11 Juli 2010

Tage der Planlosigkeit: 11. Juli 2010 - Von Bussolengo nach Governolo

Fruehmorgens um 7.00 Uhr gings weiter, obwohl es sicherlich interessant gewesen waere, die offenherzigen Wirtstoechter in ihrem Sonntagsgewaendchen zu sehen :-) Bei diesen Temperaturen sind die Morgenstunden aber Goldes wert.
Da ich den weiteren Verlauf des Radweges schon am Vorabend aus den Augen verloren hatte, gings mal ganz unmotiviert durch die Gegend. Schliesslich traf ich auf den Radweg Richtung Verona, und rein theoretisch liegt das ja auch suedlich.
Nach einigen Kilometern war ich in Verona angekommen, wo es mal zum genuesslichen Fruehstuecken im Schatten der Arena ging.
Und hier nahm das Unglueck dann auch seinen Lauf - Verona ist eben die Stadt in der Tragoedien angesiedelt sind... Ungefaehr 4 Stunden vergingen, bis ich endlich wieder aus der Stadt draussen war...
Und hier meine erste Weisheit fuer Radfernreisen: Halte dich von Staedten fern - unnoetiger Zeitverlust.
Gegen 13.00 Uhr war ich in Valeggio sul Mincio angekommen, von wo weg ich auf meinen erstanden Reisefuehrer mit dem klangvollen Namen "Ciclopista del Sole - in bicicletta dal lago di Garda a Firenze" zaehlen konnte. Dieser kann uebrigens gegen einen kleinen Unkostenbeitrag bei mir ausgeliehen werden ;-)
Laengs des Mincio gings also Richtung Mantua, wo ja auch ein anderer beruehmter Sued-Tiroler begraben liegt. Der Radweg selbst ist ungefaehr so interessant wie der Radweg zwischen Bozen und Salurn - Abwechslung ist hier nicht vorhanden.
Mantua ist aber sicherlich einen Abstecher wert, bereits der Anblick der beiden Stadtseen lassen Urlaubsstimmung aufkommen :-)
Leider hatte wurde meine erste Radfahrerweisheit zur Gaenze bestaetigt, aber mit Hilfe meines Radfuehrers und meines Kilometerzaehlers wurde es dann doch was.
Und hier meine zweite Radfernreisenweisheit: suedlich der Salurner Klause existiert keine Mindestbreite fuer Radwege. ruhig mal dem Fuehrer vertrauen...
Immer auf dem Damm des Mincio gings Richtung Sueden, bis es mal wieder Zeit zur Herbergsuche wurde - diesmal in Governolo.
Nach einer kurzen Tour durch das Dorf Panik pur: gibs hier ueberhaupt eine Absteige? Der freundlichen Unterstuetzung einiger Einheimischer ist es zu verdanken, dass ich das "Maison des amis" gefunden habe, diesmal wohl Kategorie "Stundenmotel"...
Ueber das Zimmer wollen wir mal keine Worte verschwenden, das Essen war aber sehr bereichernd: Kuerbis-Tortelli mit Salsiccia Mantovese war eine sehr interessante Kombination, die Tagliata auch gut. Sehr gut: Lanbrusco mantovano. 30€ sind hier sicherlich akzeptabel.




20100711 - Von Bussolengo nach Governolo

10 Juli 2010

Tage der Planlosigkeit: 10. Juli 2010 - Von Bozen nach Bussolengo

Spaeter als geplant - ganz planlos eben - ging es gegen halb zehn Richtung Sueden. Zunaechst ueber altbekannte Radwege bis nach Borghetto an der Etsch, und von dort immer schlechter ausgeschildeter Strassen und Wege entlang der Claudia Augusta (denke ich mal zumindest) noch weiter ins Land, in dem die Zitronen bluehen, hinein.
Was soll ich sagen? Das Wetter war sonnig, bei angezeigten 40 Grad haben Schweissperlen keine Chance - da laufen dir schon ganze Fontaenen ueber die Stirn runter.
Im Laufe der Jahre habe ich sowas wie eine goldene Regel entwickelt: bis 19.00 Uhr wird gestrampelt, anschliessend geht's an die Herbergsuche. Und diesmal trafs das "Albergo ai Perseghi" - von mir spontan in "Das Wirtshaus der offenherzigen Wirtstoechter" umbenannt - in Bussolengo in der Naehe von Verona.
Das Zimmer war vom Typ "Einer Frau nicht zumutbar", dafuer war das Abendessen recht guenstig: 10€ fuer Bigoli mit Ragù, Rindscarpaccio mit Rauke und Parmesan und zwei grossen Heineken dazu koennen sich sehen lassen.
Und auch der Sieg der deutschen Fussballer ueber Uruguay trug zu meiner durchaus guten Stimmung bei :-)


Tage der Planlosigkeit

Nachdem letztens abzuliefernde Gebaeudelisten, aufzulistende Zustaendigkeiten, Zielvereinbarungen und so weiter und so fort mein planerisches Geschick auf eine harte Probe gestellt hatten, sollen die naechsten Tage ganz im Zeichen einer grossen Planlosigkeit stehen. Einziges Ziel: so weit als moeglich Klima neutral nach Sizilien zu gelangen. Und was liegt da naeher, als einige Etappen auf Tina zurueckzulegen, nachdem mir ja einige meiner Arbeits"Kollegen" ausgezeichnete Treter-Eigenschaften bescheinigen :-)
Habe mich auch im I-Net schlau gemacht, da gibt es doch tatsaechlich die EuroVelo 7, einen Radweg, der vom Nordkap bis nach Malta fuehrt. Der italienische Teil dieser Route nennt sich "Ciclopista del sole", und diesen moechte ich zumindest teilweise erstrampeln.
Praeventiv habe ich Tina neue Reifen verpasst. Nun ist sie so profillos wie so mancher unserer gewaehlten Volksvertreter - so sollte es aber ein ganzes Stueckchen leichter durchs Leben gehen ;-)

09 Juli 2010

Ab in den Süden

Zunächst einmal ein großes Dankeschön für die vielen Geburtstagsglückwünsche. Ist immer erfreulich, wenn sich Bekannte an jemanden denken :-)

In der Zwischenzeit ist das Säckerl für den Rücken gepackt, Tina ist bereit und es steht nichts mehr meiner Sizilien-Treterei im Wege - außer vielleicht die ungenügende Ausschilderung der italienischen Radwege :-)

Ich wünsch euch was, schaut manchmal vorbei und klickt fleißig auf die Links auf der rechten Seite. Ein Gruß

Und die Jahre ziehen in's Land (DtH)

Habe ich am 9.Juli 2009 noch Holzbalken in den Boden gerammt, geht's jetzt schon ein bisschen mehr Richtung Pensionierung: 2010 gings anlässlich meines Geburtstages mit einer weiteren Hundertschaft Pensionisten Richtung Rittner Horn... Wos solls. Spass hots gmocht und wochsn tuats alluan a :-)

20100709 - Mair Wiesn II

30 Juni 2010

"Muttersprache, wohin?" oder "Ein Schelm, wer Böses dabei denkt"

Wer aufmerksam durchs Leben schreitet, trifft manchmal schon auf urkomische Situationen. So zum Beispiel gestern, als mein leerer Kühlschrank und mein leerer Magen nach ein bisschen Gesellschaft bettelten.
Ich war gerade mit der Auswahl der Nudel beschäftigt, als vom Nebengang her laut und deutlich vernehmbar war: "Mir brauchen weisse piselli". Aha.

Ich kann mich noch gut an eine Situation in meinem Leben erinnern, als ich ausgelacht wurde, weil ich die "Erbsengasse" in Bozen mit "Vicolo dei piselli" übersetzte. War seinerzeit auch nicht ganz falsch, weil dort dazumal gerade das "Casavova" eröffnet hatte ;-)

An der Bezahlstelle traf ich dann wieder auf diese beiden jungen und zugegebenermaßen äußerst hübschen Damen, welche für meinen Geschmack jedoch ein bisschen hektisch und laut unterwegs waren. Und so konnte ich zwischen meinem Gespräch mit der (un)sympathischen Kassiererin unfreiwillig nur den folgenen Satzfetzen hören "...du mochschs mir jo a oft". Aha. Aber oft trügt eben der Schein und es braucht eben alle Informationen um eine Situation korrekt beurteilen zu können. An dieser Stelle ein Gruß an Johanna ;-)


29 Juni 2010

Einladung zum Abend des Rasenmähens

Schon im großen Buche der Mair-Wiesen II stehet geschrieben:
"Sobald ein neuer Mäher des Rasens bricht einen Halm des Grases deines Feldes, sollest du feiern ein Fest mit deinen Freunden und Bekannten, und öffen den Schranke der kühlt, und herausnehmen die Sachen die in Kürze von uns gehen und diese anbieten den Leuten die gekommen, damit diese Sachen diesen Leuten Freude und Labsal bereiten, damit sie haben Kraft für die lange Zeit, in der du dir die sizilianische Sonne auf deinen Bauch und dein spärlich behaartes Haupte scheinen lässt."

Weiters steht geschrieben:
"Und zu trinken sollest du ihnen geben dieses Getränk mit italienischem weissen Weine der perlt und dazu sollest du geben den eingedickten Saft der weissen Blüte und nehmen die Blätter dieser grünen Pflanze die in deinem Garten wächst, damit sie in deiner Abwesenheit nicht wuchert und den Trompeten der Engel die Sonne und die Kraft nimmt."

Auch interessant:
"Sollten deine Freunde und Bekannten spätabends nicht mehr finden den Wege heim, dann sollest du zu deinem tätowierten Nachbarn gehen und dir leihen einen seiner Hunde, damit diese Hunde geleiten deine Freunde und Bekannten sicher nach Hause."

Lasst euch also an diesem Donnerstag, 1. Juli bei mir in Kardaun blicken, dann gibs mindestens wos zu trinken. Des isch a gleichzeitig meine offizielle Geburtstogs/Einweihungs/Ab in den Urlaub-Feier, eingloden seids also worden, will drnoch nix mehr hearn. Anmeldung trotzdem erwünscht ;-)

Grüße derweilen

PS: Teilnehmerzahl aufgrund der beschränkten Anzahl an zur Verfügung stehenden Tellern auf 6 Einheiten beschränkt.


Woran erkennt man eigentlich...

...dass die italienischen Fußballer bei der WM bereits ausgeschieden sind?

Weil auf dem Radweg Innichen-Lienz wieder das totale Chaos herrscht...

Immerhin scheint azzurblau im Sommer 2010 nicht eine Modefarbe zu sein. Am Samstag zumindest, als ich mit meiner getreuen Tina von Innichen Richtung Lienz pedalierte, gab es nur einen Verwegenen, der sich mit dem Dress des Ex-Weltmeisters sehen ließ.
Dafür gab es dutzende andere, welche sich wie einfallende Horden auf den Weg Richtung Lienz machten.
Nachdem ich beinahe einige italienische Großfamilien auf empfindliche Weise reduziert hätte (mit meinen 8x kg bin i uanfoch a bissele schneller), kam ich endlich in Lienz an, wo ich von einem herzlichen "Benvenuti a Lienz" begrüßt wurde.
Nachdem der Suche nach der deutschen Übersetzung kein Erfolg beschienen war, machte ich mich wieder auf dem Rückweg um mein Geld in Süd-tirol auszugeben, damit unsere Wirtschaft gedeihe und ein kleiner Teil meiner Ausgaben doch dem AVS zufließen möchte, damit er endlich doch diese 2-sprachigen Wegebeschilderung anbringen möchte womit wir dann auch so touristenfreundlich wie unsere Nachbarn wären.

Mit dem beruhigenden Wissen, dass sich auch andere um des Tourismus Willen prostituieren gings wieder Richtung Heimat, nicht ohne ein paar p.... c... zum Besten zu geben, sobald mal wieder eine/r auf meiner Seite des Radweges  auftauchte ;-)


Der süße Duft der Freiheit

Nachdem in den letzten Monaten mehrere tropische Wirbelstürme biblischen Ausmaßes (die bösen sind immer weiblich...) meine (Schreib)Lust unter einer meterhohen Schlammschicht begraben hatten, erfüllt mich das Wissen um meine kurz bevorstehende 4-wöchige Büro-Abwesenheit wieder mit neuer Kraft und Lust :-)
Schaut also die nächsten Tage und Wochen wieder regelmäßig vorbei, wenn es dann heiß: "Ein Süd-Tiroler auf Sizilien" :-)


Der Spruch zu heutigen Tag - Ein Nachtrag

Um etwaige Gerüchte um Verstummen zu bringen: leben tu ich noch und auf Nummer sicher bin ich auch gegangen ;-)