22 Januar 2008

Mein Florenz-Tagebuch – Tag 3

Nachdem ich die letzten Tage mit der Beschaffung von Stimmen für meine Wiederwahl zum Hauptmann der SK Karneid-Kardaun beschäftigt war, finde ich nach geschlagener Schlacht endlich wieder die Muße um mein Florenz-Tagebuch weiterzuführen.

Der dritte Tag in der Hauptstadt der Toskana war der absolute Höhepunkt - sei es aus kultureller als auch aus kulinarischer Sicht.

Unseren Kultur-Hunger stillten wir im Palazzo Pitti bei Dutzend und Aberdutzend Bildern. Besonders interessant jener Teil der Ausstellung, in welchem Bildnisse der Schlacht von Custozza dargestellt waren. Bilder voller Pathos aus denen die Nationalität des Künstlers klar ersichtlich ist. Nachdem wir einige Stunden durch den Palast gelustwandelt waren, war mein Tagesbedarf an Kultur gestillt.

Dies war eigentlich der einzige sonnige Tag meines Florenz-Aufenthaltes, er lud förmlich zum Bummeln ein. Während wir so dahinschlenderten standen wir plötzlich vor der „Bottega del cioccolato“ – fantastisch. Natürlich habe ich sofort ein paar handgemachte Pralinen und ein paar besondere Tafeln Schokolade (100%, 85%, 70% Kakaoanteil, mit Grüntee und mit Fleur de Sel) als Mitbringsel für ganz besondere Personen erstanden. In der Zwischenzeit habe ich mich überzeugt, dass ich die besonderste Person bin die ich kenne – die Schokolade bleibt also bei mir :-)

Nach dieser süßen Offenbarung ging es am Abend zum Cocotrippone, ein Lokal mit 26 (!) Sitzplätzen auf ca. 20m2, in dem es keine Einzeltische gibt. An unseren Tisch wurden zwei Pärchen (offenbar Feinde des Alkohols, wir haben aber den Tischdurchschnitt auf ein akzeptables Maß angehoben) mit einer sehr redseligen Dame gesetzt. Leider hatte diese eine Stimmlage, die man nicht überhören konnte... Innerhalb von ca. 15 Minuten wussten wir dass sie aus Bari stammt, ihre Heimat nicht liebt (dobbiamo tornare in terronia), nun in Turin lebt, Klavier spielt, ihre erste elektronische Orgel nur über eine Oktave verfügte, die zweite dafür schon über drei – dies war der Zeitpunkt um die zweite Flasche Chianti zu bestellen - Anschließend war es einfacher ihre Piepsstimme zu überhören. Dafür entschädigte das Essen für vieles: „Risotto della casa“ und die obligatorische Fiorentina – einfach wundervoll. Kostenlos wurden wir auch hier nicht verköstigt, aber wenn die Mahlzeit so mundet zückt man schon mal lieber die Bancomat-Karte :-)

Diesmal hatte wir auch Glück mit den Großvenedigern: 7,60€ und 8€ für jeweils 2 Stück - wahre Schnäppchen...

Florenz - Tag 3

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