30 April 2007

In Santarèm

Nach ca. 36 Stunden Bootsfahrt trafen wir am Samstag um ca. 22.00 Uhr in Santarèm ein – nichts wir runter vom Boot, mit der Zeit wird solch ein Trip doch etwas eintönig. Nachdem uns der freundliche Taxifahrer zu einem Hotel gebracht hatte (mit fließend Kaltwasser und mal wieder Hüttenschlafsackempfehlung) nahm ich nach gut 40 die erste warme Mahlzeit zu mir – eine belegte italienische Hefeteigscheibe mit Ketchup und ca. 0,5 cm dicken Schinkenscheiben...
Santarèm ist nicht gerade eine Tourismus-Hochburg. Besonders nicht sonntags, da ca. 98% der Stadtbevölkerung die hl. Messe besuchen und die restlichen 2% am Hafen beschäftigt sind. Da kam uns der Tipp unseres Portiers gerade recht: in der Nähe gibt es einen wunderschönen Strand und er wüsste sogar einen Fahrer, der uns für 80 Real dorthin bringt und auch wieder holt. Ausgezahlt hat es sich, wie die Bilder beweisen. Leider ging es schon bald wieder Richtung Flughafen, wo am frühen Nachmittag unser Flieger nach Belèm startete.

Alter do Chao Strand

Die Leichtigkeit des Seins - Von Manaus nach Santarèm

Wie schon im letzten Eintrag angekündigt, legten wir die Strecke von Manaus nach Santarèm in einem der berühmten Amazonas-Boote zurück. Bei diesen Schiffen handelt es sich um Boote zum Waren- und Personentransport. Dabei nehmen sich die Passagiere (ca. 250 auf engstem Raum) ihre Hängematten mit und verbringen die fast 36 Stunden zum Großteil liegend. Als gute Touristen haben wir natürlich erster Klasse gebucht und mit großer Freude unsere ca. zwei Quadratmeter große Kabine in Besitz genommen. Natürlich gibt es für die Passagiere (wie damals auf der Titanic) auch eigene Sanitäranlagen – leider habe ich sei erst nach ca. 24 Stunden Fahrt gefunden.
In meine Reiseführer steht über diese Art von Transportmitteln Folgendes geschrieben :“Küche und Hygiene an Bord sind nur etwas für ganz Unerschrockene“ – diesem Satz kann ich nur beipflichten. Werde mich mal mit meinem Pusterer Spezi unterhalten müssen, um herauszufinden, wo die wahre Härte zu Hause ist – auf der Transsib oder auf so einem Amazonasboot ;-). Auf das im Preis inbegriffene Essen habe ich aus Sicherheitsgründen lieber verzichtet wie ich auch meinen Körper überzeugt habe, dass man nicht unbedingt jeden Tag seine Notdurft verbringen muss ;-)
Trotzdem ist so eine Schifffahrt eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Seele baumeln zu lassen und seinen Gedanken nachzuhängen, besonders wenn es eine Bar mit haufenweise Biervorräten gibt ;-). Man setzt sich einfach am Morgen auf das Oberdeck, lässt sich den Wind um die Ohren wehen, schweift mit dem Blick in die Ferne und staunt ganz einfach, wie viel Wasser es eigentlich gibt...

Manaus-Santarèm

27 April 2007

Verschollen im Amazonas

In Manaus angekommen, holte mich die extreme Luftfeuchtigkeit schon fast von den Füßen – zwei Schritte, und du warst schon total durchnässt...Diese Luftfeuchtigkeit lässt dir auch so eigenartige Gedanken in den Kopf schießen, wie z.B. morgens zum Zähneputzen schon ein kühles Bierchen zu verwenden ;-)
Eine freundliche Reiseveranstalterin hat uns sofort am Flughafen ihre Dienste angeboten, somit waren die Hotelsuche und der Transfer in die Stadt wenigstens hinfällig. Manaus hat seine beste Zeit wohl eher hinter sich – und unser Hotel wahrscheinlich auch. Automatisch fühlte ich mich in einen Abenteuerfilm hinein versetzt, in welchem der Held nach monatelanger Schatzsuche im Amazonasgebiet endlich in die Zivilisation zurückkehrt und sein Geld in billigen Absteigen mit billigen Weibern und billigem Fussel durchbringt J .In der Zwischenzeit hat sich mein Hüttenschlafsack als das wichtigste Mitbringsel aus der Heimat erwiesen...Das Hotel haben wir am nächsten Tag gewechselt, nun sind wir im Hotel „Manaos“ untergebracht, vor einigen Jahren sicherlich eine Top-Adresse – der Zahn der Zeit hat hier aber auch nicht halt gemacht.
Wie schon erwähnt, Manaus hat seine besten Zeiten wohl hinter sich. Von besseren Zeiten zeugt das „Teatro Amazonas“ welches zu einer Zeit gebaut wurde, als diese Gegend aufgrund ihrer Rohstoffe (Kuatschuk) reich und berühmt war. Als man auch in anderen Teilen der Welt begann Kautschuk anzupflanzen, begann der Niedergang dieser Stadt mitten im Urwald, welche mit 1,6 Mio Einwohnern aber immer noch zu den Metropolen zählt.
Gestern haben wir an einer Amazonas-Schifffahrt teilgenommen – eine klassische Touristenveranstaltung...“Zufällig“ begegneten uns im tiefsten Urwald zwei Kinder in ihrem Kanu und zufällig hatten sie auch ihre Haustiere mit: ein Faultier und ein Irgendetwas. Nachdem wir wie verrückt Fotos geschossen und kleine Spenden gegeben hatten, fuhren wir „zufällig“ an ihrem Heim vorbei wo uns die ganze Sippschaft dann zu einem Umtrunk mit Krokodilen, Schlangen, Papageien und anderem Getier einlud.
Komme gerade von einem erweiterten Frühstück zurück. Erweitert bedeutet Papaya, Mango, Melone, Bananen (roh und frittiert), Kokosnüssen und weiteren verschiedenen Früchten ;-).
Um 11.00 Uhr schiffen wir dann Richtung Santarèm ein (60 Stunden Amazonas-Romantik – samt Hängematte und allem Drum und Dran), einer 270.000 Seelenstadt östlich von Manaus. Grüße derweilen in die Heimat und ein schönes Wochenende (ich gehe mal davon aus, dass heute Freitag ist).

Amazonas

25 April 2007

Ab in den Urwald

Dieser Urlaub spornt mich zu wahren Hoechstleistungen an: 3. Tag - 3. Eintrag :-). Keine Ahnung, wie lange ich hier noch einen Internetzugang finde.
Nachdem ich den ganzen gestrigen Tag in Rio und an seinen Straenden verbracht habe, geht es in wenigen Stunden per Flugzeug weiter nach Manaus im Amazonasgebiet. Danach sieht die Reiseplanung folgendes vor: Schiffahrt auf dem Amazonas nach Belem, weiter per Flugzeug nach Salvador de Bahia und anschliessend Ruckkehr nach Rio.
In der Zwischenzeit ein par Fotos aus Rio.




24 April 2007

Ankunft in Rio de Janeiro

Nach gar einigen Verzoegerungen beim Abflug in Lissabon (anstatt um 9.50 Uhr war der effektive Abflug um ca 13.00 Uhr) und eeeeeeeennnnnnnnnnnddddddddlllllllllooooooooosssssssseeeeeeeennnnnnnn Stunden im Flugzeug (es liefen 2x die Simpsons, ein Film ueber Jugedkriminalitaet und Casio Royal - jeweils auf Portugiesisch oder Englisch), wurde um 18.00 Uhr Ortszeit der Flughafen von Rio avisiert. Da es um diese Zeit in Rio schon stockdunkel ist, war die Landung ob des Lichtermeeres sehr spektakulaer. Nach der eeeeennnndddddlllooosssseeeennn Passkontrolle (meiner ist nun auch nicht mehr jungfraeulich) machten wir uns auf die Suche nach einen Taxi, welches uns zu unserer Herberge bringen sollte. Und fuerwahr, auch die Taxifahrt kann man unter die Kategorie "spektakulaer" einordnen :-).
Unsere Herberge liegt irgendwo in der Zone "St. Katerina", schon der Taxifahrer legte uns nahe, am Abend unsere Unterkunft lieber nicht zu verlassen. Aufgrund dieses Hinweises beunruhigten mich auch die naechtlichen Schuesse in der Naehe nicht sonderlich :-(
Egal, die "Casa Aurea" hat einen super Aussenbereich und Bier gibt es auch. Habe ich gestern Abend aber nicht gekostet, der Flug hat mich doch etwas mitgenommen...
Wir bleiben noch eine Nacht hier, danach schauen wir mal, wohin uns der Wind blaest.

23 April 2007

Lissabon und die Zeitverschiebung

Die Station Lissabon werden wir in Baelde (noergelt nicht an meiner Schreibweise der Umlaute herum, es gibt hier auf der Tastatur keine) hinter uns lassen, unser Flug startet um 11.00 Uhr. Der gestrige Flug war sehr - sagen wir mal beengend - ich hoffe unser heutiger Flieger gesteht mir ein bisschen mehr Beinfreiheit zu...
Gestern sind wir um ca. 14.30 Uhr in Lissabon gelandet. Nachdem wir eine Unterkunft gefunden hatten, ging es ins Zentrum. Ich muss schon sagen, bin sehr von der Schoenheit Lissibans erstaunt. Es gibt gar einige Sehenswuerdigkeiten, besonders die verschiedenen Plaetze und die Stadtburg Sao Jorge (wunderbarer Ausblick auf die Stadt) sind einen Besuch wert. Das Leben scheint hier guenstiger zu sein, leider hatten wir aber nicht viel Zeit genauere Studien durchzufuehren :-)
Lissabon ist ja bekannterweise in einer anderen Zeitzone als Bozen (-1 Stunde). Diese Zeitverschiebung hat auch dazu gefuehrt, dass ich heute schon um 6.00 Uhr unter der Dusche ein Tiroler Volkslied traellerte - hatte vergessen, die Uhr umzustellen :-). Mal schauen wie ich mit der Zeitverschiebung in Brasilien zurecht komme.

Gruesse in die Heimat

21 April 2007

Und Tschüß…

...die Spuren der Verwüstung in der Mair-Wiesn wurden beseitigt, der Rucksack ist gepackt. In wenigen Stunden ist es soweit – mein diesjähriges Brasilien-Abenteuer beginnt. Um 5.09 Uhr (Info für meinen Fanclub) startet mein Zug Richtung Venedig, von wo aus mich um 12.30 Uhr ein Flugzeug nach Lissabon bringen wird. Am nächsten Morgen geht es dann endgültig über den großen Teich nach Rio. Bis hier her ist alles bis ins kleinste Detail geplant (außer die Übernachtung in Lissabon und ein paar andere Kleinigkeiten), danach lassen wir mal Kommissar Zufall Regie spielen. Drei Wochen lang machen wonach man Lust hat, keine fixen Pläne und Verpflichtungen – lassen wir und überraschen.
Gestern fand also meine Abschiedsfete in der Mair-Wiesn statt. Es war eine nette Feier, da es wenig zu Essen gab, wurde umso mehr getrunken :-). Ein riesiges Dankeschön geht an Lisi und Lisa für die wirklich nette Idee mit dem Kuchen, an Kurt, Alexandra und Vroni für die Verfassung meines „Nachrufes“, an die geborene Salsa-Tänzerin Isabella für die unentgeltlichen Tanzstunden, und an all jene, die etwas mitgebracht und mitgefeiert haben.
Ich werde versuchen, diese Seiten auch in den nächsten Wochen aktuell zu halten, schaut also öfters mal vorbei, wenn ihr die Geschichte vom Schützenhauptmann in Brasilien kennen wollt :-)
Tschüß derweilen und bis zum nächsten Mal

2007.04.20 - Brasilianische Nacht

11 April 2007

Die St. Apollonia-Tour oder wie ich auf den Hund gekommen bin

Wider Erwarten verbrachte ich das verlängerte Osterwochenende zu Hause. Somit hatte ich genügend Zeit, bei strahlendem Sonnenschein einige Fahrradrunden zu drehen.
Nachdem ich mich noch am Freitag und am Samstag durch den Stau auf den Radwegen gequält (das Familienradfahren scheint in Mode gekommen zu sein) und am Sonntag einen Abstecher zur Leuchtenburg unternommen habe, wagte ich mich am Montag an die erste „Bergtour“ 2007. Auf dem Programm stand die „St. Apollonia Tour“ hoch über dem Etschtal.
Diese Tour führt von Andrian über einen Waldweg nach Sirmian zum Bittner-Hof und von dort auf einer geteerten Straße bis zur St. Apollonia-Kirche. Nachdem ich beim Aufstieg zum Bittner-Hof schon einige Male absteigen musste (vielleicht sind die Reifen doch mal zu wechseln), war die Weiterfahrt auf der Teerstraße das reinste Vergnügen. Pünktlich um 12.00 Uhr kam ich beim Gasthof Jäger an und beschloss, meine Energiespeicher mit Kohlehydraten aufzuladen.
Nachdem ich mich ausgeruht und ein bisschen in der Sonne gedöst hatte, ging es weiter bergwärts Richtung Gantkofel. Anfangs auf einer geteerten Straße und anschließend auf einem Forstweg, wurde die Aussicht immer genialer: links sah man weit in das Burggrafenamt mit Meran, Dorf Tirol und der Texel-Gruppe, zur Rechten in das Bozner Becken samt Schlern, Rosengarten, Rittner Horn, Sarner Scharte,…
Vom höchsten Punkt auf ca. 1250 m führte mich dann eine Forststraße (für eine kurze Strecke muss man auf einen Steig ausweichen) durch Wald und Wiesen bis nach Gaid.
Ein unbedingtes Muss in Gaid ist die Einkehr beim Moar-Hof – der Ausblick auf den Bozner Talkessel ist Atem beraubend - bei solch einer Aussicht trinkt man ein Bier umso lieber. Voller Vorfreude setzte ich also zum Biketoureneinkehrschwung an. In diesem Moment stürzte ein Hund des Modells „Kampfdackel“ herbei und fühlte sich dazu berufen, die Festigkeit meiner Unterschenkel zu testen. Da sein Keifer für diese zu schwach war und seine Größe für meine weicheren Oberschenkel nicht ausreichte, ließ er bald von mir ab und suchte sich eine andere Beschäftigung. Nachdem ich mit dem Hundebesitzer diskutiert und mein Weißbier (wurde mir von ihm spendiert) getrunken hatte, ging es Richtung Perdonig, Eppan und schließlich wieder nach Hause.
Nachdem ich alle meine mir bekannten Krankenschwestern konsultiert hatte, stand das Ergebnis eindeutig fest: ich musste zum Arzt. So ging es am nächsten Tag zu meiner Hausärztin, welche mich in die Erste Hilfe schickte. Und dort begab es sich dann, dass ich ca. 16 Jahre nach meiner letzten Erfahrung auf diesem Gebiet (anlässlich meiner Musterung) mal wieder die Hosen vor einem Mann runter lassen musste – nun bin ich gleich doppelt gegen Tetanus geimpft, hätte ich angesichts meiner Brasilien-Reise sowieso machen müssen.
Ein Problem ergibt sich durch diesen kleinen Zwischenfall jetzt trotzdem. Da ich mich einerseits mit Antibiotika voll pumpe, wurde mir von weiteren Impfungen abgeraten. Liebenswerterweise hat mir der nette Mann in der Apotheke aber sofort ein Medikationspaket für 85€ zusammengestellt, mit welchem ich auch den Weltuntergang überleben sollte.
Was aber noch viel schwerer wiegt, ist die Tatsache, dass ich meiner liebsten Jochgeier-Gitsche anlässlich ihres Geburtstages an diesem Freitag, nur in beschränkter Weise behilflich sein werden kann, ihre zur Feier des Tages sicherlich gut gefüllte Geldbörse zu leeren :-)

2007.04.08 - Leuchtenburg

2007.04.09. - St. Apollonia-Tour

09 April 2007

Der Osterhase ist gekommen – und zwar 22-mal.

Rechtzeitig zu den Osterfeierlichkeiten gab es Nachwuchs unter den Tieren in der Mair-Wiese.
Insgesamt erblickten 22 Junghasen kurz vor Ostern das Licht der Welt – die heurige Grillsaison ist somit gerettet :-)