige Dankbarkeit sei euch gewiss.

21 Mai 2007

Eine Fahrt durch das Pustertal…wo das Gras am grünsten und der Schnee am weißesten ist.

Daheim angekommen, trieb es mich sofort in die Mair-Wiesn. Nach langen, entbehrungsvollen Wochen hielt ich endlich wieder ein herzhaftes Bier in den Händen und horchte voller Innbrunst dem Bozner Bergsteigermarsch :-)
Den Montag verbrachte ich mehr schlecht als recht zu Hause und arbeitete den Posteingang ab – in der Zwischenzeit hatte sich gar etwas angesammelt. Da mir meine letzte Urlaubswoche dann aber doch zu schade war, um zu Hause zu bleiben, beschloss ich, am Dienstag das Rad zu satteln und nach Sappada zu treten.
Mit dem Zug ging es durch grüne Wiesen und Wälder bis nach Innichen. Das Wetter war beschissen, das sollte mich nicht von meinem Plan abhalten.
Zeitweise goss es wie aus Kübeln, aber die Gewissheit, dass man nicht nasser als nass werden kann, trieb mich immer weiter Richtung Kreuzbergpass. Je höher ich kam, desto niedriger wurde auch die Temperatur. Auf der Passhöhe wurde schließlich jene Temperatur erreicht, bei welcher Regen zu Schnee wird. Da war ich nun, auf 1636 m Meereshöhe, weit und breit der einzige Radfahrer in kurzen Hosen und in der Zwischenzeit eingepackt wie der Weihnachtsmann – zumindest wurde das Getränk nicht warm :-)
Die Abfahrt war der reinste Horror. Die Finger waren festgefroren, die Füße spürte ich fast nicht mehr – mehrere Male musste ich stehen bleiben, um die Finger richtig durchzuschütteln, damit sie wieder warm wurden.
Endlich, nach fast 3 Stunden Geschinde war ich völlig durchnässt in Sappada angekommen. Glücklicherweise war in meiner Herberge eine Sauna vorhanden, so tauten meine gefrorenen Knochen schnell wieder auf :-)
Während dem ganzen Getrete hatte ich viel Zeit nachzudenken und kam zum Schluss, dass mit fortschreitendem Alter die Menschen (im Besonderen Männer) immer extremere Aktionen veranstalten, um sich den Jüngeren gegenüber zu beweisen. Mal schauen, was die Zukunft für mich noch so bereit hält ;-)

2007.05. - Sappada

Lissabon – die 2.

Da sich unser Abflug mal wieder verspätete, stand schon in Rio fest, dass es mit dem direkten Weiterflug aus Lissabon nichts würde – also musste eine weitere Nacht in Lissabon verbracht werden.
Mir war es ziemlich egal, ehrlich gesagt hat mir Lissabon von den ganzen besichtigten Städten fast am besten gefallen – wahrscheinlich weil ich mich auf dem europäischen Festland einfach wohler fühle :-)
Vorher musste aber noch der Atlantik bezwungen werden – vorausgesetzt, das Flugzeug würde sich auch irgendwann einmal tatsächlich in die Lüfte erheben…
Als wir endlich im Flugzeug saßen und auch starteten, begann sie wieder, die laaaaange, laaaaange Zeit der Langeweile. Nachdem ich mich beim Abendessen (gegessen habe ich Kräckers mit Butter und den Nachtisch – diese Pseudonudel wollten beim besten Willen nicht runter) mit schwerem portugiesische Rotwein zugedödelt hatte, konnte ich auch für einige Stunden schlafen. Als ich erwachte war es noch dunkel und eben erst 5 Stunden vergangen…
Wie schon erwähnt ist Lissabon eine – zumindest für mich – faszinierende Stadt. Es gibt viele Sehenswürdigkeiten, diesmal haben wir auch eine Rundfahrt mit den für die Stadt typischen Straßenbahnen unternommen. Natürlich habe ich wieder geknipst wie ein Verrückter, leider müsst ihr auf die Veröffentlichung der Fotos auf meine nächste Lissabon-Reise oder meiner nächsten Autofahrt nach Sappada (wahrscheinlich Winter 2007) warten – der Kabel meines Datenspeichers wird wohl noch im Hotel liegen, zum Glück sind die Fotos auch auf dem Laptop meiner Begleiterin gespeichert.
Nachdem ich mich schon den ganzen Abend darüber gefreut hatte, dass es sogar um 21.00 Uhr noch halbwegs hell war, haben wir diesmal auch das Lissabonner Nachtleben intensiv genossen. Endlich konnte man sich wieder frei bewegen, ohne Angst haben zu müssen, dass dich jemand wegen 5€ niederschlägt. Etwas war aber in Brasilien dann doch besser: der Caipirinha hatte seinen exotischen Geschmack verloren, werde wohl wieder auf meinen innigst geliebten Cuba umsteigen :-)
Irgendwie muss mich dieser Urlaub dann doch grundlegend verändert haben. Wie wir so durch die Gassen der Lissabonner Altstadt schlendern haben mich mindestens 7 Personen gefragt, ob ich nicht Haschisch oder Kokain möchte – fühlte mich fast nach Amsterdam zurück versetzt :-)
Bis auf den Datenkabel habe ich auch noch andere Verluste zu beklagen: das einzige Buch, welches ich mitgenommen hatte, habe ich schon auf dem Flug nach Manaus im Flugzeug vergessen und mein Idiotenkäppi, das mich als Tourist auszeichnete, liegt wahrscheinlich im Hotel in Belèm. Den größten Schmerz bereitet mir aber der Verlust eines Bierglases. In Belèm hatte ich in der Amazon-Brauerei ein Bierglas erstanden. Ab diesem Zeitpunkt war es mein ständiger Begleiter. Es hat mich auf 6 (!) Flugreisen begleitet, ich habe es behütet wie meinen Augapfel. Zu Hause angekommen packe ich es aus, es gleitet mir aus der Hand und fällt aus ca. 10 cm auf den Boden…

20 Mai 2007

Nachtrag zu Rio

Am Tag vor unserer Abreise aus Rio hatten wir die Möglichkeit, den Bekannten meiner Begleiterin einen Besuch abzustatten. Dabei handelt es sich um (teils ehrenamtliche) Bedienstete einer Organisation, welche sich als Ausbildner (zu Neudeutsch „Streetworker“) der vielen Straßenkinder aus Rio’s Favelas annehmen. Sie treffen sich mit Gruppen von Straßenkindern und versuchen durch Gespräche und das Herstellen von kleinen Geschenksartikeln die Kinder von den Drogenbaronen, welche die Favelas beherrschen, fernzuhalten.
Beim gemeinsamen Mittagessen wurde lebhaft über die derzeitige Situation in Rio diskutiert. 2007 finden hier die Panamerikanischen Spiele (Amerikas Olympische Spiele) statt. Da diese Prestigeveranstaltung das Ansehen Brasiliens in Amerika und der ganzen Welt steigern soll, hat die Regierung bereits jetzt begonnen, die Straßen zu „säubern“. So finden sich seit einigen Wochen die Kinder nicht mehr an den Treffpunkten mit den Ausbildnern ein bzw. tauchen nur mehr vereinzelt auf. Weiters hat das Militär begonnen, mit Panzerwägen in die Favelas einzudringen und sich als Machtdemonstration wahre Straßenschlachten mit den dort herrschenden Drogenbaronen zu liefern.
Eine weitere erschreckende Information, welche mir gegeben wurde: scheinbar gab es im Jahr 2006 in Brasilien 35000 Tote durch Schusswaffen – eine Zahl, die in so manchem Kriegsgebiet nicht annährend erreicht wird. Dies erklärt auch die teils massive Polizeipräsenz in ganz Brasilien (besonders in Rio und in Salvador), eine Situation, wie sie wahrscheinlich Südtirol in den 60-er Jahren erlebt hat.
Ein Höhepunkt unseres Rio-Aufenthaltes war die Fahrt auf den Zuckerhut. Der Ausblick von hier oben ist einfach Atem beraubend. Von hier aus sieht man den Großteil der Strände, die verschiedenen Stadtteile, den Flugplatz und man kann sich auch einen Eindruck davon machen, welche Ausdehnung die Favelas in der Zwischenzeit erreicht haben.
Ehrlich gesagt war ich von Rio selbst nicht besonders angetan. Schon am Flugplatz drücken sie dir einen Zettel in die Hand, auf dem der Tourist auf die Gefahren hingewiesen wird (…gehen sie abends am Strand in der Nähe der Promenade und nicht direkt am Wasser spazieren) und Sicherheitshinweise gegeben werden. So sind auch der Großteil der Gebäude umzäunt und beschäftigen einen Portier/Wachmann (teils bewaffnet). Ich persönlich fühle mich dann doch ein bisschen eingeschränkt. Die Stadtstrände wie Copacabana und Ipanema sind sicherlich schön, im Laufe unserer Reise habe ich aber viel schönere Strände gesehen.

09 Mai 2007

Die abschliessende Etappe einer gemeinsamen Reise - Letzter Eintrag

Wir haben nun die letzte Etappe unserer gemeinsamen Reise in Angriff genommen und sind am Dienstag in Rio gelandet.
Von Sonntag bis Dienstag waren wir in Porto Seguro (auf halbem Weg zwischen Salvador und Rio) stationiert. Porto Seguro ist scheinbar der aufstrebende Ferienort Brasiliens. Tatsaechlich fuehlt man sich hier teilweise an den Ballermann versetzt. Derzeit ist zwar nur Nebensaison, aber an einigen Strandkneipen geht die Post schon gewaltig ab...
In der Zwischenzeit ueberwiegt die Heimkehrfreude dem Abschiedsschmerz, besonders die Verpflegung bereitet mir immer mehr Probleme. Ueberall in Brasilien gibt es Strassenkuechen, in welchen rund um die Uhr Gegrilltes, Gebratenes, Frittiertes... angeboten wird. Mit der Zeit kommt einem schon beim blossen Geruch der Mageninhalt hoch. Erschwerend kommt bei mir hinzu, dass ich mir am Montag entweder eine Picanha-, Pizza- oder Caipirinhavergiftung geholt habe und seitdem die Zufuhr fester Nahrung lieber anderen ueberlasse...Ausserdem fliesst das Bier auch nicht mehr so wie am Anfang, freue mich schon auf einen Grossvenediger in netter Gesellschaft - hoffentlich hat die nette Gesellschaft auch genuegend Zeit :-)
Mit ausserordentlicher Freude habe ich festgestellt, dass meine Freunde in der Heimat aufmerksam meine Eintraege verfolgen und auch so manche wueste Vermutung aufstellen. Werde mich nach meiner Ruckkehr sofort bei den betreffenden Personen melde um einige Dinge klar zu stellen, damit keine verrueckten Geschichten entstehen ;-)
Gruesse derweilen in die Heimat, ab Samstag ca. 17.00 Uhr hat mich Suedtirol wieder :-)

07 Mai 2007

„Garota com Maracuja“ oder wie ich zum Kunstsammler wurde

Schon während unseres ersten Salvador-Stadtbummels besuchten wir den Mercato Modelo. Meine Begleiterin hatte hier anlässlich ihres letzten Brasilien-Aufenthalts im Jahr 2005 zwei Bilder des brasilianischen Künstlers Luis Costa erstanden und wollte auch diesmal einen Blick in seine Ausstellung werfen.
Besonders von einem Bild war ich sehr angetan, förmlich gefesselt: „Garota com Maracuja“. Als wir am nächsten Tag wiederum den Mercato Modelo besuchten, konnte ich mich der Anziehungskraft der „Garota“ nicht mehr entziehen. Das Bild kommt in meiner Erinnerung vor, kann es leider nur nicht zuordnen. In der Zwischenzeit könnt ihr mir weiterhelfen: wenn ihr das Mädchen auf dem Bild erkennt, gebt mir bitte Bescheid ;-). Wie schon erwähnt, ist dies mein erstes erstandenes Bild und hat meine Reiseplanung in finanzieller Hinsicht dann doch etwas durcheinand gebracht – meine letzte Radtoururlaubswoche wird wohl ins Wasser fallen :-(
Am Samstag stand ein Tagesausflug an die Küsten Bahias an. Mit dem Taxi ging es gegen Norden über die Estrada de Coco. Entlang wunderschöner Palmenstrände fuhren wir bis nach Imbassì. Hier mündet ein Fluss in den Atlantik, man hat also die Möglichkeit, sei es im Süßwasser als auch im Meer zu baden.
Das leidige Mückenproblem hat sich in der Zwischenzeit auch erledigt. als guter Umweltschützer habe ich auf die chemische Keule verzichtet und bin zum radikalen Einsatz von Räucherstäbchen übergegangen. In unserem Zimmer riecht es nun wie in einem indischen Freudenhaus, das Problem hat sich aber erledigt. Ob die Mücken gestorben oder ausgewandert sind, oder ob aufgrund der betörenden Düfte mein Schmerzgefühl abgestorben ist - keine Ahnung ;-)

¨Garota com Maracuja¨ - Estrada de Coco

03 Mai 2007

Von Mücken zerfressen – Itapuà und Salvador

Am Dienstag sind wir in Itapuà angekommen. Das Klima ist hier angenehmer als im Amazonasgebiet - die Hitze ist zwar dieselbe, die Luftfeuchtigkeit ist aber bei Weitem erträglicher. Dafür wurde die Plage der Luftfeuchtigkeit durch die Mücken ersetzt, welche hier sehr aktiv zu Werke gehen. Trotz Mückennetz wache ich morgens auf und zähle weitere Dutzende neuer Stiche an den unmöglichsten Stellen... Werde jetzt wohl die chemische Keule auspacken ;-)
Laut Reiseführer ist der Strand von Itapuà einer der Schönsten in der Umgebung Salvadors, und das sicherlich zu recht. Feiner Sandstrand mit Palmen so weit das Auge blicken kann. Der Atlantik ist hier abschnittsweise eher stürmisch und dies wird von zahlreichen Surfern ausgenutzt. Die Wassertemperatur ist angenehm, leider hatte ich noch nicht das Vergnügen...
Gestern haben wir Salvador einen Besuch abgestattet. Kulturell soll Salvador die interessanteste Stadt Brasiliens sein. Es gibt hier viele Kirchen und Museen, die Oberstadt ähnelt mit ihren zahlreichen barocken Häusern aus der Kolonialzeit eher einer europäischen Stadt.
In der Unterstadt findet man den Mercato Modelo, auf welchem allerhand Kunsthandwerk verkauft wird. Unter dem Markt kann man die Verliese besichtigen, in welchen in der Kolonialzeit die Sklaven „zwischengelagert" wurden. Die Atmosphäre ist hier wirklich beklemmend.
Endlich haben wir auch eine Gegend erreicht, in welcher die typischen Gerichte sich eher meiner kulinarischen Ausrichtung nähren. Bahia ist ja für seine Küche bekannt und bisher kann ich mich nicht beklagen. Absoluter Höhepunkt: Moqueca, eine Art gut gewürzter Eintopf mit Schrimps, Lachs, Hummer und anderen mir unbekannten Fischarten. Dazu der allgegenwärtige Reis und noch einige Dinge, die ich weder kenne noch aussprechen kann :-)
Weiters schicke ich einen schoenen Gruss all jenen, welche mich mit ihren netten SMS zum Durchhalten animieren ;-) Auch euch schoene Gruesse und weiterhin ein froehliches Schaffen ;-)

Itapuà und Salvador

01 Mai 2007

Belèm grüßt die Wachau

Mit großer Freude habe ich eine SMS aus der Wachau in Österreich erhalten:“ Sitzen hier in der Wachau ba der zwoaten Floschn Reisling“. Eingang der SMS um 7.37 – hoffe das hängt mit der Zeitverschiebung zusammen...Immerhin - schöne Grüße in die Wachau, lasse mich derzeit zum Caipirinha-Experten ausbilden ;-)
Nachdem sich die Vorhersagen meiner Bekannten in Bezug auf die Schönheit der Brasilianischen Frauen bisher nicht bewahrheitet hatten (da hat unser Land schon ganz andere Schönheiten zu bieten. Grüße an die Frau mit den wunderschönen, verrauchten Augen - wer werd des lei sein???), habe ich in Belèm endlich einige brasilianische Schönheiten entdeckt. Auch ansonsten hat mir Belèm bisher am besten gefallen – wahrscheinlich wegen der Bierbrauerei im alten Hafen ;-). Der alte Verladehafen wurde zu einer Einkaufsmeile mit etlichen netten Restaurants umgebaut, leider wird der Caipirinha aber nur in Fingerhüten serviert ;-).
Höhepunkt eines Belèm-Aufenthaltes ist sicherlich der Besuch des Marktes Ver-o-Peso. Hier wird Alles und noch viel mehr zu Verkauf feil geboten: fangfrischer und geräucherter Fisch, Töpferhandwerk (mal schauen, wer das Fruchtbarkeitssymbol auf dem Foto findet), heimische Früchte und noch vieles mehr.
Einen Besuch ist auch das Museum der Indianer des Staates Parà wert. Hier erhält man einen kleinen Einblick in ihr Leben und kann auch einige ihrer typischen Kunstwerke erstehen.
Habe heute auch eine gute Tat vollbracht. Ein bundesdeutscher Mitbürger wurde am frühen Morgen überfallen und irrte mittellos und ohne Portugiesisch-Kenntnisse durch Belèm. Natürlich haben wir ihn mit ein paar Reals unterstützt, damit er zumindest wieder nach Hause fahren kann. Mal schauen, ob man von ihm noch mal etwas hört.
Morgen geht es per Flugzeug weiter nach Salvador de Bahia, wo wir einige Tage am Strand verbringen werden. Grüße derweilen und weiterhin ein fröhliches Schaffen ;-)
Belèm

30 April 2007

In Santarèm

Nach ca. 36 Stunden Bootsfahrt trafen wir am Samstag um ca. 22.00 Uhr in Santarèm ein – nichts wir runter vom Boot, mit der Zeit wird solch ein Trip doch etwas eintönig. Nachdem uns der freundliche Taxifahrer zu einem Hotel gebracht hatte (mit fließend Kaltwasser und mal wieder Hüttenschlafsackempfehlung) nahm ich nach gut 40 die erste warme Mahlzeit zu mir – eine belegte italienische Hefeteigscheibe mit Ketchup und ca. 0,5 cm dicken Schinkenscheiben...
Santarèm ist nicht gerade eine Tourismus-Hochburg. Besonders nicht sonntags, da ca. 98% der Stadtbevölkerung die hl. Messe besuchen und die restlichen 2% am Hafen beschäftigt sind. Da kam uns der Tipp unseres Portiers gerade recht: in der Nähe gibt es einen wunderschönen Strand und er wüsste sogar einen Fahrer, der uns für 80 Real dorthin bringt und auch wieder holt. Ausgezahlt hat es sich, wie die Bilder beweisen. Leider ging es schon bald wieder Richtung Flughafen, wo am frühen Nachmittag unser Flieger nach Belèm startete.

Alter do Chao Strand

Die Leichtigkeit des Seins - Von Manaus nach Santarèm

Wie schon im letzten Eintrag angekündigt, legten wir die Strecke von Manaus nach Santarèm in einem der berühmten Amazonas-Boote zurück. Bei diesen Schiffen handelt es sich um Boote zum Waren- und Personentransport. Dabei nehmen sich die Passagiere (ca. 250 auf engstem Raum) ihre Hängematten mit und verbringen die fast 36 Stunden zum Großteil liegend. Als gute Touristen haben wir natürlich erster Klasse gebucht und mit großer Freude unsere ca. zwei Quadratmeter große Kabine in Besitz genommen. Natürlich gibt es für die Passagiere (wie damals auf der Titanic) auch eigene Sanitäranlagen – leider habe ich sei erst nach ca. 24 Stunden Fahrt gefunden.
In meine Reiseführer steht über diese Art von Transportmitteln Folgendes geschrieben :“Küche und Hygiene an Bord sind nur etwas für ganz Unerschrockene“ – diesem Satz kann ich nur beipflichten. Werde mich mal mit meinem Pusterer Spezi unterhalten müssen, um herauszufinden, wo die wahre Härte zu Hause ist – auf der Transsib oder auf so einem Amazonasboot ;-). Auf das im Preis inbegriffene Essen habe ich aus Sicherheitsgründen lieber verzichtet wie ich auch meinen Körper überzeugt habe, dass man nicht unbedingt jeden Tag seine Notdurft verbringen muss ;-)
Trotzdem ist so eine Schifffahrt eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Seele baumeln zu lassen und seinen Gedanken nachzuhängen, besonders wenn es eine Bar mit haufenweise Biervorräten gibt ;-). Man setzt sich einfach am Morgen auf das Oberdeck, lässt sich den Wind um die Ohren wehen, schweift mit dem Blick in die Ferne und staunt ganz einfach, wie viel Wasser es eigentlich gibt...

Manaus-Santarèm

27 April 2007

Verschollen im Amazonas

In Manaus angekommen, holte mich die extreme Luftfeuchtigkeit schon fast von den Füßen – zwei Schritte, und du warst schon total durchnässt...Diese Luftfeuchtigkeit lässt dir auch so eigenartige Gedanken in den Kopf schießen, wie z.B. morgens zum Zähneputzen schon ein kühles Bierchen zu verwenden ;-)
Eine freundliche Reiseveranstalterin hat uns sofort am Flughafen ihre Dienste angeboten, somit waren die Hotelsuche und der Transfer in die Stadt wenigstens hinfällig. Manaus hat seine beste Zeit wohl eher hinter sich – und unser Hotel wahrscheinlich auch. Automatisch fühlte ich mich in einen Abenteuerfilm hinein versetzt, in welchem der Held nach monatelanger Schatzsuche im Amazonasgebiet endlich in die Zivilisation zurückkehrt und sein Geld in billigen Absteigen mit billigen Weibern und billigem Fussel durchbringt J .In der Zwischenzeit hat sich mein Hüttenschlafsack als das wichtigste Mitbringsel aus der Heimat erwiesen...Das Hotel haben wir am nächsten Tag gewechselt, nun sind wir im Hotel „Manaos“ untergebracht, vor einigen Jahren sicherlich eine Top-Adresse – der Zahn der Zeit hat hier aber auch nicht halt gemacht.
Wie schon erwähnt, Manaus hat seine besten Zeiten wohl hinter sich. Von besseren Zeiten zeugt das „Teatro Amazonas“ welches zu einer Zeit gebaut wurde, als diese Gegend aufgrund ihrer Rohstoffe (Kuatschuk) reich und berühmt war. Als man auch in anderen Teilen der Welt begann Kautschuk anzupflanzen, begann der Niedergang dieser Stadt mitten im Urwald, welche mit 1,6 Mio Einwohnern aber immer noch zu den Metropolen zählt.
Gestern haben wir an einer Amazonas-Schifffahrt teilgenommen – eine klassische Touristenveranstaltung...“Zufällig“ begegneten uns im tiefsten Urwald zwei Kinder in ihrem Kanu und zufällig hatten sie auch ihre Haustiere mit: ein Faultier und ein Irgendetwas. Nachdem wir wie verrückt Fotos geschossen und kleine Spenden gegeben hatten, fuhren wir „zufällig“ an ihrem Heim vorbei wo uns die ganze Sippschaft dann zu einem Umtrunk mit Krokodilen, Schlangen, Papageien und anderem Getier einlud.
Komme gerade von einem erweiterten Frühstück zurück. Erweitert bedeutet Papaya, Mango, Melone, Bananen (roh und frittiert), Kokosnüssen und weiteren verschiedenen Früchten ;-).
Um 11.00 Uhr schiffen wir dann Richtung Santarèm ein (60 Stunden Amazonas-Romantik – samt Hängematte und allem Drum und Dran), einer 270.000 Seelenstadt östlich von Manaus. Grüße derweilen in die Heimat und ein schönes Wochenende (ich gehe mal davon aus, dass heute Freitag ist).

Amazonas

25 April 2007

Ab in den Urwald

Dieser Urlaub spornt mich zu wahren Hoechstleistungen an: 3. Tag - 3. Eintrag :-). Keine Ahnung, wie lange ich hier noch einen Internetzugang finde.
Nachdem ich den ganzen gestrigen Tag in Rio und an seinen Straenden verbracht habe, geht es in wenigen Stunden per Flugzeug weiter nach Manaus im Amazonasgebiet. Danach sieht die Reiseplanung folgendes vor: Schiffahrt auf dem Amazonas nach Belem, weiter per Flugzeug nach Salvador de Bahia und anschliessend Ruckkehr nach Rio.
In der Zwischenzeit ein par Fotos aus Rio.