08 Juli 2008

Wildschwein, Chianti & Co - Ein Lagebericht aus der Toskana, Teil 4

Der Dienstag stand (nach meiner morgendlichen Ausfahrt mit Tina) wieder ganz im Zeichen der Entspannung in den Thermen.

Für den Aufschlag von 22€ hat man am Wochenende auch Zutritt zu den Ursprungsquellen des Thermalwassers, die sich in jenem Bereich der Thermenanlage befinden, in welchem man pro Kopf und Nase mindestens 200€ für eine Übernachtung löhnt.
Glücklicherweise wird dieser Preis unter der Woche auf 1€ reduziert – auch Kleinvieh macht eben Mist ;-)

Geboten wird in diesem Bereich ein großes Freibecken mit noch wärmeren Wasser (kommt ja direkt aus den Quellen), mehreren Wasserfällen und Sprudelbecken und einigen wenigen Badegästen, welchen ihren Status offen zur Schau tragen. Man muss schon sagen, irgendwie hat das Ganze schon Klasse.

Am Abend stand dann etwas ganz Besonderes auf dem Programm: der Besuch der Piano Bar im Thermenhotel (besitzt übrigens auch einen 18-Loch Golfplatz). Alles kein Problem, wenn man sich im Schlepptau einer Person befindet, welche scheinbar Gott und die Welt kennt – im konkreten Fall den Pianisten/Sänger.

Also. Bisher habe ich gewisse Dinge nur im Fernseher gesehen und ihre Existenz zumindest angezweifelt. Nun habe ich aber festgestellt, dass es sie wirklich gibt: jene Orte, in denen du vorfährst, deinen Autoschlüssel einem Hotelbediensteten in die Hand drückst und das Parken seine Sache sein lässt: So kam der Hotelboy in den Genuss neben Porsche, Mercedes und BMW auch mal mit einem Zafira zu fahren – wenn ich das geahnt hätte, hätte ich erstens mein Auto gewaschen und zweitens mein verschwitztes Radtrikot doch aus dem Auto entfernt ;-)

Die Piano Bar selbst war nichts Besonderes – bis auf den Preis: 9€ für einen Cuba Libre sind dann doch ein bisschen viel. Meine Leber hat’s jedoch gefreut ;-)

Komisch wurde es jedoch erst bei der Abfahrt. Man muss sich das so vorstellen: man geht zum Portier und teilt ihm den Wunsch mit, das Gelände mit dem eigenen Auto wieder zu verlassen. Der nimmt also Kontakt zum Parkdienst auf und teilt anschließend mit, dass in einer Minute das eigenen Auto vor dem Eingang bereit stünde. Also begibt man sich zum Eingang, sieht das Auto in der Entfernung von ca. 10 Metern geparkt, wartet auf den Beauftragten bis dieser den Schlüssel geholt, das Auto aufgesperrt und anschließend vorgefahren ist. Man drückt ihm die Hand und übergibt ganz unauffällig einige Münzen für seine Unannehmlichkeiten. Er bedankt sich und verabschiedet dich sogar beim Namen. Das nächste Mal werde ich mich schlicht und ergreifend mit Tschurtschenthaler vorstellen – möchte mal sehen wie er mit diesem Namen zurecht kommt :-)

Der Innenbereich der Thermen - zum entspannen und genießen

Wildschwein, Chianti & Co - Ein Lagebericht aus der Toskana, Teil 3

Am Montag war Kultur pur angesagt: eine Rundfahrt durch die nähere Umgebung. Auf dem Programm standen Sovana, Pitigliano und Sorano.

Diese Städte sind einerseits wegen der in ihrer Nähe gefundenen Etrusker-Gräber bekannt, andererseits handelt es sich um die berühmten „Città del tufo“ - auf Tuffstein erbaute Städte. Besonders die Ansicht Pitigliano's ist Atem beraubend. Es ist schon gewaltig was früher mit Einsatz purer Muskelkraft geleistet wurde. So kann man in einigen Geschäften noch alte Keller besichtigen, welche in den Stein gemeißelt wurden.

Eine Sünde wert ist das „Delizie di Ghiottornia“ in Pitigliano. Man findet hier alles, was das Feinschmecker-Herz so begehrt: Wildschweinragout für eine herzhafte Pasta, Gelees und Marmeladen zur Verfeinerung von Käse, einfache Frühstücksmarmeladen und allerlei verschiedene Pasta-Arten.

Da auch eine solche Rundfahrt sehr anstrengend sein kann, wurde am Abend ein Bad bei den Wasserfällen genossen. Dabei handelt es sich um jenen frei zugänglichen Bereich unterhalb der Thermenanlagen, welchen man wahrscheinlich schon mal auf Postkarten oder in Dokumentationen gesehen hat. Alternativ kann man auch meinen Pusterer Spezi fragen – er ist sicherlich im Besitz eines Fotos der Wasserfälle :-)

2008 - Toskana Teil 3


Neuigkeit: wenn ihr im Webalbum auf "Karte anzeigen" klickt, seht ihr die ungefähre Position der einzelnen Etappen

07 Juli 2008

Wildschwein, Chianti & Co - Ein Lagebericht aus der Toskana, Teil 2

Das Wetter ist einfach super, ab 8.00 Uhr beginnste schon beim bloßen herumsitzen zu transpirieren wie ein Eskimo am Äquator :-)

Dieser Umstand hat mir aber auch den ersten toskanischen Sonnenaufgang meines Lebens beschert. Um der ärgsten Tageshitze zu entgehen, beschlossen Tina und ich, unsere gemeinsame Ausfahrt bereits um 6.00 Uhr zu starten. Die frische, klare Luft und dazu die ersten Sonnenstrahlen auf den toskanischen Hügel – einfach himmlisch.

Anschließend ging es in die Thermenanlage, und - man staune – man gewöhnt sich sogar an den Geruch :-). Der Eintritt ist mit 27€ zwar recht happig (Tageskarte plus Sonnenschirm und Liege), die Qualität und Abwechslung ist aber gegeben. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass diese Thermengeschichte erst im Herbst/Winter richtig interessant ist: bei 30 Grad im Schatten erfrischt dich ein Bad im 37 Grad warmen Wasser nicht wirklich... Aber scheinbar regt es die Libido an: am späten Nachmittag konnte man mehrere Pärchen beim wilden Geknutsche im Wasser beobachten – möchte nicht wissen, was hier beim Nachtbetrieb so los ist :-)


2008 - Toskana Teil 2

Wildschwein, Chianti & Co - Ein Lagebericht aus der Toskana, Teil 1

Endlich in Saturnia angekommen, in der tiefsten toskanischen Maremma. Ich kenne eigentlich keinen anderen Ort - nun da der Pasquali-Hügel ja Geschichte ist - an welchem das geflügelte Wort "Immer der Nase nach" besser zutreffen würde: dort wo die Luft nach einem Lastwagen voller verfaulter Bioland-Eier duftet, dort sind die Thermen von Saturnia :-)

Die Herberge dafür ein Traum: weitläufiger Park, himmlische Aussicht auf die toskanischen Hügel, Ruhe (viel Ruhe) und ein Gastgeber, der sich sofort danach erkundigt, ob wir etwas aus seinem Weinkeller gebrauchen könnten ;-)

Das Dorf Saturnia hat sich seit meinem letzten Aufenthalt vor ca. 7 Jahren nicht im Geringsten verändert. Man hat immer noch das Gefühl, am Ende der Welt angelangt zu sein – zugegebenermaßen jenes Ende mit dem teuersten Weinkeller den ich kenne. Wer zufällig mal in dieser Gegend unterwegs ist, sollte unbedingt das zweite Restaurant/Önothek auf der rechten Seite des wahrlich überschaubaren Hauptplatzes einer näheren Betrachtung unterziehen. Den Namen habe ich leider vergessen – meine Gedanken waren zu sehr damit beschäftigt, den Wert meines Weinkellers zu schätzen J

Tipp für das Abendessen: „La Trattoria Mazzini“ – ein nettes Lokal in Zentrumsnähe (wobei in Saturnia eigentlich alles in Zentrumsnähe ist) mit interessanten Speisen, einem ebenso interessanten Weinkeller und überaus interessanten Preisen ;-)

Dicken Kuss an Johanna :-)

Was bisher geschah – die letzten Wochen im Schnelldurchlauf

13. Juni: die letzte Grillerei in der Mair-Wiesn. Dazu EM-Spiele kucken und abschließendem
Freiheit-für-Kuba-Protesttrinken.

Die Tifosi packen ihre Fanartikel weg. Die Enttäuschung ist ihnen dabei deutlich ins Gesicht geschrieben


14. Juni: Teilnahme Hochzeit Fahnenleutnant SK Karneid-Kardaun mit abschließendem Mein-Fliager-ist-abgestürzt-Gedächtnistrinken.

15. Juni: Verspätete Abreise nach Venedig. Verspätung durch Benutzung des falschen Zuges von Verona nach Venedig wieder aufgeholt, böse Blicke der Zugbegleiterin geerntet. Rückreise am späten Abend – interessant was die Nacht so alles mit dem Zug fährt...

16. Juni bis 27. Juni: Vorbereitungen auf 4-wöchigen Urlaub. Entwendung sämtlicher Grillstellen in der Mair-Wiesen durch Unbekannt. Verdachtsmomente und Teilgeständnisse vorhanden.

Wo vorher eine Grillplatte war - gähnende Leere

Hagel über Bozen. Kürbisplantage wird in Mitleidenschaft gezogen.


27. Juni: Fertig isch :-)