24 Oktober 2008

Aus gegebenem Anlass - für Unentschlossene

Am Sonntag ist es wieder einmal soweit: wir wählen den Süd Tiroler Landtag und somit bestimmen wir, wer sich in den nächsten 5 Jahren am Futtertrog bedienen darf.

Die Auswahl an Kandidaten ist groß, glücklicherweise werden wir mit allerhand Wahlwerbung überschüttet, in welcher die Vorzüge der Auftraggeber oft sehr treffend dargestellt werden.

So erfahren wir, dass das Herz von Peter, den man auch Hans rufen kann, plötzlich Munter für seine Heimat schlägt - zumindest bis Sonntag 22.00 Uhr...

Interessant auch die 5 tatkräftigen Herren. Wer im Anzug Bäume pflanzt, ist sicherlich dazu befähigt, unser Land zu führen...

Nett das Foto der SVP-ArbeitnehmerInnen: schwarze Hose, weisse Weste - da fühlt man sich von Saubermännern/Frauen umgeben. Ist aber schon lustig wer sich alles als ArbeitnehmerIn bezeichnet.

Besonders schön finde ich immer die perönlichen Briefe  und da haben sich die Blauen besonders hervorgetan: einmal Lieber Andreas...Pius, Ulli und Arnold und kurz darauf Lieber Andreas...Pius, Ulli und Sigmar. Naja, war dann wohl doch nicht so persönlich, oder warum sollten die Ulli und der Pius mir 2 Karten schreiben wenn ich nur eine Stimme habe?

Beste Idee im Wahlkampf? "Ich verzichte auf die Verteilung von Wahlgeschenken...und spende bei erfolgreicher Wahl einen Euro für jede erhaltene Vorzugsstimme an eine bedürftige Südtiroler Familie." Leider steht der Kandidat auf der falschen Liste...

Zumindest Romantiker tun sich bei dieser Wahl leicht: was wäre das nächtliche Firmament auch schon ohne seinen hellsten Stern?

Abschließend noch ein besonders guter Wahlspruch:

Aus dem Volk - für das Volk.

Aus dem Volk kommen wohl alle, manche haben's leider vergessen... Viel Spass beim Wählen ;-)


15 Oktober 2008

Mein Urlaub 2008 - Auf den Spuren der Tempelritter

Nachdem wir uns endlich an den Geruch fauler Eier, an den Bianco di Pitigliano, an den Morellino di Scansano und an Wildschwein in jeglicher verdaubarer Form gewöhnt hatten, war es auch schon wieder an der Zeit, Saturnia zu verlassen - nicht ohne jedoch vorher einige Andenken für meinen Weinkeller zu besorgen. Freue mich schon auf eine nette Weinverkostung mit Johanna ;-)

Nächste Etappe in unserer Urlaubsplanung war Venedig und da uns noch genügend Zeit zur Verfügung stand, entschieden wir uns für eine Bummeltour quer durch den Stiefelstaat. So ging es also zunächst durch das Latium bis nach Umbrien. Diese beiden Regionen sehen der Toskana sehr ähnlich - mit dem großen Unterschied, dass sie touristisch bei weitem nicht so überloffen sind.

Unsere erste Etappe war Orvieto im Herzen Umbriens. Die Stadt liegt atemberaubend auf einem Hügel und besticht nicht nur durch das gute und preiswerte Essen (Davon kann man in Bozen nur träumen...).
In den letzten Jahren habe ich so manches Bauwerk in Rom, Venedig, Verona, Florenz und Kardaun bestaunen können, vom Dom in Orvieto war ich aber besonders überrascht. Mitten in der tiefsten Provinz erhebt sich urplötzlich ein Bauwerk in den Himmel, welches den weit berühmteren in den anderen italienischen Zentren der Kultur - zumindest meiner Meinung nach - in nichts nachsteht.
Besonder interessant die Geschichte des Doms. Scheinbar machten die Tempelritter auf ihren Reisen aus und in das Heilige Land oft und gerne hier Station. Der Legende nach soll auf den Eingangsportalen das Versteck des heiligen Grals verborgen sein - trotz intensiver Suche habe ich leider nichts gefunden :-(

Nach einem Kurzstopp in Città di Castello ging es weiter nach Chioggia. Chioggia wird ja gerne als Kleinvenedig bezeichnet, großer Unterschied ist der hektische Verkehr. Gerast wird immer und Überall, wenn dich einer auf dem Gehsteig niederstreckt, haste eben Pech gehabt...

Spät in der Nacht in Venedig angekommen, eröffnete sich uns ein ganz neuer Ausblick: das erste Mal konnte ich die neue Brücke des Calatrava über den Canale Grande bestaunen. Dabei handelt es sich um die 4. Brücke innerhalb weniger 100 Meter über den Canale Grande - fast schon Bozner (Talferwiesen) Verhältnisse... Bleibt nur noch herauszufinden, wer von den beiden Busenfreunden Durnwalder und Galan als erstes die Idee für diese Beglückung der Bevölkerung hatte...

2008.07.02 - Saturnia-Venedig

09 Oktober 2008

Aus gegebenem Anlass - die Landtagswahlen 2008

Nicht mehr lange, und wir brocken uns mal wieder die Suppe für die nächsten 5 Jahre ein. Besonders auffallend , dass man mit einfachen Wahlgeschenken keinen Hahn mehr zum krähen bringt. Besonders beliebt sind heuer runde Welsberger Tische, Feierabendbiere mit einem schnellen Bürgermeister, Internettagebücher eines Obmanns und - ganz interessant - ein eigener Fernsehsender für eine weiße Alpenblume.

Brandneu die blaue Reaktion: http://www.sigmar-stocker-tv.com Schaut's euch mal den Besuch beim Landeshauptmann an - einfach genial :-)

Um einige zu beruhigen: ich bin höchstens hellblau, orange liebe ich nur in flüssiger Form und höchstens wenn ich meinen Arbeitskollegen mal wieder ein 3:0 unter die Nase reiben kann und Rapunzel ist auch nicht ganz auf meiner Wellenlänge. Und dem ehemaligen Schützenkameraden kann man wohl auch nicht mehr trauen...

Idealerweise haben sich heuer einige intelligente Personen was Nettes für Unentschlossene infallen lassen: www.wahlkabine.it. Probiert es einfach, ist ganz lustig.

08 Oktober 2008

Lange ist's her - wenn Erinnerungen wach werden

Auf den Tag genau vor 3 Monaten - einen Tag vor meinem 35. Geburtstag (an alle Glückwünscher: loss Donk woltn) - gab es den letzten Eintrag auf dieser Seite. Danach hat ein tiefes postferiales Loch Besitz von mir ergriffen.

Aufgelockert wurde diese triste Stimmung nur von Johannas Lächeln und von einigen lustigen Mahnschreiben der am Ausbau meiner Wohnung beteiligten Personen, welchen ich mit noch viel lustigeren Antwortschreiben entgegnete. Erwähnenswert ist sicherlich auch noch mein Kleinkrieg mit meinem derzeitigen Telefonanbieter. Dieser Geschichte werde ich demnächst aber einen eigenen Beitrag widmen - sofern mir der Wind nicht den Telefonanschluß kappt...

Nun werden sich einige Leser dieser Seite fragen: was ist geschehen? Ist die Zeit der postferialen Krise vorbei? Warum beglückt er die Menschheit wieder mit seinem Schmäh?

Schuld ist der Sender 3Sat, welcher gestern und heute die Dokumentation "Abenteuer Amazonas" ausstrahlte. Sofort fühlte ich mich an jene Sorgen freie Tage ohne neue deutsche Rechtschreibung, ohne Einheitstext, ohne Mahnschreiben, ohne aufdringliche Wahlwerbung dafür
aber mit drittklassigem Bier, 36-stündigem Fasten und ebensolanger Weigerung eine Ganzkörperwaschung vorzunehmen, zurückversetzt. Und sofort musste ich diese Seiten besuchen um nochmals im Geiste jene Tage auf dem Amazonas zu erleben...

Und nachdem ich meine Berichte jener Tage aufgesaugt
(Gruß an Didi) hatte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: da gab es doch auch heuer was, etwas Interessantes, Geschichten die ich unbedingt der Menschheit mitteilen muss. Die Angst um meine Feder, zum Beispiel , meine Erleichterung in Innsbruck, warum man Zimmer immer schriftlich bestellen sollte und warum Umbrien die bessere Toskana ist.

Besucht
deshalb in den nächsten Tagen fleissig diese Seiten, und vergesst nicht umso fleissiger auf die Verknüpfungen auf der rechten Seite zu klicken - mein Innenarchitekt wird euch dankbar sein...