03 November 2012

Auf der Suche nach dem Weihnachtsmann - Rovaniemi

Rovaniemi ist nicht nur die offizielle Heimstatt des Weihnachtsmanns, sondern auch Geburtsort des Herren Tomi Putaansuu. Dieser nennt sich gerne Mr. Lordi und ist Sänger der Gruppe Lordi - so was wie die Kastelruther Spatzen des hohen Nordens. Vielleicht gar noch berühmter, da in seiner Heimatstadt eine Straße - der Lordi Square - nach im benannt ist. Hier befindet sich auch sein Restaurant mit dem treffenden Namen „Lordi's“ - mit diesen Insiderinfos werdet ihr eure Freunde sicherlich schwer beeindrucken :-)

Eindeutig mehr beeindruckt hat mich das Arktikum, eines der bedeutendsten Museen Rovaniemis. In ihm sind das Arktische Zentrum und das Provinzmuseum Lapplands untergebracht.
In verschiedenen Ausstellungen wird das harte Leben voller Entbehrungen der Völker der Arktis aufgezeigt. Sehr interessant auch der Raum, in welchem eine Simulation der Polarlichter vorgeführt wird.

Was an Rovaniemi sofort auffällt, ist das vollständige Fehlen eines historischen Zentrums und alter Gebäude. Eine Erklärung dafür findet man auf Wikipedia oder - wenn man gerade mal in der Gegen ist - in einer Dauerausstellung zur Geschichte Rovaniemis im Arktikum: Als 1944 der Fortsetzungkrieg das selbe Ende wie der Winterkrieg zu nehmen drohte, trat Finnland in Geheimverhandlungen mit Russland. Für die Einstellung der Kriegshandlungen verlangten die Russen, dass Finnland die bis dahin Verbündeten Deutschen aus dem Land jagen musste - es kam zum Lapplandkrieg. Auf dem Rückzug der Wehrmacht Richtung Norwegen explodierte ein deutscher Munitionszug auf dem Bahnhof. Rovaniemi, welches bis dahin überwiegend aus Holzhäusern bestand, brannte dabei vollständig nieder und musste neu errichtet werden.

Falls mal wer in dieser Gegend umherstreift, sollte dieser einer unbedingt bei im Bed & Breakfast Kesäpirttilä übernachten. Die Frau des Hauses Kiki Rötkönen (erinnerte mich ständig an einen Lieblingsfilm meiner Jugend: “Kiki und die starken Männer”) hat hier aus einer kleinen Hütte ein wahres Juwel der Gemütlichkeit geschaffen - absolutes Highlight die vorhandene Privatsauna.



01 November 2012

Auf der Suche nach dem Weihnachtsmann - am Polarkreis

Hallo Ester! Kiitos für deinen Kommentar, die netten Grüße und die in Anbetracht der heranrasenden Weihnachtszeit höchst aktuelle Frage!

Ja, es gibt ihn wirklich, den Weihnachtsmann! Sein Hauptquartier samt eigenem Postamt und massenhaft Geschäften hat er höchst publicitywirksam am Polarkreis eingerichtet. Hier oben brummt sein Geschäft mit verschiedensten Merchandising-Artikeln und er hält sogar Audienz!
Persönlich habe ich ihn jedoch nicht gesehen, da er gerade seine wohlverdiente Mittagspause genoss und ich vom ganzen vorweihnachtlichen Gedudle schon in einem derartigen Maße vom Weihnachtsgeiste beseelt war, dass es Zeit für Stufe 2 war - sprich Aufnahme alkoholhaltiger Warmgetränke.

Zumindest habe ich meine Wishlist an der richtigen Stelle deponiert, einer erfolgreichen Bescherung steht somit nichts mehr im Wege :-)

Übrigens hat der Weihnachtsmann - zumindest auf den Fotos - eine Erwartungwidrige Ähnlichkeit mit unserem Luis des Landes - der führt sich zwar auch oft so auf wie der Weihnachtsmann, aber das wäre dann doch ein bisserl zu viel des Guten...

Auf der Suche nach dem Weihnachtsmann - am Polarkreis

26 Oktober 2012

Auf der Suche nach dem Weihnachtsmann

2.30 Uhr, Freitag, 26. Oktober 2012, irgendwo in Finnland

Ich denke es ist masochistisch, wenn nicht gar pathologisch - schon wieder versuche ich mir fern eines gemütlichen Bettes die Nacht um die Ohren zu schlagen, um so günstig wie möglich von A nach B zu kommen...
Diesmal sitze ich im P 273 von Riihimäki nach Rovaniemi – finnischen Gerüchten zufolge soll dort der Weihnachtsmann residieren. Und nach Jahren der weihnachtlichen Enttäuschungen ist es an der Zeit, diesmal mit meiner Wunschliste auf Nummer sicher zu gehen und die Liste beim Boss höchstpersönlich zu deponieren.
Nachdem ich mich im Speisewagen nahezu ohnmächtig getrunken hatte - 14€ für zwei Fingerhut voll Gin-Tonic in niedlichen Plastikbecherchen lösen bei mir eben Ohnmachtsanfälle aus – war es an der Zeit, geldbörsenbestimmt die Qualität der Sessel in den finnischen Fernreisezügen zu testen. Fazit: wahrlich komfortabel – für ca. eine halbe Stunde, anschließend melden sich alle Knochen einzeln...
Muss aber auch mit dem Alter zu tun haben. Das Jungchen mir gegenüber liegt schon seit ca. 2 Stunden in Embryostellung auf seiner Sitzreihe und rasselt völlig entspannt die finnische Nationalhymne – mir tun schon vom Hinsehen alle Knochen weh und meine linke-Pobacken-Zerrung dehnt sich bis zur rechten großen Zehe aus...
Aber was solls. Um 10.40 Uhr sind wir in Rovaniemi und diese knappen acht Stunden werden wir auch irgendwie tot schlagen – alternativ eben den Rasselheini gegenüber...


25 Oktober 2012

Inside Lappeenranta – Mein Leben in Lappeenranta


Wenn man sich an den andauernden Nieselregen erst mal gewöhnt und sich kleidertechnisch entsprechend ausgerüstet hat, lässt es sich hier im hohen Norden ganz gut leben.

Meine Zeit verbringe ich aufgrund der weiterhin akuten Abneigung lokaler Essgewohnheiten zu einem guten Teil mit Lebensmittelbeschaffung und -verarbeitung - inzwischen habe ich mich zu einem ganz passablen Koch gemausert, welchen auch neue Rezepte nicht schrecken.

Natürlich wird auch kräftig Sport getrieben. In der Zwischenzeit musste ich mich aber leider aufgrund einer Zerrung in der linken Pobacke vom Hardcore-Power-Running verabschieden und mich meinem Alter entsprechend dem Hardcore-Power-Nordic-Walking und dem Hardcore-Power-Finnisch-Volks-Dancing zuwenden.

Habe auch festgestellt, dass sich meine Kleidergröße von "L" wie Large auf "S" wie Schmalwurf reduziert hat. Denke das hat weniger mit dem ganzen durch-die-Gegend-Gehopse zu tun als eher damit, dass hier die Kleidergrößen anders gehandhabt werden, damit auch die von Haus aus stämmigeren Finnen gerne und regelmäßig einkaufen – wer kauft schon gerne XXXL...

In der Zwischenzeit habe ich meine Leidenschaft für finnische Schriftsteller entdeckt - so was von schwarzhumorig findet man selten. Besonders empfehlenswert „Canale Grande“ von Hannu Raittila. In diesem Buch wird in treffender Weise die unterschiedliche Lebensauffassung von Nord- bzw. Südländern auf die Schippe genommen und so manches Klischee bedient.

Was ich hier am meisten vermisse, ist sicherlich meine Hängematte/Liebesschaukel, ein anständiges Törggelen, eine Flasche Magdalener aus Erzeugerabfüllung und Johannas Duft.
Zumindest das Törggeleproblem konnte teilweise gelöst werden, die Kraut-Zubereitung ist nunmehr für mich kein Buch mit sieben Siegeln mehr. Über die hier übliche Hauswurst brauchen wir jedoch kein Wort verlieren – mit so einer Wurst müsste jeder Buschenschank in Südtirol Konkurs anmelden...

23 Oktober 2012

Inside Lappeenranta - Die Finnen

-->
Ich liebe das finnische Volk! Insbesonders ihre ausgeglichene Art und Geradlinigkeit in der Konversation ist wohltuend, Füllwörter oder belanglose Sätze existieren de facto nicht. Es wird gesagt was zu sagen ist, kein Wort mehr oder weniger – da gelte sogar ich als Quasselstrippe...

Beispiel: Rückkehr meinerseits am Abend. Im Treppenhaus Geruch nach verbranntem Plastik. Der kleine Arbeitsschützer in mir sofort hellwach, die wichtigsten Schritte eines Notfallplanes werden in Gedanken durchgegangen. Schritt 1: Gebäudeverwahrer=Hauswart benachrichtigen. Wohnung des Hauswartes liegt wenige Schritte um die Ecke. Ich klingle an der Tür. Komme wahrscheinlich ungelegen, da der Hauswart länger braucht (entspricht seine Wohnungseinteilung der unseren, war er gerade beim Sch......). Ich in meinem besten Englisch: „In the staircase is smoke“. Er: “Like fire smoke?“. Ich: „Yes“. Er: „You hear fire alarm?“. Ich: „No“. Er: „I think there is no problem“. So werden Notfälle innerhalb weniger Sekunden gelöst.
In den nächsten war es im Treppenhaus zwar finster wie im Hühnerarsch, Brand hat es aber effektiv keinen gegeben...

22 Oktober 2012

Inside Lappeenranta - Das Trinken

Wer hier seine Probleme oder schmerzhaften Erinnerungen im Alkohol ersäufen will, kann dies auf überaus unterschiedliche Art und Weise bewerkstelligen: Bier in 0,33 Liter Dosen, in 0,5 Liter Dosen, 0,568 Liter Dosen (entspricht einer Pint) und in den ungemein handlichen 1 Liter Dosen. Dazu natürlich verschiedenste Flaschenbiere, Weine aus dem Ausland, Hochprozentiges und die allgegenwärtigen Ciders, schwach alkoholische Getränke - keine Ahnung wem das Zeug schmeckt...

Mit der Beschaffung der Alkoholika verhält es sich ungefähr wie mit der Anschaffung von Werkzeugen in Südtirol: reicht Heimwerkerqualität – sprich Alkohol unter 5%vol – genügt der Besuch eines normalen Supermarktes. Gilt es jedoch gröbere Probleme im Alkohol zu ertränken, kommt der Fachhandel ins Spiel. Nur in diesen spezialisierten Geschäfte darf Alkohol über 5%vol verkauft werden - sinnigerweise wurden sie auf den Namen „Alko“ getauft. Hier findet man alles, was es für eine erfolgreiche Sause braucht – sogar sizilianischen Wein, in Dänemark abgefüllt... Glücklicherweise gibt es auch Bier aus deutschen Landen, das finnische Bier reißt mich nicht unbedingt zu Begeisterungsstürmen hin.
Bleibt zu erwähnen, dass sich in Finnland nur Leute mit großer Brieftasche große Probleme zum ersäufen leisten können, alkoholische Getränke gehören hier nicht eben zur Billigware – wie  der Rest eigentlich auch.
Aufgrund der hohen Getränke- und Lebensmittelpreise lebe ich hier ganz nach dem Motto:

Soll das Geldbörserl nicht zu viel leiden,
sollst Gelage du vermeiden.

in verschärfter Askese. Alkohol gibt es demnach nur am Wochenende und dann nur in sehr überschaubaren Mengen.

Etwas Gutes haben diese hohen Getränke- und Lebensmittelpreise ja auch: das Entgiften und Entschlacken fällt ausgesprochen leicht. In der Zwischenzeit habe ich auch meine Kur mit der Knoblauch-Tinktur aus dem Kloster Olimje in Slowenien erfolgreich abgeschlossen: 

Alkoallium Mixtum: Knoblauch-Tinktur. Sie hilft dem Organismus bei der Abschlackung von Fetten und Kalkablagerungen. Die Gefahr eines Infarktes wird stark reduziert, der Stoffwechsel wird angeregt und die Adern werden elastischer. Sie wirkt verjüngend auf den Organismus, stark hemmend bei Herz- und und bei Tumorbildung und Sklerose. Die Sehkraft wird gestärkt und kann auch beim „Tinnitus aurium“ helfen. Sie macht die roten Blutkörperchen geschmeidiger und erleichtert dadurch den Sauerstoff-Transport bis in die kleinsten Kapillaren. Die Verklumpung der Blutplättchen wird verhindert und so die Entstehung von Blutgerinnseln (Thromben) auf ein Minimum gesenkt. Sie beeinflusst positiv den Blutzucker, Cholesterinspiegel und senkt den Blutdruck.

Wie es aussieht, werde ich demnach den größten Teil der überaus geschätzten Leser dieser Zeilen überleben, meiner Berücksichtigung im Testament steht also nichts im Wege.

Einen unmittelbaren Effekt dieser Kur habe ich bereits feststellen können: die gemeinsame Sauna steht in letzter Zeit zu meiner alleinigen Verfügung. Mal sehen wie lange der Effekt anhält, vielleicht wird mir ja auch die Teilnahme an zukünftigen Sitzungen untersagt :-)

17 Oktober 2012

Es gibt sie noch!

Offensichtlich gibt es sie tatsächlich noch: Personen, welche sich mittels Mail nach meinem Befinden erkundigen.

Komischerweise funktioniert auch im Jahre 2012 meine Mailadresse maiand4@alpikom.it nicht. Einfach an maiand4@dnet.it schreiben - da wird ihnen geantwortet.

Inside Lappeenranta – Essen in Lappeenranta

Der Himmel auf Erden! In Lappeenranta befindet sich eine Produktionsstätte des Süßwarenherstellers „Fazer“, in dessen Sortiment von Milchschokoladepralinen mit Karamellfüllung über Bitterschokoladepralinen mit Lakritzfüllung bis Fruchtgummi in verschiedensten Formen und Geschmacksrichtungen so ziemlich alles zu finden ist, was ein Süßwarenfetischisten-Herz begehrt.
Glücklicherweise werde ich von meinen zuweilen manisch anmutenden Gummibärchen-Verdrückungs-Aktionen nur im Kreise meiner überaus geschätzten Arbeitskollegen heimgesucht und konnte bisher somit mein Kampfgewicht von hüstelhüstel Kilo halten.

In Bezug auf die wahren Gaumenfreuden des Lebens wie Proteine, Tannine, Koffeine, Nikotine,... hat die Küche Lappeenrantas durchaus (um nicht zu sagen: ausschließlich) Entwickungspotential - und auf diese Folmulierung bin ich wahrhaft stolz :-)
Wenn ein Genussmensch in knappen 30 Tagen Aufenthalt nur fünf mal den Weg in ein Restaurant - Ravintola auf gut finnisch - findet, hat dies meist einen triftigen Grund: neben den teilweise horrenden Preisen - zumindest in Bezug auf das Dargebotene - hatten die Köche der besuchten Restaurants die zweifelhafte Gabe, an sich hervorragende Einzelzutaten zu einem - zumindest für meinen Gaumen - nicht mehr so hervorragendem Ganzen zu kombinieren.
Preislich bewegen wir uns auf dem Niveau eines guten Restaurants in Südtirol - mit dem Unterschied, dass dort (normalerweise) eine Flasche Wein auf der Rechnung aufscheint. In Lappeenranta überzeugt man sich durch einen kurzen Blick in die Weinkarte, dass Wasser  den Durst ebenso stillt und nebenbei dem Entgiften und Entschlacken viel zuträglicher ist...
Geschmacklich unterscheiden sich die Vorlieben der Finnen dann doch sehr von jenen der Bewohner südlich des Alpenhauptkammes. Im lumu - sicherlich eines der besseren Restaurants in Lappeenranta - schwamm das (in Butter frittierte?) gegrillte Lachssteak in zerlassener Butter - da brauchst als Sofortmaßnahme bzw. als Unterstützung für deinen Magen zumindest einen großen Klaren - welchen du dir dummerweise aber wieder nicht leisten kannst. Ein Teufelskreis ohne Entrinnen...
Die Pizza-Erfahrung im Makasiini lassen wir mal außen vor: selbst schuld, wenn man in diesen Breitengraden unbedingt belegte italienische Teigfladen essen muss...

Auch das von mir heiß begehrte Rentiersteak ist noch auf keiner Speisekarte aufgetaucht (außer als Ragout zu einer Pasta, habe aber aus meiner Pizza-Erfahrung im selben Restaurant meine Lehren gezogen...), werde mich demnächst also in Rovaniemi im Lande der Lappen nach der Befriedigung meiner Lust umsehen :-)

PS: Spezialwünsche an den Weihnachtsmann, welcher bekannterweise ja in Rovaniemi beheimatet ist, bitte innerhalb dieser Woche bei mir deponieren - ich werde mich für die persönliche Weitergabe an den Mann mit dem weißen Bart verdingen.

14 Oktober 2012

Inside Lappeenranta - Das Wetter, zum zweiten

Nachfolgend einige Impressionen der von der Wettervorhersage versprochenen Winterlandschaft in Lappeenranta.

14. Oktober 2012 - Saimaa


Ob Süd oder Nord,
Wetterfrösche irren an jedem Ort

12 Oktober 2012

Inside Lappeenranta - Das Wetter

Neben dem Finnischen Meerbusen besitzt Finnland - zumindest in diesen Breiten - ein weiteres, sehr ausgeprägtes weibliches Element: das Wetter. Dieses ist in gegenwärtiger Jahreszeit sowas von launisch, dass es im finnischen sogar einen weiblichen Artikel besitzt und "die Wetter" heißt... ;-)

Hier hat in der Zwischenzeit der Herbst eindeutig die Herrschaft übernommen, die Blätter schimmern in einer wahren Orgie aus Gelb-, Orange- und Rottönen. Leider wechseln sich Nieselregen mit trockenen Abschnitten so ziemlich im Halbstundentakt, längere Sonnenphasen sind in der Zwischenzeit rar.

Doch wie der alte Finne bereits zu sagen pflegt: Es gibt kein schlechtes Wetter sondern nur ungeeignete Kleidung. Und so wird es sich wohl auch mit den Frauen verhalten: Es gibt überhaupt keine launischen Frauen sondern nur unaufmerksame Männer ohne jegliches Verständnis für die Probleme einer Frau :-)

Schönes Wochende in den Süden

Nachtrag: ab Sonntag ist Wetterbesserung in Sicht - es beginnt scheinbar zu schneien :-)

09 Oktober 2012

Inside Lappeenranta - Leben in Lappeenranta

Nach knapp dreiwöchigem Aufenthalt in Lappeenranta, ist es nun an der Zeit für einen ersten Lagebericht.
Lappeenranta liegt direkt am Saimaa-See, Südkarelien, in unmittelbarer Nähe zur russischen Grenze, welche ca. 40 Km entfernt liegt. Diese unmittelbare Nähe ist leicht am zahlenmäßig gewaltigen Andrang der Nachbarn aus dem Osten in den wahrlich unzählig vorhandenen Einkaufszentren der Stadt  feststellbar - die Russen haben sich in dieser Gegend zu einem nicht unwesentlichen Kunden entwickelt.
An kulturell interessanten Bauwerken hat Lappeenranta nicht wirklich viel zu bieten - Folge mehrerer kriegerischer Auseinandersetzungen in diesem Gebiet. Besonders dem Winterkrieg 1939 und dem Fortsetzungskrieg 1941 sind große Teile der Stadt zum Opfer gefallen. Erwähnenswert und einen Besuch wert ist sicherlich die alte Festung am Nordende der Stadt auf einem Hügel gelegen und mit ausgezeichnetem Ausblick auf den Hafen. Hier befindet sich auch ein nettes, im alten Stil gehaltenes Kaffeehaus, mit wahnsinnig unerschwinglichen Preisen aber durchaus sympathischer Bedienung.
Unbedingt einen Schiffsausflug sollte man auf dem Saimaa-Kanal unternehmen, welcher über 43 Km und 8 Schleusen bis nach Wyborg in Russland führt und dabei eine Höhendifferenz von 76m überwindet.
Die Natur ist sicherlich die Stärke der Stadt: unendliche See- und Waldflächen laden zu sportlichen Aktivitäten ein, Radwege sind massenhaft vorhanden, genauso wie Häuser am See - Gruß an Vroni ;-)
Übrigens ist der schwedische Name Lappeenranta’s Villmanstrand, was scheinbar soviel wie Wilder Mann Strand bedeuten soll - somit wäre auch das Stadtwappen http://de.wikipedia.org/wiki/Lappeenranta erklärt.

Lappeenranta

29 September 2012

Die gelbe Gefahr

Als ich in meinen Jugendjahren in den Sommermonaten ein bisschen Geld mit verschiedenen Arbeiten in einem Betrieb verdiente, hatte ich des Öfteren das Vergnügen, den Erzählungen eines älteren Herrn zu lauschen, welcher auch in diesem Betrieb seiner Beschäftigung nachging.
Besonders in Erinnerung geblieben ist mir seine Erzählung von der "Gelben Gefahr": "Du Bua, heast. Kennst die gelbe Gefahr? Na? Iats stell dir mol fur olle Chinesen nemmen a Messer in die Hond und fungen un zu lafen! Wer holtet de au?!?"

Seitdem sind einige Jahrzehnte vergangen und die Chinesen haben es sicherlich nicht mehr nötig mit Messern bewaffnet zu laufen - heutzutage führen sie ihre Eroberungsfeldzüge viel subtiler mit Geld durch...


Nun hat der Begriff "Gelbe Gefahr" eine vollkommen neue Bedeutung erhalten: seit heute bin ich stolzer Besitzer eines kanarienvogelgelben Fahrrades, Modell "Panzer", Rahmen aus 100% deutschem Krupp-Stahl, ohne technischem Schnickschnack wie Federung oder Scheibenbremsen, dafür ein Kampfgewicht von gefühlten 100 Kilo (zu welchen meine Wenigkeit addiert werden muss), Bremsweg auf den mit Herbstlaub bedeckten finnischen Radwegen - je nach Geschwindigkeit - 100m bis ∞ - wenn das Teil erst mal in Bewegung ist, bricht bei den umherziehenden Rentier-Herden die pure Panik aus...


Werd mich wohl mal sicherheitshalber kundig machen, ob meine Versicherung auch im Ausland greift :-)








26 September 2012

Reise zum finnischen Meerbusen

18.30 Uhr am Dienstag, den 25. September 2012, Bahnhof Bozen
Nun denn, soeben hat die erste Etappe meiner Reise Richtung finnischer Meerbusen an Bord eines Trenitalia begonnen. In der Zwischenzeit konnte ich auch feststellen, dass meine gewählte Zugverbindung nach Bergamo doch nicht so direkt wie ursprünglich vermutet ist: nur weil bei den anderen Suchergebnissen auf der Trenitalia-HP "soluzione con cambio" angeführt ist, bedeutet dies noch lange nicht, dass es sich in Ermangelung eines solchen Hinweises um eine Direktverbindung handelt. Was soll’s, steigen wir eben um...
Ziel dieser Etappe ist der internationale Flughafen Bergamo, in welchem ich mir aufgrund gemachter Erfahrung - 45€ für eine Übernachtung in einem dem Gefühl nach direkt auf dem Flugfeld liegendem Zimmer samt 6.00 Uhr Weckruf und kurzzeitigem Herzstillstand durch das erste startende Flugzeug - die Nacht um die Ohren schlagen werden um am nächsten Tag um 8.05 Uhr mit einem Ryanair-Flug Richtung Lappeenranta zu starten.

20.00 Uhr am Dienstag, den 25. September 2012, Bahnhof Verona
Eben in Verona angekommen, 40 Minuten dümmlich durch die Gegend blicken und schon geht es weiter Richtung Treviglio. Nicht ohne vorher aus dem Erste-Klasse-Abteil verscheucht zu werden - der qualitative Unterschied zu einem Zweite-Klasse-Abteil war mir ob meiner Reisefieber bedingten Aufregung nicht aufgefallen.

22.00 Uhr am Dienstag, den 25. September 2012, Bahnhof Treviglio
Nochmals umsteigen. Diesmal habe ich auch einen interessanten, anscheinend leicht angesäuselten Gesprächspartner mit noch viel interessanteren Themen - Gott, Satan, Fegefeuer, das Ende der Welt,... - wobei er eindeutig der Gesprächführer ist.

23.00 Uhr am Dienstag, den 25. September 2012, Bahnhof Bergamo
In Bergamo angekommen. Nach einigem Umherirren auf der Suche nach der Haltestelle des Flughafenbusses, kommt der entscheidende Tipp von einem Transsexuellen. Obwohl seine Auskunft nur zu einem geringen Bruchteil hilfreich war, ist er eindeutig der Kategorie "Freundlich und hilfsbereit" zuzuordnen - in Bozen pfeifen mir Transsexuelle normalerweise nur nach...

23.45 Uhr am Dienstag, den 25. September 2012, Internationaler Flughafen Bergamo
Nach einer schier endlosen Busfahrt endlich am Flughafen angekommen. Nun schnell einen gemütlichen Sitzplatz in Beschlag nehmen, ganz romantisch ein bisschen lesen und dahindösen, einchecken, Flugzeug besteigen und um 8.05 Uhr geht’s mit einem Ryanair-Flug Richtung Lappeenranta.

0.05 Uhr am Mittwoch, den 26. September 2012, Internationaler Flughafen Bergamo
Der Abflugbereich ist geschlossen, da hier gerade gereinigt wird. Als weiter in den Ankunftsbereich. Dümmlicherweise ist es mir entfallen, einen Sitzplatz im Gebäudeinneren zu reservieren - diese sind vollkommen ausgebucht. Schätzungsweise 300 Personen stehen, liegen, sitzen kreuz und quer im Flughafengebäude herum. Die in der Disziplin "Sich auf dem Flughafen die Nacht um die Ohren schlagen" Erfahrenen haben Schlafsäcke und Isomatten mitgebracht und liegen überall verstreut auf dem Boden herum.
Was soll’s, auf zur Bar, was essen und der Dinge harren.

0.15 Uhr am Mittwoch, den 26. September 2012, Internationaler Flughafen Bergamo
An der Bar angekommen wird mal ein Brötchen unbestimmten Datums bestellt. Damit sich das staubtrockene Zeugs nicht irgendwie in meiner Speiseröhre verkeilt, schütte ich ganz im Sinne meiner Entgiftungs- und Entschlackungskur Mineralwasser nach. Neben mir bearbeitet ein ca. 35jähriger Typ gerade alleine eine Weinflasche - der hat mit seiner Entgiftungs- und Entschlackungskur wohl noch nicht begonnen...

0.30 Uhr am Mittwoch, den 26. September 2012, Internationaler Flughafen Bergamo
Hab mich nach draußen begeben und einen freien Sitzplatz neben einigen jungen Russen ergattert - im Gegensatz zu jungen Russinnen mag ich junge Russen nicht unbedingt. Langsam döse ich weg - das ganze Abschiedsgefeiere macht sich so langsam bemerkbar...

0.45 Uhr am Mittwoch, den 26. September 2012, Internationaler Flughafen Bergamo
Mann, hat jemand mal versucht Schlaf zu finden, wenn alle Sekunden jemand mit einem Trolley vorbeirattert?!?

1.00 Uhr am Mittwoch, den 26. September 2012, Internationaler Flughafen Bergamo
Eben aus meinem Gedöse aufgeschreckt. Temperaturmäßig ist der Sommer eindeutig vorbei. Schaun wir mal nach drinnen. Vielleicht ist ja jemand aus dem Sitz gefallen.

1.30 Uhr am Mittwoch, den 26. September 2012, Internationaler Flughafen Bergamo
Pech gehabt, sämtliche Sitzplätze sind besetzt. In der Zwischenzeit hat die Bar geschlossen und - oh Wunder - einige leere Barhocker stehen neben dem Tresen - Glück gehabt!  Rauf auf den Barhocker, Kopf auf den Tresen und gute Nacht - wusste doch dass sich meinen Erfahrung im "Am-Tresen-Schlafen" früher oder später bezahlt macht :-)

1.35 Uhr am Mittwoch, den 26. September 2012, Internationaler Flughafen Bergamo
Aha, hier liegt der Hund begraben! Der Tresen liegt pfeilsgerade unter den Lüftungsöffnungen der Klimaanlage. Als ausgebildeter Arbeitschützer weiß ich, dass ein längeres Verbleiben in diese Bereich zumindest einen veritablen Hexenschuss zur Folge hat. In der Zwischenzeit kann ich den Typ mit der Weinflasche ganz gut verstehen - Eine Flasche schwerer Rotwein könnte jetzt ganz hilfreich sein... Na denn, irren wir mit meinem 30kg-Gepäck eben weiter...

3.00 Uhr am Mittwoch, den 26. September 2012, Internationaler Flughafen Bergamo
In mir hat sich die Überzeugung gefestigt, dass sich die kleinen grauen Zellen in meinem Hirn ob der letztwöchigen beruflichen und außerberuflichen Überstunden gewerkschaftlich organisiert haben und in den Generalstreik getreten sind - wie kommt man ansonsten auf die dumme Idee auf einem Flughafen übernachten zu wollen?!? In der Zwischenzeit würde ich mich auch in ein Bett mitten auf dem Rollfeld legen...

3.30 Uhr am Mittwoch, den 26. September 2012, Internationaler Flughafen Bergamo
Das Chaos ist ausgebrochen. Der Abflugbereich ist in der Zwischenzeit vollständig gereinigt, nun kommt der Ankunftsbereich dran. Ein Scherzkeks auf einer fahrbaren Bodenreinigungsmaschine macht sich einen Spaß daraus, mit seiner Hupe die Schlafenden aus ihren Träumen zu reißen :-) Das ist meine Chance! Also Gepäck krallen und Schwung aufnehmen - wenn meine Masse mal in Bewegung ist, hält mich nichts mehr auf!

3.45 Uhr am Mittwoch, den 26. September 2012, Internationaler Flughafen Bergamo
Habe mir einen Sitzplatz neben einem älteren russischen Paar erkämpft. Im Gegensatz zu jungen Russinnen mag ich ältere russische Paare nicht unbedingt. Endlich kann ich in halbwegs angenehmer Art und Weise ein Schlummerchen machen.

4.00 Uhr am Mittwoch, den 26. September 2012, Internationaler Flughafen Bergamo
Die ersten Flüge starten kurz nach sechs Uhr, direkt vor mir hat sich bereits eine Schlange von Personen gebildet, welche ihr Gepäck aufgeben - an Schlaf ist nicht zu denken. Gemma an Kaffee trinken, des werd heit nix mehr...

8.05 Uhr am Mittwoch, den 26. September 2012, Ryanair-Flug FR4727 Richtung finnischer Meerbusen
Nach Gepäckaufgabe, Sicherheitskontrolle und Einchecken sitze ich in meinem Flieger neben einem russischen Paar in meinem Alter. Sie äußerlich sehr sympathisch, er vom Typ "Gelangweilter Neureicher" - zum Glück hat er sein iPhone zum Spielen mit... Nun denn, endlich ein gepolsterter Sitzplatz ganz für mich alleine. Drum Augen zu und tschüß :-)







25 September 2012

Auf geht's

Nun denn! Allen mit denen ich nichts auf meinen Abschied hin getrunken habe (Magengefühlmäßig waren es ein Stück über 1000...) wünsche ich einen schönen Herbst und eine noch schönere Törggelesaison, welche allem Anschein nach dieses Jahr  für mich vorbei ist, bevor sie überhaupt begonnen hat - seufz :-(

Das Reisefieber und die Vorfreude auf einen neuen Zeitabschnitt in meinem Leben steigen (+ 1 Stunde), auch wenn für Süd-Tirol interessante Zeiten anzubrechen scheinen (gesehen auf www.second-hand.it):


Partnerin gesucht (25.09.2012)
zurück zur Inserats-Liste

Rubrik / Standort

Damenmode / 39031 Bruneck

Ich suche...

Suche Partnerin zum Drehen von Pornofilmen. 20-39 jahre alt. Bitte nur seriöse Anfragen. Weitere infos evtl. Per SMS.

Details zum Anbieter

Kontaktdetails zum Anbieter finden Sie am Ende der Seite.

Preis

1,00 €

Clicks

Dieser Eintrag wurde bisher 34 Mal aufgerufen.

Ich werde die Situation vom Finnischen Meerbusen aus unter Kontrolle halten :-)

05 September 2012

Nachruf zum Peter-Maffay-Aperitif


Nachdem von so mancher Seite die Frage nach der Bedeutung des Peter-Maffay-Aperitifs gestellt wurde, hier nun eine kurze Klärung des Sachverhaltes. Nichtsdestotrotz bin ich doch sehr verwundert, dass selbst simpelste Zusammenhänge nicht erkannt werden – wird wohl am exzessiven Gebrauch modernster hoch technologischer Gebrauchsgegenstände liegen, wodurch ein auf Standgas reduzierter Gebrauch des Oberstüberls für ein normales Dahinvegetieren vollkommen ausreichend ist.

Immerhin, der Peter-Maffay-Aperitif in der Mair-Wiesen fand am 31. August statt, und wie heißt es in dem schönen - mich stets an meine Jugend erinnernde – Peter Maffay Lied „Es war Sommer“ so treffend:

Es war ein schöner Tag, der letzte im August (=der 31. - zur Unterstützung falls das richtige App noch nicht installiert ist)

Überhaupt finde ich einige Textpassagen sehr gelungen:

Ich war 16 und sie 31
Und über Liebe wusste ich nicht viel
Sie wusste alles und sie ließ mich spüren
Ich war kein Kind mehr

Großes Kopfkino:

Wir gingen beide hinunter an den Strand
Und der Junge nahm schüchtern ihre Hand
Doch als ein Mann sah ich die Sonne aufgeh'n
Und es war Sommer und es war Sommer
Und es war Sommer
Das erste Mal im Leben
Und es war Sommer
Das allererste Mal

Für mich eines der schönsten Sommerlieder – auch wenn es mich in der Zwischenzeit doch etwas nachdenklich stimmt, dass ich nunmehr eine 31-jährige nicht unbedingt wegen ihrer Erfahrung begehrenswert fände… ;-)

29 August 2012

Einladung zum Peter-Maffay-Apperitiv und zur Rudi-Rentier-Nacht

Überwältigt von zahlreichsten Geburtstags-Glückwünschen sind gar einige Tage ins Land gezogen, bevor ich endlich am heutigen Tage Worte des Dankes gefunden habe:

Vielen Dank

Viele werden sich gedacht haben: „Wos ischn do los? Huir mol kuane Geburtstogssause in der Mair-Wiesn“?
Es ist dann aber doch so, dass man auf der Schwelle zum 4. Lebensjahrzehnt stehend andere Anlässe zur Sausen-Veranstaltung bevorzugt um nicht ständig an das eigene fortgeschrittene Alter erinnert zu werden.
Demzufolge bietet sich diesjährig meine bevorstehende Reise in den finnischen Norden – demzufolge auch der Name - als Pate für ein neues Mair-Wiesn-Event am Freitag, den 31. August 2012 an.

Timetable:

Ab 17.00 Uhr lustiges Beisammensein beim Peter-Maffay-Aperitif
Ab 20.00 Uhr Beginn der Rudi-Rentier-Nacht mit schlechtem Essen und schalem Bier

Aufgrund der allgegenwärtigen Finanzkrise erlaube ich mir diesmal, einen Obolus von € 5,00 pro Kopf und Nase einzubehalten, wobei im Preis 2 Soltnflitzer-Lose inkludiert sind. Begleitung ist natürlich erlaubt, einr kurze Rückmeldung ist erwünscht.

Grüße derweilen, man sieht sich am Freitag

18 Juli 2012