26 Juli 2009

Ab in die Elfenbeinküste - C'est l'expérience qui fait la différence

Zurück aus dem tiefen, tiefen Wald mit der braunen, braunen Hütte, stellten wir uns auf ein paar erholsame Strandtage ein. Denkste...
Bald schon hatte sich in der Stadt herum gesprochen, dass "le blanches" zurückgekehrt waren und frisches Geld mitgebracht hatten. Ergo verging nicht viel Zeit, und die ersten Strandverkäufer wurden bei uns vorstellig.

Und so kam es, dass ich 6000km von zu Hause eine Jeanshose zweifelhafter Herkunft um 45€ erstenden habe, welche mir höchstens zwischen dem Ende des Weichnachtsmarktes und dem Beginn der Radsaison passt... Aber der Typ fand einfach die richtigen Worte "Es geht mir schlecht, wahrscheinlich Malaria" - und schon hatte ich die Hose gakauft und auch noch 5000cfr darauf gelegt, damit er auch wirklich ganz schnell zur Apotheke laufen und sich dort ein bisschen Medizin kaufen konnte. Und wahrlich, am nächsten Tag sprang der Typ wieder vom prallen Leben gepackt auf dem Strand herum...

Dieser Tage lernte ich auch Noemi kennen, welche es mit ihren magischen Händen geschafft hat, alle meine Versteifungen zu lösen. Normalerweise stehe ich ja nicht unbedingt auf diese Sachen (schon gar nicht mitten am Strand), aber nachdem sich ihr bereits meine Reisebegleiterinnen anvertraut hatten, überwand auch ich meine Zweifel. Und wahrlich, nach dieser Strandmassage fühlte ich mich wie neu geboren und bereit für den Großglockner :-)

An einem Tag stand der Besuch von Assinie auf dem Programm. Assinie liegt ca. 40Km von Grand Bassam entfernt und war vor Ausbruch des Bürgerkrieges DIE Touristendestination der Elfenbeinküste schlechthin. Heute findet man dort noch die Überreste des "Club Med" und "Valtur". Die Afrikaner sind schon ein komisches Völkchen. Anstatt diese Strukturen für sich zu nutzen, haben sie alles zerstört und hausen lieber in ihren Baracken...
Eine nette Geschichte zu diesem Tag: ein Einheimischer - die auch hier von Touristen angezogen werden wie die Motten vom Licht - erzählte uns, dass es in der Elfenbeinküste üblich sei, den Einheimischen einen kleinen Obulus zu hinterlassen, sobald man einen neuen Strand betritt. Normalerweise besteht dieser Obulus aus Bonbons für Kinder, da er aber kein Kind mehr sei, gäbe er sich auch mit Geld zufrieden...

Besonders gut erinnere ich mich an jene Nacht, in der die Stomversorgung ausgefallen war. Wahrscheinlich geschieht die des Öfteren, und deshalb war unsere Herberge auch mit einem Generator ausgestattet. Nur dumm, dass die Zimmerklimaanlage nicht an diese Leitung angeschlossen war. Dumm deshalb, da die Klimaanlage das wirksamste Mittel gegen Mücken ist. Und so fand ich mich um ca. 3 Uhr in der Früh wieder, wie ich heldenhaft drei Mücken zur Strecke brachte - leider erst, nachdem sie bereits zugestochen hatten. Aber da ja allgemein bekannt ist, dass Weibchen (das sind die bösen) selten den ersten Schritt machen, wird schon alles gut gegangen sein ;-)

Ab in die Elfenbeinküste - C'est l'expérience qui fait la différence

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