30 Juli 2007

Meine Wette 2007 - 4427 Km nach Neuseeland

Nun mal einen kurzen Zwischenbericht zu meiner heurigen Radwette. In der Zwischenzeit bin ich bei 5573 Km angekommen, es fehlt also noch die Kleinigkeit von knapp über 4400 Km – für die Wette mit meinen beiden Arbeitskollegen (10000 Km bis Ende September, es geht um ein 5-Gänge Menü) wird es eher knapp, für die Neuseeland-Reise (Stichtag 31. Dezember) sieht es da schon besser aus.
In der Zwischenzeit hat Tina schon mehr als 800 Km auf dem Buckel, mal schauen, ob sie auch knappe 40000 Km wie mein alter Drahtesel durchhält. Mit dieser Distanz wäre ich einmal um die Erde gekommen – wäre sicherlich interessant gewesen ;-)
Für zwei Monate muss ich mich also noch durchbeißen, unglücklicherweise verabschiedet sich der Sonnenschein urlaubsbedingt für 3 Wochen, hoffentlich lässt er ein paar Sonnenstrahlen hier ;-)

27 Juli 2007

Die lange Nacht der Fotos

Am Freitag, den 13. traf man sich in der Mair-Wiesn, um einige hundert Fotos meines Brasilien-Urlaubs anzusehen. Außerdem musste ich meinen Ruf als guter Gastgeber wieder aufpolieren, da bei meiner letzten Einladung einige Gäste fast verhungert wären J. Zu diesem Zweck standen italienisches Knoblauchbrot, mexikanische Maisecken mit pikanter Soße und ca. 6 kg Grillware zur Verfügung – dies sollte diesmal genügen :-)
Nachdem alle ihren Hunger gestillt hatten, kam der große Moment: über 600 Urlaubsfotos aus Brasilien und Lissabon und als Dreingabe noch einige von meinen heurigen Radtouren wurden vorgeführt.
Die Anwesenden blickten alle gespannt auf die Leinwand, einige sogar so gespannt, dass sie es verschliefen – hätte wohl doch eine Vorauswahl treffen sollen, so hätte wären mir auch einige peinliche Szenen erspart geblieben ;-)
Ein besonderes Dankeschön an Lisa, Lisi, Didi und Karl Heinz für den wunderbaren Nachtisch - auch wenn es mir das Herz zerriss, als ich dem Tiroler Adler den Garaus machen musste ;-)

Auf den Wegen des Ersten Weltkrieges – der Monte Grappa

Die nächste Etappe meiner Tour auf der „Via Claudia Augusta“ führte mich an meinem Geburtstag über den Monte Grappa nach Bassano del Grappa.
Ich hatte mich für die Route über Seren del Grappa und Chiesa Nuova (ein sehr einfallsreicher Name für ein Dorf) entschieden, da diese Route auf meiner Karte als Nebenstraße gekennzeichnet war. Komischerweise war sie auf anderen Karten überhaupt nicht eingezeichnet – jetzt weiß ich auch wieso.
Nachdem ich das nette Dörflein Chiesa Nuova (besitzt schätzungsweise 5 Häuser aber eine neue Kirche) erreicht aber auf dem bisherigen Weg nirgends eine Hinweistafel zum Monte Grappa gesehen hatte, beschloss ich, einige dort anwesende Einheimische nach dem Weg zu fragen. Nachdem mich die Typen eingehend gemustert hatten, erhielt ich vom - nach seinem Aussehen zu urteilen – Dorf-Beckham als Antwort die Gegenfrage, ob ich gute Beine hätte, da die Steigung bis zu 25% beträgt. Auf meine Replik, dass ich ja notfalls umkehren könnte, fragte mich der Dorf-Beckham-Begleiter, ob ich denn gute Bremsen hätte...
So aufgemuntert machte ich mich auf den Weg und leider musste ich bald erkennen, dass die Typen gar nicht so unrecht hatten. Die Strasse war effektiv extrem steil und schmal und somit für normale Autos denkbar ungeeignet – deshalb wird sie auch nicht in jeder Straßenkarte eingezeichnet sein.
Aber immer daran denkend dass:

Sich Regen bringt Segen
Ohne Fleiß kein Preis und
In der Ruhe liegt die Kraft

ging es langsam aber stetig Himmelwärts – außerdem hatte ich gar keine Lust die Funktionalität meiner Bremsen auf dieser Straße zu testen.
Die Ankunft auf dem Monte Grappa war dann eine Erleichterung aber gleichzeitig bedrückend. Hier liegen mehrere 10000 Soldaten begraben, allein auf dem österreichisch-ungarischen Friedhof 10000 Unbekannte.
Nach einer Abfahrt von 30 Km hatte ich schließlich die Bestätigung dass die Bremsen nicht gut waren – eher waren sie überhaupt nicht mehr vorhanden, hatte wohl zu oft gebremst...
In Bassano angekommen führte mich mein erster Weg folglich zu einem Fahrradmechaniker, bei welchem ich schweren Herzens mein Mausi über Nacht zurück lassen musste...

Via Claudia Augusta - Der Monte Grappa

25 Juli 2007

Auf der „Straße des italienischen Schaumweins“

Die nächste Etappe meiner Reise auf der „Via Claudia Augusta“ führte längs der „Straße des italienischen Schaumweins“, wahrscheinlich unter dem Namen „Strada del Prosecco“ besser bekannt.
Die Gegend um Valdobbiadene ähnelt mit ihren Hügeln und Weinbergen sehr der Toskana, unzählige Kellereien liegen entlang der Strasse. Leider war das Rad ein denkbar ungeeignetes Fortbewegungsmittel, um eine Weinkost zu veranstalten :-(
Ein unbedingtes Muss in dieser Gegend ist die Besichtigung des „Castel Brando“, ein renoviertes Schloss samt Hotel, Restaurants, Tavernen, Theater, Museum und einem wundervollen Ausblick auf Cisom di Valmarino. Habe auch schon jemanden, der mir meine Hochzeitsnacht im Schloss finanzieren würde – jetzt fehlt mir nur noch die Braut. Interessierte – nur Frauen - können sich jederzeit bei mir melden ;-)
Ganz in der Nähe befindet sich auch die „Straße der 100 Tage“ über den St. Boldo-Pass. Diese Straße wurde zwischen Februar und Juni 1918 innerhalb von 100 Tagen von Österreichern, russischen Kriegsgefangenen und Bewohnern des Dorfes Tovena gebaut. Über 18 Kehren schlängelt sich die Straße zum Pass empor, der mit 706 Metern Meereshöhe zwar nicht der Höchste, für Radfahrer mit seinen Kehren und den engen Tunnels aber ungemein interessant ist.
Unser Weg führte uns auch zum „Castello di Zumelle“, ein mittelalterliches Schloss in der Nähe von Mel und aufgrund der vielfältigen Veranstaltungen sicherlich einen Besuch wert.
Nach über 100 zurückgelegten Kilometern war es Abend geworden und somit Zeit für den obligatorischen Einkehrschwung. Glücklicherweise führte der Rückweg bei der Brauerei von Pedavena vorbei, schließlich habe ich mal gehört, dass nach körperlicher Ertüchtigung Gerstensaft ein wahrer Wundertrank ist ;-)

Via Claudia Augusta - Straße des italienischen Schaumweins

23 Juli 2007

Auf der Claudia und neben der Augusta

Bevor es an meine Klausurradfahrt längs der „Via Claudia Augusta“ ging, waren wohl einige Investitionen in meinen Drahtesel fällig. Da mein Gebrauchtreifenlieferant urlaubsbedingt abwesend war, musste ich in den sauren Apfel beißen und mir einen nigelnagelneuen Hinterreifen zulegen – immerhin verschwand nach dieser Investition das Schlagen am Hinterreifen, der alte Reifen war wohl doch ein bisschen abgefahren ;-). Außerdem war eine neue Sattelstütze fällig – hatte keine Lust plötzlich ohne Sattel zu bleiben.
Die „Via Claudia Augusta“ ist ein von den Römern gebauter Alpenübergang und führt von Donauwörth bis nach Ostiglia oder Altino. Bis Trient verlaufen beide Strecken entlang des Radweges, ab hier trennen sie sich: eine führt durch das Valsugana, die andere immer längs der Etsch bis Ostiglia.
Mein Ziel war Feltre, also ging es durch das Valsugana. Ich hatte diese Strecke schon einige Male mit dem Auto befahren und war immer wieder froh, wenn ich das Tal durchquert hatte – für mich ist es stellenweise eines der hässlichsten Täler überhaupt. Aber oh Wunder – auf dem Radweg sieht die Welt schon ganz anders aus. Man radelt die meiste Zeit durch Wiesen und Felder den Brenta entlang, gar einige Raststationen säumen den Weg – da können sich unsere Radwegeplaner noch einiges abgucken.
Nachdem ich mal wieder Unmengen Fotos geschossen hatte (so eine Digitalkamera ist schon eine gigantische Erfindung), erreichte ich am Abend endlich Feltre, wo schon ein nettes Zimmer im „La Cuba“ (sehr empfehlenswert) auf mich wartete. Nach einer schnellen Dusche stand der obligatorische Besuch der ganz in der Nähe gelegenen Brauerei von Pedavena auf dem Programm. Genau an diesem Tag hatte in der Brauerei eine Feier für den „Imperatore Francesco Giuseppe“, scheinbar mit großem Erfolg, stattgefunden - glaube nicht, dass man in unseren Breitengraden Italiener dazu ermuntern könnte, an solch einer Feier teilzunehmen

Via Claudia Augusta - Feltre

18 Juli 2007

Wer ist Bettina?

Jede Liebe geht einmal zu Ende aber wie schon D. T. Kuhn zu singen pflegte: “Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“.
Nach vielen gemeinsamen Erlebnissen und Reisen mussten wir erkennen, dass sich unsere Wege in unterschiedliche Richtungen entwickelten bzw. dass sie mit meiner Kraft und Energie schlichtweg überfordert war. So wackelte das Hinterteil doch beträchtlich, wenn es mal so richtig zur Sache ging. Dementsprechend fiel die Entscheidung zur Neuorientierung leicht.
Ein Freund machte mich auf Bettina aufmerksam. Man fand sie auf einschlägigen Seiten im Internet und es war Liebe auf den ersten Blick bzw. ab der ersten Mail. Trotzdem war ich Anfangs noch ziemlich unentschlossen, man hört ja wenig gutes über diese Internetaktionen...
Nachdem ich mir intensiv den Kopf darüber zerbrochen hatte stand mein Entschluss schließlich fest: mit Bettina wollte ich viel Zeit verbringen und meine nächsten Reisen mit ihr genießen.
Nun ist es endlich soweit, dieses Wochenende wird unser erstes gemeinsames sein. Wir haben auch viel vor und ehrlich gesagt - ich bin sehr auf ihre Vorzüge gespannt ;-)
Hoffentlich wird es keine Enttäuschung, ich werde euch aber mit Text und Bild auf dem Laufenden halten.

16 Juli 2007

Kampf ums Tilliacher Joch - Schinderei in den Karnischen Alpen

Nachdem ich die Woche zuvor aufgrund der schlechten Witterung das zweite Mal an meiner persönlichen Trans Alp (Bozen-Innichen-Lesachtal-Sappada) gescheitert war, versuchte ich es diesmal verkürzt und auf umgekehrtem Wege: Sappada-Lesachtal-Innichen-Sappada.
Ausgeruht und voller überschüssiger Energien ging es zunächst hinauf zu den Piavequellen (der heilige Fluss der Italiener hat es mir einfach angetan) und anschließend nicht so rasant wie gewohnt (ein kleiner italienischer Junge wollte mich einfach nicht auf dem Steig vorbeilassen) hinunter ins Val Visdende.
Nachdem ich mich hier reichlich mit frischem Wasser eingedeckt hatte, ging es an den langen, beschwerlichen Anstieg zum Tilliacher Joch. Seit meiner letzten Tour in diesem Gebiet haben sich auch hier die Touristiker auf die stetig wachsende Gemeinde der Bergradler besonnen. Während vor einigen Jahren jede Tour hier eher eine Fahrt ins Ungewisse war, sind die verschiedenen Wege und Routen nun gut ausgeschildert. Dementsprechend groß war auch die Anzahl an Radlern, welche sich mit ihren High-Tech-Bikes den Berg hoch quälten.
Das Tilliacher Joch bildet die Grenze zwischen Österreich und Italien, im ersten Weltkrieg war hier ein Teil eines österreichischen Landschützenregimets stationiert, was auch an den noch vorhandenen Bunkerbauten zu erkennen ist. Dementsprechend handelt es sich auch um einen Straße aus dem 1. Weltkrieg, welche zum Joch hinaufführt.
Solange der Weg geteert bzw. geschottert war, kam ich ohne größere Probleme vorwärts. Als nach den letzten bewirtschafteten Almen die Straße jedoch in ihrem ursprünglichen Zustand wie aus dem 1. Weltkrieg weiterführte, war es mit der Herrlichkeit vorbei – vielleicht hätte ich mir doch einen neuen Reifen zulegen sollen...
Nach langem Geschinde und unzähligen Durchdrehern (aufgrund des mangelhaften Profils war der Reifen nicht imstande, meine gewaltige Kraft auf das Erdreich zu übertragen) und nachdem mich jene zwei Radler wieder überholt hatten, welche ich weiter talwärts mit einem Lächeln auf den Lippen einfach überholt und stehen gelassen hatte, kam ich endlich am Tilliacher Joch an.
Nachdem ich mich erholt und noch mit zwei bundesdeutschen Touristen darüber diskutiert hatte, wo denn nun eigentlich Bozen liegt, ging es an die Abfahrt ins Lesachtal. Nun ja, obwohl ich allgemein als sehr besonnener Fahrer bekannt bin, hat mein Rad wohl trotzdem einige Schläge zu viel abbekommen – ein Teil meiner Sattelstütze befindet sich irgendwo zwischen dem Tilliacher Joch und Obertilliach...
Im Tal angekommen ging es entlang des Grenzlandweges bis zum Kartitscher Sattel, nach Tassenbach und von dort den Radweg Richtung Innichen. Dies hier war der gefährlichste Teil meiner Tour. Dieser Radweg ist besonders bei Familien sehr beliebt, da er bis Lienz immer ein leichtes Gefälle aufweist und man dort angekommen, einfach in den Zug steigt und sich wieder nach Innichen bringen lässt. Des Öfteren musste ich Kopf und Kragen riskieren, um Radfahrern auszuweichen, welche plötzlich mitten im Weg stehen blieben um auf ihre Liebsten zu warten.
Nach 128 Km und 2600 Hm erreichte ich wieder meinen Startort. Nachdem ich meinen Flüssigkeitsverlust ausgeglichen hatte (mein Geheimtip: Weissbier), machte ich mich müde aber glücklich und zufrieden auf die Suche nach einer Herberge – glücklicherweise wusste ich schon wohin ;-)
Tags darauf unternahm ich, diesmal in Begleitung, einen kurzen Regenerationsstrampler durch das Dorf. Nach ca. 10 Km wurde zum Einkehrschwung in der örtlichen Forellenzucht angesetzt um ein ausgiebiges Fischmahl zu genießen. Seit ich das erste Mal dort eingekehrt war, bestand meine Vorspeise immer aus Forellensalami. Leider hat die Qualität der Forellensalami wie auch der Bedienung in der Zwischenzeit sehr nachgelassen, werde mich wohl wieder auf Fleischspeisen konzentrieren müssen :-)

2007 - Tilliacher Joch

10 Juli 2007

Herzlichen Dank für die Glückwüsche

Ich bedanke mich hiermit bei allen Freunden und Bekannten, welche sich meines Geburtstages erinnert haben - es hat mich wirklich gefreut.
Ich befinde mich derzeit auf einer Klausurradfahrt, welche unter dem Titel "Meine ersten 34 Jahre - was haben sie gebracht, welche Strategieen müssen in Zukunft angewandt werden?" läuft. Beginnend beim Bier (Pedavena), über den italenischen Schaumwein (Strasse des italienischen Schaumweines), bin ich jetzt beim Schnaps (Bassano del Grappa) angelangt - meine Reise neigt sich folglich dem Ende zu...
Da ich mich so über eure Glückwuensche gefreut habe, lade ich euch samt Langzeitlebensabschnittsbegleiter/in oder derzeitigen Lebensabschnittsbegleiter/in an diesem Freitag, 13. Juli, zur "Langen Nacht der Fotos" in der Mair-Wiesn ein, zu deren Anlass ich meine 1534 Brasilien-Fotos und weitere 561 Fotos von meinen Fahrradtouren samt Kommentaren zum Besten geben werde. Fuer Speis und Tramk ist zeitweilig gesorgt.
Anmeldung innerhalb Donnerstag erwünscht (mündlich, schriftlich oder Rauchzeichen).