21 Mai 2007

Eine Fahrt durch das Pustertal…wo das Gras am grünsten und der Schnee am weißesten ist.

Daheim angekommen, trieb es mich sofort in die Mair-Wiesn. Nach langen, entbehrungsvollen Wochen hielt ich endlich wieder ein herzhaftes Bier in den Händen und horchte voller Innbrunst dem Bozner Bergsteigermarsch :-)
Den Montag verbrachte ich mehr schlecht als recht zu Hause und arbeitete den Posteingang ab – in der Zwischenzeit hatte sich gar etwas angesammelt. Da mir meine letzte Urlaubswoche dann aber doch zu schade war, um zu Hause zu bleiben, beschloss ich, am Dienstag das Rad zu satteln und nach Sappada zu treten.
Mit dem Zug ging es durch grüne Wiesen und Wälder bis nach Innichen. Das Wetter war beschissen, das sollte mich nicht von meinem Plan abhalten.
Zeitweise goss es wie aus Kübeln, aber die Gewissheit, dass man nicht nasser als nass werden kann, trieb mich immer weiter Richtung Kreuzbergpass. Je höher ich kam, desto niedriger wurde auch die Temperatur. Auf der Passhöhe wurde schließlich jene Temperatur erreicht, bei welcher Regen zu Schnee wird. Da war ich nun, auf 1636 m Meereshöhe, weit und breit der einzige Radfahrer in kurzen Hosen und in der Zwischenzeit eingepackt wie der Weihnachtsmann – zumindest wurde das Getränk nicht warm :-)
Die Abfahrt war der reinste Horror. Die Finger waren festgefroren, die Füße spürte ich fast nicht mehr – mehrere Male musste ich stehen bleiben, um die Finger richtig durchzuschütteln, damit sie wieder warm wurden.
Endlich, nach fast 3 Stunden Geschinde war ich völlig durchnässt in Sappada angekommen. Glücklicherweise war in meiner Herberge eine Sauna vorhanden, so tauten meine gefrorenen Knochen schnell wieder auf :-)
Während dem ganzen Getrete hatte ich viel Zeit nachzudenken und kam zum Schluss, dass mit fortschreitendem Alter die Menschen (im Besonderen Männer) immer extremere Aktionen veranstalten, um sich den Jüngeren gegenüber zu beweisen. Mal schauen, was die Zukunft für mich noch so bereit hält ;-)

2007.05. - Sappada

Keine Kommentare: