07 Februar 2008

Verona – die Stadt der gebrochenen Herzen

Romeo und Julia, Corrado und Isabella (aber hallo) – Verona wird gemeinhin als die Stadt der Verliebten bezeichnet (komisch, sind ja alle auf tragische Weise aus dem Leben geschieden). Was liegt also näher, als in dieser Stadt eine Hochzeitsmesse zu organisieren? Natürlich war dies eine ausgezeichnete Möglichkeit um die Weichen für die Zukunft zu stellen und wichtige Entscheidungen zu treffen – ich durfte also nicht fehlen.

Mit den Italienischen Staatsbahnen ging es also an einem Freitag ziemlich nervös (gewisse Menschen - zum Glück nur sehr wenige - haben einfach die Macht, mich nervös zu machen :-)) Richtung Süden. Nach einer entspannenden Fahrt neben zwei Ratschschachteln kam ich in Verona an.

Da meine Messemitbesucherin irgendwo im Stau feststeckte, war ich gezwungen, mich alleine durch die Großstadt zu schlagen :-) Nachdem ich in den Stadtbus Richtung Messegelände gestiegen war, fühlte ich mich urplötzlich wieder in eine andere Weltmetropolo zurück versetzt: Rio. Wahrscheinlich war ich der einzige Busnutzer welcher der italienischen Sprache mächtig war – wahrhaft babylonische Verhältnisse...

Der Besuch der Messe war interessant und anregend zugleich (habe sogar an einem Kochkursus teilgenommen), die Stadt selbst aber ungleich aufregender. Es war mein erster Besuch in Verona, die Stadt selbst zähle ich zu den schönsten Italiens. Insbesondere die Altstadt ist eine Aneinanderreihung von Entdeckungen in den verwinkelten Gassen. Man kann förmlich die tragische Romantik bzw. die romantische Tragik „riechen“, welche Shakespeare zur Neiderschrift von „Romeo und Julia“ animiert hat.

Auch vom kulinarischen Blickpunkt aus hat sich dieser Besuch mehr als gelohnt. Von den „Maccheroncini cacao con asino stracotto“ in der „Osteria Porta Palio“, über die Fiorentina im “Il cielo di Biancaneve” (anstatt anderem Firlefanz bekommt man hier aromatisiertes Salz zum gegrillten Fleisch gereicht – sehr interessant) und „Irgendwas vom Pferd mit italienischem Maisbrei“ im „Carro armato“ – alle Speisen waren schmackhaft und die Preise angemessen. Und das Beste? Für einen Großvenediger löhnt man 2,5€ - da kannste dir auch mit einem normalen Beamtengehalt ein paar gönnen :-)

2008 - Verona


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