27 April 2007

Verschollen im Amazonas

In Manaus angekommen, holte mich die extreme Luftfeuchtigkeit schon fast von den Füßen – zwei Schritte, und du warst schon total durchnässt...Diese Luftfeuchtigkeit lässt dir auch so eigenartige Gedanken in den Kopf schießen, wie z.B. morgens zum Zähneputzen schon ein kühles Bierchen zu verwenden ;-)
Eine freundliche Reiseveranstalterin hat uns sofort am Flughafen ihre Dienste angeboten, somit waren die Hotelsuche und der Transfer in die Stadt wenigstens hinfällig. Manaus hat seine beste Zeit wohl eher hinter sich – und unser Hotel wahrscheinlich auch. Automatisch fühlte ich mich in einen Abenteuerfilm hinein versetzt, in welchem der Held nach monatelanger Schatzsuche im Amazonasgebiet endlich in die Zivilisation zurückkehrt und sein Geld in billigen Absteigen mit billigen Weibern und billigem Fussel durchbringt J .In der Zwischenzeit hat sich mein Hüttenschlafsack als das wichtigste Mitbringsel aus der Heimat erwiesen...Das Hotel haben wir am nächsten Tag gewechselt, nun sind wir im Hotel „Manaos“ untergebracht, vor einigen Jahren sicherlich eine Top-Adresse – der Zahn der Zeit hat hier aber auch nicht halt gemacht.
Wie schon erwähnt, Manaus hat seine besten Zeiten wohl hinter sich. Von besseren Zeiten zeugt das „Teatro Amazonas“ welches zu einer Zeit gebaut wurde, als diese Gegend aufgrund ihrer Rohstoffe (Kuatschuk) reich und berühmt war. Als man auch in anderen Teilen der Welt begann Kautschuk anzupflanzen, begann der Niedergang dieser Stadt mitten im Urwald, welche mit 1,6 Mio Einwohnern aber immer noch zu den Metropolen zählt.
Gestern haben wir an einer Amazonas-Schifffahrt teilgenommen – eine klassische Touristenveranstaltung...“Zufällig“ begegneten uns im tiefsten Urwald zwei Kinder in ihrem Kanu und zufällig hatten sie auch ihre Haustiere mit: ein Faultier und ein Irgendetwas. Nachdem wir wie verrückt Fotos geschossen und kleine Spenden gegeben hatten, fuhren wir „zufällig“ an ihrem Heim vorbei wo uns die ganze Sippschaft dann zu einem Umtrunk mit Krokodilen, Schlangen, Papageien und anderem Getier einlud.
Komme gerade von einem erweiterten Frühstück zurück. Erweitert bedeutet Papaya, Mango, Melone, Bananen (roh und frittiert), Kokosnüssen und weiteren verschiedenen Früchten ;-).
Um 11.00 Uhr schiffen wir dann Richtung Santarèm ein (60 Stunden Amazonas-Romantik – samt Hängematte und allem Drum und Dran), einer 270.000 Seelenstadt östlich von Manaus. Grüße derweilen in die Heimat und ein schönes Wochenende (ich gehe mal davon aus, dass heute Freitag ist).

Amazonas

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