11 April 2007

Die St. Apollonia-Tour oder wie ich auf den Hund gekommen bin

Wider Erwarten verbrachte ich das verlängerte Osterwochenende zu Hause. Somit hatte ich genügend Zeit, bei strahlendem Sonnenschein einige Fahrradrunden zu drehen.
Nachdem ich mich noch am Freitag und am Samstag durch den Stau auf den Radwegen gequält (das Familienradfahren scheint in Mode gekommen zu sein) und am Sonntag einen Abstecher zur Leuchtenburg unternommen habe, wagte ich mich am Montag an die erste „Bergtour“ 2007. Auf dem Programm stand die „St. Apollonia Tour“ hoch über dem Etschtal.
Diese Tour führt von Andrian über einen Waldweg nach Sirmian zum Bittner-Hof und von dort auf einer geteerten Straße bis zur St. Apollonia-Kirche. Nachdem ich beim Aufstieg zum Bittner-Hof schon einige Male absteigen musste (vielleicht sind die Reifen doch mal zu wechseln), war die Weiterfahrt auf der Teerstraße das reinste Vergnügen. Pünktlich um 12.00 Uhr kam ich beim Gasthof Jäger an und beschloss, meine Energiespeicher mit Kohlehydraten aufzuladen.
Nachdem ich mich ausgeruht und ein bisschen in der Sonne gedöst hatte, ging es weiter bergwärts Richtung Gantkofel. Anfangs auf einer geteerten Straße und anschließend auf einem Forstweg, wurde die Aussicht immer genialer: links sah man weit in das Burggrafenamt mit Meran, Dorf Tirol und der Texel-Gruppe, zur Rechten in das Bozner Becken samt Schlern, Rosengarten, Rittner Horn, Sarner Scharte,…
Vom höchsten Punkt auf ca. 1250 m führte mich dann eine Forststraße (für eine kurze Strecke muss man auf einen Steig ausweichen) durch Wald und Wiesen bis nach Gaid.
Ein unbedingtes Muss in Gaid ist die Einkehr beim Moar-Hof – der Ausblick auf den Bozner Talkessel ist Atem beraubend - bei solch einer Aussicht trinkt man ein Bier umso lieber. Voller Vorfreude setzte ich also zum Biketoureneinkehrschwung an. In diesem Moment stürzte ein Hund des Modells „Kampfdackel“ herbei und fühlte sich dazu berufen, die Festigkeit meiner Unterschenkel zu testen. Da sein Keifer für diese zu schwach war und seine Größe für meine weicheren Oberschenkel nicht ausreichte, ließ er bald von mir ab und suchte sich eine andere Beschäftigung. Nachdem ich mit dem Hundebesitzer diskutiert und mein Weißbier (wurde mir von ihm spendiert) getrunken hatte, ging es Richtung Perdonig, Eppan und schließlich wieder nach Hause.
Nachdem ich alle meine mir bekannten Krankenschwestern konsultiert hatte, stand das Ergebnis eindeutig fest: ich musste zum Arzt. So ging es am nächsten Tag zu meiner Hausärztin, welche mich in die Erste Hilfe schickte. Und dort begab es sich dann, dass ich ca. 16 Jahre nach meiner letzten Erfahrung auf diesem Gebiet (anlässlich meiner Musterung) mal wieder die Hosen vor einem Mann runter lassen musste – nun bin ich gleich doppelt gegen Tetanus geimpft, hätte ich angesichts meiner Brasilien-Reise sowieso machen müssen.
Ein Problem ergibt sich durch diesen kleinen Zwischenfall jetzt trotzdem. Da ich mich einerseits mit Antibiotika voll pumpe, wurde mir von weiteren Impfungen abgeraten. Liebenswerterweise hat mir der nette Mann in der Apotheke aber sofort ein Medikationspaket für 85€ zusammengestellt, mit welchem ich auch den Weltuntergang überleben sollte.
Was aber noch viel schwerer wiegt, ist die Tatsache, dass ich meiner liebsten Jochgeier-Gitsche anlässlich ihres Geburtstages an diesem Freitag, nur in beschränkter Weise behilflich sein werden kann, ihre zur Feier des Tages sicherlich gut gefüllte Geldbörse zu leeren :-)

2007.04.08 - Leuchtenburg

2007.04.09. - St. Apollonia-Tour

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hoffentlich hat das arme Viech überlebt und keine Alkoholvergiftung davongetragen, bei dem exzessiven Lebenswandel unseres Globetrotters, von Wirtschaft zu Wirtschaft, von Feier zu Feier