18 Oktober 2007

Der Tag der Nicht-Gewinner – Eine kulinarische Offenbarung

„Wettschulden sind Ehrenschulden“ – ganz nach diesem Motto stürzten sich meine beiden Wettpartner in die Arbeit und begannen mit den Vorbereitungen zum „Tag der Nicht-Gewinner“.
Dabei heraus kam eine Abfolge liebevoll zubereiteter Speisen:

  • Thunfisch-Sashimi auf grünem Salatbett
  • Kürbiscremesuppe mit gerösteten Kürbiskernen und steirischem Kürbiskernöl
  • Kürbislasagne mit gerösteten Speckstreifen
  • gemischtes vom Grill mit hervorragend zubereitetem Kartoffelsalat
  • und als süßes Danach ein Ananas-Tiramisù

Nicht zu vergessen die Mitternachtshäppchen: kleine belegte italienische Hefeteigscheiben und Häppchen vom Spinatstrüdelchen.

Für all jene, welche nicht die Möglichkeit hatten dabei zu sein: es war wundervoll, einfach köstlich – eine kulinarische Offenbarung. Besonders das Sashimi hat es mir angetan. Zart wie Butter, ausgezeichnet präsentiert – ein Fest aller Sinne.
Ein großes Dankeschön an Roberta "Die Organisatorin" Gamper und Karl Heinz "Herr des Feuers" Volgger für die Einlösung ihrer Wettschuld – es war ausgezeichnet. Ein weiteres Dankeschön all jenen Personen, welche nichts zerstört haben und ganz besonders nochmals an Roberta, welche - standhaft bis zum bitteren Ende - sogar den Großteil der Aufräumarbeiten übernahm - der Hausherr war zu erschöpft ;-)


2007 - Der Tag der Nicht-Gewinner

12 Oktober 2007

Mein 30.September: Tag Null – 18 bis 24 Uhr

Nach weiteren 55 Km (wieder eine Aufgabe für meine Mathematikgenies) in St. Margrethen angekommen, gab es eine kurze Lagebesprechung. Da es schon eher spät war und die Gefahr der einbrechenden Dunkelheit bestand, musste ich meinen perfiden aber umso genialeren Plan überarbeiten. Nach kurzen Beratungsgesprächen mit Tina ging es also weiter – diesmal ohne konkretes Ziel, am Ende sollte aber die 10000-Grenze überschritten sein.
Um 19.17 Uhr war es dann soweit:



nach 35 Kilometern sprang der Kilometerzähler in der Nähe von Rankweil auf die magische Zahl von 10000 Kilometern – es war vollbracht :-)


Mein 30.September: Tag Null – 15 bis 18 Uhr

Während meine Betreuerin Richtung Konstanz raste, regenerierte ich mich auf dem Beifahrersitz mit original Südtiroler Blasmusik. Nachdem ich „Dem Land Tirol die Treue“ zum 17. Mal gehört und mitgesungen hatte, waren die Energien und Kräfte zurück und ich fühlte mich bereit für den nächsten Teil meines genialen und gleichzeitig so perfiden Plans ;-).
Bei Kreuzlingen sattelte ich wiederum Tina und es ging Richtung Konstanz. Nachdem ich innerhalb von 500 Metern zwei verschiedene Grenzposten unbehelligt überschritten hatte, machte ich mich auf die Suche nach dem Radweg Richtung Bregenz.
Die ganze Masse an Beschilderungen hat mich ein wenig verwirrt, innerhalb von wenigen Kilometern wechselt man vom schweizer System (rote Beschilderung) auf das deutsche (weiße Schilder) und wieder zurück. Auch dieser Umstand konnte meinen Blick für das Wesentliche nicht trüben: ich brauchte Kilometer...
Falls sich der eine oder andere wundert, dass es von diesen Touren keine Fotos gibt, die Erklärung ist ganz simpel: ich gehöre zu jenem Schlag Mensch, der es auch locker schafft, auf einer Fahrt von 50 Km 3 Stunden unterwegs zu sein, wobei eine Stunde dann dem Fotografieren von verschiedenen Objekten mit mindestens 7 verschiedenen Kameraeinstellungen vorbehalten ist :-)
Übrigens. Der Insidertipp vom Wind in süd-östlicher Richtung hat sich bewahrheitet – dank an den KGB ;-)

Mein 30.September: Tag Null – 11 bis 15 Uhr

Nachdem ich vollgeschlammt in Neuchatèl angekommen war, eine heiße Dusche genommen, eine Mahlzeit auf Tofu-Basis (pure Energie) genossen und mich von meinen Gastgebern verabschiedet hatte ging es an Teil 2 meines genialen Planes: rauf aufs Rad und ab Richtung Großraum Bern – diesmal mit allen notwendigen Informationen ausgestattet um nicht wieder eine Irrfahrt auf den Schweizer Radwegen zu veranstalten.
Nach ca. 56 Kilometern wechselte ich in der Nähe von Moosseedorf – der Name beschreibt das Dorf in ausgezeichneter Weise - in mein Begleitfahrzeug und weiter ging es Richtung Bodensee, wo laut Insiderinformationen nachmittags ein strammes Lüftchen in süd-östlicher Richtung bläst ;-)
Für die Mathematikgenies in meinem Bekanntenkreis wird es sicherlich kein Problem sein, die fehlenden Kilometer zu berechnen – ich gebe sie hier also nicht explizit an. Sobald ihr euch auf einen Wert +/-5 Km geeinigt habt, gebt mir einfach Bescheid ;-)


11 Oktober 2007

Mein 30. September: Tag Null - 7 bis 11 Uhr

Nachdem ich schon verschlafen hatte, musste nun alles schnell gehen. Also raus aus den Federn, rein in meinen Raddress und runter zum Auto.

Nun hatte ich auch die Bestätigung, dass der prasselnde Regen in der Nacht nicht meinen Träumen entsprungen sondern eine sehr reelle Sache war - immerhin nieselte es jetzt auch noch und die Straßen waren schön nass - gerade richtig um auch noch aus den letzten Träumen gerissen zu werden.
Nachdem die erste Verzweiflung gewichen war und der Stolz/Wille den inneren Schweinehund besiegt hatten, packte ich meine treue Tina und machte mich daran, den ersten Teil meines perfiden aber gleichzeitig genialen Planes umzusetzen - eine Seeumrundung von ca. 97 Km.
Um es kurz zu machen, schon bald hatte ich die Schnauze voll. Es war diesmal nicht der Nieselregen (es radelt sich ganz passabel sobald man sich selbst überzeugt hat, dass nasser als nass nicht geht) sondern die ständigen Umleitungen und Baustellen. Leider wird die Radwegbeschilderung auf diesen Baustellen/Umleitungen nicht angepasst und so kann es passieren, dass man die längste Zeit in die falsche Richtung tretet und dann wieder umkehren muss. Normalerweise machen mir solche Dinge nichts aus, aber diesmal hatte ich eine Mission zu erfüllen...
Demzufolge gab es nach ca. 40 Kilometern eine Kehrtwende und es ging zurück Richtung Neuchatèl.






10 Oktober 2007

Mein 30. September: Tag Null - 0 bis 7 Uhr

Durch unruhigem Schlaf mehrmals wach (wahrscheinlich auf den Neuenburger Wein oder auf den andauernd gegen das Fenster prasselnden Regen zurückzuführen), reifte in mir während dieser wachen Momente (habe ich auch zwischendurch) dieser perfide aber gleichzeitig geniale Plan heran, welcher mir ohne größere Anstrengung die restlichen Kilometer und somit meinen Wettsieg garantieren sollte :-)
Vorhergesehener Start war um 7.00 Uhr - natürlich habe ich verschlafen, ganze 10 Minuten...
In der Zwischenzeit zweifelt ein weiterer Wettpartner die Rechtmäßigkeit meines Sieges an. Nun ja, am Freitag um ca. 17.00 Uhr werden sie erfahren, ob sie nun gewonnen haben oder nicht. Ist schon blöd, wenn man nicht weiß, ob man Vorbereitungen treffen muss oder nicht :-)
Da lobe ich mir meine Freundin, die hat ohne zu Jammern und zu Murren ihre Niederlage anerkannt (sie war ja sogar dabei) und spart schon recht fleißig für mein Ticket nach Neuseeland :-)

09 Oktober 2007

Mein 30. September: der Tag Null – Vorwort

450 Km in 4 Tagen und das am Neuenburger See - was ein lockeres Ausfahren werden sollte, entwickelte sich aufgrund verschiedener Umstände doch noch zu einem wahren Stressgetrete.
Am Mittwoch Abend ging es zunächst mal durch den Vinschgau bis nach Flirsch am Arlberg, wo wir im Hotel „Basur“ (schönes Hotel mit riesigen Zimmern – ich glaube mal, wir waren mit ca. 30 Jahren Abstand die jüngsten Gäste) unsere Zelte aufschlugen.
Mein Plan, mich am nächsten Tag auf den Arlberg Arlberg fahren lassen und anschließend auf meiner Tina mittels einer netten kleinen Abfahrt einige Kilometer zu sammeln ;-) verwarf ich sofort, als ich am Morgen den bis fast ins Tal reichenden Neuschnee aus unserem Zimmerfenster sah...
Also ging es weiter bis an den Neuenburger See, wo wir am frühen Nachmittag bei bewölktem Himmel ankamen. Nachdem wir uns bei unseren Gastgebern einquartiert und ein bisschen geschwätzt hatten, kam ich doch noch zu einer Radtour entlang des Seeufers. Mickrige 40 Kilometer waren geschafft, es blieben noch ca. 410.
Am Freitag stand eine Tour nach Bern auf dem Programm. Die Schweiz wird ja gerne als DAS Veloland (um beim schweizerischen zu bleiben) genannt und das stimmt auch – vor lauter Radwegen verfährt man sich ganz gerne...
Nach einem kurzen Stadtbummel (Bern hat so ziemlich den interessantesten Bahnhof, den ich je gesehen habe) und einem zünftigen Mittagessen bei Papa Joes, ging es am Nachmittag wieder Richtung Neuenburg. Schon nach einigen Kilometern begann es zu tröpfeln, dann zu regnen und als sich schließlich auch noch der Gegenwind einstellte, wusste ich endgültig, dass es nicht mein Tag war. Völlig durchnässt und steifgefroren erreichte ich nach insgesamt 120 Kilometern Neuenburg – es blieben also noch 290 zu übrig.
Am Samstag hatten unsere Gastgeber schon ein volles Programm geplant: vormittags ein Stadtbummel, Mittagessen in La Chaux-De-Fonds und abends Besuch des Winzerfestes. Vor dem Winzerfest habe ich es trotzdem geschafft, eine 60-Km Tour zu unternehmen – es fehlten also noch ca. 230 Kilometer, welche ich wohl oder übel am letzten Wetttag zurücklegen musste...







07 Oktober 2007

Ein Ausflug an den Neuenburger See

Während die halbe Welt das Münchner Oktoberfest stürmt, veranstalten die Winzer aus der Region um den Neuenburger See gleichzeitig ihr Fest in Neuchatèl.
Warum sie diese Veranstaltung Winzerfest nennen, blieb mir verborgen - hätte mir vom Namen her eher etwas Richtung Bozner Lorenzi Nacht vorgestellt.
Die Schweiz ist ja der Multi-Kulti-Staat schlechthin, dies wurde einem auch beim Festbesuch klar: Ständchen mit Spezialitäten aus aller Herren Länder, Menschen aller Hautfarben, Musik aller Stilrichtungen – sogar ein auf Tiroler Festkultur getrimmtes Zelt war vorhanden...
Für ein Städtchen mit knapp 35.000 Einwohnern haben die Stadtbewohner ein beeindruckendes Fest aufgezogen, da könnten sich die Bozner Stadtväter mal einen kleinen Anschauungsunterricht nehmen. Besonders beeindruckend die „Guggen-Musig“, eine Blasmusikkapelle, die durch die Stadt zieht und überall die so genannte Sau rauslässt.
Natürlich hat Tina die Fahrt an den Neuenburger See mitgemacht, ich musste ja noch ca. 450 km herunterstrampeln... Kurzum, das Wetter war eine einzige Zumutung. Kaum bestieg ich Tina, begann es auch schon zu regnen...Der einzige schöne Tag war der Samstag, und dort hatten unsere Gastgeber schon ein volles Programm ausgearbeitet...
So kam es, dass ich am Sonntag noch über 200 Km zu absolvieren hatte – diesmal waren aber Wille und Fleisch stark :-)
Da so manche Person (eigentlich nur eine) an meinen Aussagen zweifelt, werde ich in den nächsten Tagen meinen 30. September minutiös darlegen, in der Hoffnung, dass die letzten Zweifel ausgeräumt werden. Meine zwei Wettpartner werden also erst am Freitag effektiv wissen, ob sie nun gewonnen haben oder sich schon an die Vorbereitungen für das 50-gängige Menü machen sollten :-)

2007 - Neuchatèl