27 Februar 2008

Weisheiten des Lebens - Warum man immer den Beipackzettel lesen sollte

Wer kennt es nicht, das Gefühl einer pelzigen Zunge nach einer Nacht mit viel Wein, Weib und Gesang :-) Nun, am Montag Morgen sah meine Zunge so aus:


Als Kind der Internetgeneration googelte ich natürlich sofort nach dem Begriff "Schwarze Zunge" und Bingo - Wikipedia wusste Bescheid: Nigritis linguae oder schwarze Haarzunge (da sollten auch noch Haare wachsen?!?). Gründe? Antibiotikatherapie, Rauchen, Niacinmangel oder Lebererkrankungen. Antibiotika war nix, Tabakkonsum seit Tagen eingestellt, unter Vitaminmangel leide ich auch nicht - für mich stand die Diagnose fest: meine Leber hatte endgültig die Schnaunze voll...
So schlimm ist mein Trinkverhalten dann doch wieder nicht, also machte ich mich auf der Suche nach der Ursache. Mein erster Gedanken war auch schon der Richtige. Seit dem Gemetzel beim Zahnarzt verwendete ich ein spezielles Mundwasser, welches sich besonders bei offenen Wunden in der Mundhöhle eignet. Ein Anruf bei meinem 4-Weißheitszähne-auf-einmal-Entferner brachte die Gewissheit: typisches Syntom bei übermäßiger Verwendung des Mundwassers und ob ich den Beipackzettel nicht gelesen hätte...
Deshalb meine lieben Leserinnen und Leser: werft immer einen Blick auf die Beipackzettel der Medikamente - so mancher Schreck könnte euch erspart bleiben ;-)

18 Februar 2008

2008 - Das Jahr der Veränderungen

So oder so ähnlich stand es in einem der unzähligen Horoskope geschrieben, welche ich zum Jahreswechsel auf der Suche nach aufmunternden Vorhersagen verschlungen hatte.
Veränderungen hat es bereits gegeben, meistens haben sie sich in meinem Gesicht abgespielt :-)

1. Veränderung: im Anschluss an ein Meeting auf Burg Karneid knallte ich aus bisher ungeklärter Ursache Kopf voraus auf den Boden. Daraus resultierten gut sichtbare Abschürfungen im Gesicht, welche tags darauf anlässlich der Sebastianifeier der Schützenkompanie Karneid-Kardaun zu wüsten Spekulationen Anlass gaben. Eine Theorie besagte, dass ich mir diese Verletzungen im Kampf um die Stimmen für meine Wiederwahl zugezogen hatte ;-)


2. Veränderung: kaum waren die Sturzwunden verschwunden, nahm ein so genanntes Gerstenkorn Besitz von meinem linken Auge. Nichts Schlimmes (war nich einmal ein Foto wert), nach einem Tag war alles wieder verschwunden.


3. Veränderung: jeder Häuselbauer kennt diese Situation, früher oder später geht das Geld schneller raus als rein. Da kam mir das Angebot meines Zahnarztes: "Zieh 4, zahl 2" gerade recht, um mich von meinen Weißheitszähnen zu befreien. So ging es also frohen Mutes an einem Montag nach der Arbeit zu meinem Zahnarzt, welcher mich auch schon sehnsüchtigst erwartete. Nachdem mir meine im Laufe der Tage durch meine Bekannten eingeredeten Bedenken ausgeredet worden waren, ging es an die Narkose. Spätestens beim Anblick der rießigen Spritze hatte sich mein Tiroler Heldenmut durch die Türe verabschiedet. Nachdem der Onkel Doktor 4 mal
nachgeladen und somit alle meine Weißheitszähne beglückt hatte, ging es ans Eingemachte. Schmerz kannte ich aufgrund der Elefantendosis nicht mehr, mein ganzes Gesich samt Ohren und Zunge fühlte sich irgendwie taub an - eine meiner Bekannten hätte sicherlich gesagt, ich hätte einen dümmlichen Gesichtsausdruck ;-). Leider war mein Hörnerv nicht betäubt worden und so konnte ich den ganzen netten Geräuschen von irgendwelchen Abbruchhämmern, Stemmeisen, splitternden Zähnen und Bohrern lauschen...
Nach etwas mehr als einer Stunde war der Spuk vorbei und das Ergebnis konnte sich sehen lassen:

07 Februar 2008

Verona – die Stadt der gebrochenen Herzen

Romeo und Julia, Corrado und Isabella (aber hallo) – Verona wird gemeinhin als die Stadt der Verliebten bezeichnet (komisch, sind ja alle auf tragische Weise aus dem Leben geschieden). Was liegt also näher, als in dieser Stadt eine Hochzeitsmesse zu organisieren? Natürlich war dies eine ausgezeichnete Möglichkeit um die Weichen für die Zukunft zu stellen und wichtige Entscheidungen zu treffen – ich durfte also nicht fehlen.

Mit den Italienischen Staatsbahnen ging es also an einem Freitag ziemlich nervös (gewisse Menschen - zum Glück nur sehr wenige - haben einfach die Macht, mich nervös zu machen :-)) Richtung Süden. Nach einer entspannenden Fahrt neben zwei Ratschschachteln kam ich in Verona an.

Da meine Messemitbesucherin irgendwo im Stau feststeckte, war ich gezwungen, mich alleine durch die Großstadt zu schlagen :-) Nachdem ich in den Stadtbus Richtung Messegelände gestiegen war, fühlte ich mich urplötzlich wieder in eine andere Weltmetropolo zurück versetzt: Rio. Wahrscheinlich war ich der einzige Busnutzer welcher der italienischen Sprache mächtig war – wahrhaft babylonische Verhältnisse...

Der Besuch der Messe war interessant und anregend zugleich (habe sogar an einem Kochkursus teilgenommen), die Stadt selbst aber ungleich aufregender. Es war mein erster Besuch in Verona, die Stadt selbst zähle ich zu den schönsten Italiens. Insbesondere die Altstadt ist eine Aneinanderreihung von Entdeckungen in den verwinkelten Gassen. Man kann förmlich die tragische Romantik bzw. die romantische Tragik „riechen“, welche Shakespeare zur Neiderschrift von „Romeo und Julia“ animiert hat.

Auch vom kulinarischen Blickpunkt aus hat sich dieser Besuch mehr als gelohnt. Von den „Maccheroncini cacao con asino stracotto“ in der „Osteria Porta Palio“, über die Fiorentina im “Il cielo di Biancaneve” (anstatt anderem Firlefanz bekommt man hier aromatisiertes Salz zum gegrillten Fleisch gereicht – sehr interessant) und „Irgendwas vom Pferd mit italienischem Maisbrei“ im „Carro armato“ – alle Speisen waren schmackhaft und die Preise angemessen. Und das Beste? Für einen Großvenediger löhnt man 2,5€ - da kannste dir auch mit einem normalen Beamtengehalt ein paar gönnen :-)

2008 - Verona