Für den Aufschlag von 22€ hat man am Wochenende auch Zutritt zu den Ursprungsquellen des Thermalwassers, die sich in jenem Bereich der Thermenanlage befinden, in welchem man pro Kopf und Nase mindestens 200€ für eine Übernachtung löhnt.
Glücklicherweise wird dieser Preis unter der Woche auf 1€ reduziert – auch Kleinvieh macht eben Mist ;-)
Geboten wird in diesem Bereich ein großes Freibecken mit noch wärmeren Wasser (kommt ja direkt aus den Quellen), mehreren Wasserfällen und Sprudelbecken und einigen wenigen Badegästen, welchen ihren Status offen zur Schau tragen. Man muss schon sagen, irgendwie hat das Ganze schon Klasse.
Am Abend stand dann etwas ganz Besonderes auf dem Programm: der Besuch der Piano Bar im Thermenhotel (besitzt übrigens auch einen 18-Loch Golfplatz). Alles kein Problem, wenn man sich im Schlepptau einer Person befindet, welche scheinbar Gott und die Welt kennt – im konkreten Fall den Pianisten/Sänger.
Also. Bisher habe ich gewisse Dinge nur im Fernseher gesehen und ihre Existenz zumindest angezweifelt. Nun habe ich aber festgestellt, dass es sie wirklich gibt: jene Orte, in denen du vorfährst, deinen Autoschlüssel einem Hotelbediensteten in die Hand drückst und das Parken seine Sache sein lässt: So kam der Hotelboy in den Genuss neben Porsche, Mercedes und BMW auch mal mit einem Zafira zu fahren – wenn ich das geahnt hätte, hätte ich erstens mein Auto gewaschen und zweitens mein verschwitztes Radtrikot doch aus dem Auto entfernt ;-)
Die Piano Bar selbst war nichts Besonderes – bis auf den Preis: 9€ für einen Cuba Libre sind dann doch ein bisschen viel. Meine Leber hat’s jedoch gefreut ;-)
Komisch wurde es jedoch erst bei der Abfahrt. Man muss sich das so vorstellen: man geht zum Portier und teilt ihm den Wunsch mit, das Gelände mit dem eigenen Auto wieder zu verlassen. Der nimmt also Kontakt zum Parkdienst auf und teilt anschließend mit, dass in einer Minute das eigenen Auto vor dem Eingang bereit stünde. Also begibt man sich zum Eingang, sieht das Auto in der Entfernung von ca. 10 Metern geparkt, wartet auf den Beauftragten bis dieser den Schlüssel geholt, das Auto aufgesperrt und anschließend vorgefahren ist. Man drückt ihm die Hand und übergibt ganz unauffällig einige Münzen für seine Unannehmlichkeiten. Er bedankt sich und verabschiedet dich sogar beim Namen. Das nächste Mal werde ich mich schlicht und ergreifend mit Tschurtschenthaler vorstellen – möchte mal sehen wie er mit diesem Namen zurecht kommt :-)

