23 Dezember 2013

Grüße aus Unten - Weihnachtsstimmung, where are you? oder auf der Suchenach dem Weihnachtsmann, die Zweite

Während sich 2012 aufgrund meines Finnland-Aufenthaltes kein zünftiges Törggelen augegangen ist, fallen dieses Jahr Glühwein & Co. einer Hardcore-Ozeanien-Rundreise zum Opfer.

Glücklicherweise liegt ganz in Adelaide's Nähe das beschauliche Städtchen Hahndorf, seinerzeit von deutschen Einwanderern gegründet und inzwischen aufgrund der dort angebotenen typisch deutschen Spezialitäten - german beer, german Schweinshaxe, german pork sausage, german beepie,... - ein kleiner Tourismusmagnet.

Seit einigen Jahren wird hier auch ein original Christkindlmarkt angeboten - garantiert schneefrei. Was lag also näher, als dem Hahndorfer Christkindl einen Besuch abzustatten und ein bisschen Weihnachtsstimmung einzusaugen?
Um es kurz zu machen, das Christkindl hatte hitzefrei, der Weihnachtsmann hatte sich entschuldigen lassen, der Christkindlmarkt selbst war alkoholfreie Zone, die feilgebotenen Waren - z.B. ein asiatischer Pilz, welcher die negativen Auswirkungen des Koffeins beseitigt - ließen auch keine rechte Weihnachtsstimmung aufkommen.
Als es wieder Richtung Adelaide ging, war ich zwar immer noch nicht von der wahren Weihnachtsstimmung beseelt, zumindest hatte ich jedoch in der örtlichen Bierstube mal wieder ein anständiges Bier genossen - das australische Bier war bisher nämlich DIE Entäuschung meines Aufenthaltes in der südlichen Hemisphäre.

Man muss den Einheimischen ihre Bemühungen in der Weihnachtszeit hoch anrechnen, es gibt wahnsinnig viele Veranstaltungen zur Einstimmung auf Weihnachten. So besuchten wir bespielsweise auch den "French Christmas Market", eine wirklich gelungene Veranstaltung mit guter Musik, bei welcher sich die Teilnehmer auf dem grünen Rasen sitzend guten Wein und Käse schmecken ließen. Irgendwie erinnerte mich das ganze Ambiente eher an den Film "Ein gutes Jahr", welcher in Frankreich spielt, mit Russel Crowe als Hauptdarsteller, gebürtiger Australier, wobei wir wieder bei Australien wären.

Natürlich spielt auch in Australien das Weihnachtsgeschäft eine große Rolle. In der Rundle Mall, Adelaide's erster Adresse für Schoppingbesessene, erreicht die Berieselung mit Weichnachtsmusik fast schon Bozner Niveau, aufblasbare Weihnachtsmänner stehen an jeder Ecke, ebenso wie die Spendeneintreiber der Heilsarmee. Doch es hilft alles nix, für den strammen Tiroler gibt es Weihnachtsstimmung erst ab 5 Grad Celsius abwärts bzw. ab dem 7. Rittner Waldfrüchtepunsch mit roter Grütze und Schuß... Für mich ist das Experiment "Weihnachten bei 40 Grad" gescheitert und wird so schnell auch nicht wiederholt.

Wünsche allen, welche diese Zeilen lesen, eine frohe Weihnacht, schöne Stunden mit Familie und Freunden und ein erfolgreiches 2014 - falls jemand noch Punsch oder Glühwein von der Weihnachtssause übrig hat, Anruf genügt ;-)

AM

20 Dezember 2013

Grüße aus Unten - Auf großer Reise

Vorwort: Ein großes Dankeschön Alljenenwelchen, die sich auch ohne Androhung körperlicher Gewalt zur Beförderung von Mensch und Material zum Flughafen "Marco Polo"/Venedig bereit erklärt haben. Schlussendlich wurde aufgrund der noch zu erlernenden 210508 Englisch-Vokabeln einer Anreise auf der Schiene bevorzugt.
Es besteht jedoch durchaus die Möglichkeit der Beförderung von Menschen und Materialien vom Flugplatz "Marco Polo"/Venedig nach Bozen an einem noch zu definierenden Tag im Jänner 2014.
Interessenten können sich ab sofort an einer meiner zahlreichen Email-Adressen anmelden,  aufgrund der zu transportierenden Materialmenge scheinen Besitzer von Kleinwagen nicht geeignet.

Unter Blinden ist der Einäugige König: Auf dem Flug von Dubai nach Adelaide traf ich auf ein italienisches Paar als Sitznachbarn. Offensichtlich erfolgte ihre Anreise zum Flugplatz mit dem Auto und so waren sie der meinerseits im Zug erlernten 210508 Englisch-Vokabeln nicht mächtig.
Nachdem wir uns alle drei vergeblich mit der Suche der Kopfhörerbuchse des Unterhaltungssystem beschäftigt hatten, wurde ich mit der Kontaktaufnahme mit der Flugbegleiterin beauftragt. Ganz Mann von Welt verpackte ich also die mir am geläufigsten Englisch-Vokabeln in einen Satz und wies die Flugbegleiterin auf unser Dilemma hin - nicht ohne wie verrückt mit dem Kopfhörerstecker vor ihren Augen umherzufuchteln. Es ist nicht vollständig geklärt, ob die nette Dame meine Worte oder meine Gesten zu deuten wusste, meine Bemühungen waren jedoch von Erfolg gekrönt und für meine Sitznachbarn war ich für den Rest des Fluges erste Ansprechperson in Sprachangelegenheiten.
So auch als es darum ging, die "Incoming passenger card" auszufüllen, einen Vordruck, mittels welchem Daten - z.B. ob man verbotene Drogen oder Pornographie mitführt - abgefragt werden. Als voraussehender Mensch und unter Kenntnis der rigiden australischen Einreisebestimmungen hatte ich mich natürlich schon zu Hause ausreichend mit dieser Thematik beschäftigt und sei es die englische als auch die deutsche Version auf mein iPad geladen - es war mir demnach ein Leichtes, wiederum mit meinen "Englischkenntnissen" zu beeindrucken...

Auf australischem Boden: Nach endlos erscheinenden Stunden, in denen in mir auch die Überzeugung gereift ist, dass Gernflieger zu Hause im Kasten Peitschen, Handschellen und anderes Zeugs aufbewahren, betrat ich endlich Australiens Boden.
Zunächst ging es zur Passkontrolle. Und bereits hier beschlich mich ein leises Unbehagen: irgendwie klangen die hier gesprochenen Worte bei weitem nicht wie in der Lernsoftware... Australier sind jedoch freundliche Mitmenschen und so durfte ich nach längerem, ziemlich einseitigem Gespräch die Passkontrolle verlassen.
Endlich angekommen! Denkste. Am Gepäckband wurde ich von einem Uniformierten angesprochen, verstanden habe ich zwar nichts, die Wahrscheinlichkeit, dass er mich zu meinem Gepäck befragte, war jedoch durchaus gegeben. Bereitwillig zeigte ich ihm meine Papiertüte mit Bäckereien eines großen Südtiroler Waffelproduzenten. Nach längerem, ziemlich einseitigem Gespräch, durfte ich weiter.
Endlich angekommen! Denkste. Nach ca. 10 Metern wurde ich von einer Uniformierten angesprochen. Verstanden habe ich zwar nichts, die Wahrscheinlichkeit, dass sie mich zu meinem Gepäck befragte, war jedoch durchaus gegeben. Bereitwillig zeigte ich ihm meine Papiertüte mit Bäckereien eines großen Südtiroler Waffelproduzenten. Nach längerem, ziemlich einseitigem Gespräch, durfte ich weiter.
Endlich angekommen! Denkste. Nach ca. 10 Metern wurde ich von einer Uniformierten angesprochen. Diesmal konnte ich sogar einige Worte verstehen und in meinem Kopf zu einem sinnvollen Ganzen zusammenfügen: Drogenkontrolle... Nachdem mich die australische Version eines Drogenhundes ausgiebig beschnüffelt hatte, ging es endlich weiter zum Ausgangsbereich: Endlich angekommen!

13 Dezember 2013

Grüße aus Unten - Ein erstes "Hello"

Wie beginnt man eigentlich einen Reisebericht vom anderen Ende der Welt?

Lange Zeit habe ich mich mit dieser Frage auseinandergesetzt, DIE Inspiration lieferte mir letztendlich Jay Weatherill, seines Zeichens Premier Süd Australiens und so ziemlich der einzige Australier, den ich ohne 5faches häh? verstehe.
In seinem Vorwort zum Veranstalungskalender Adelaides für den so langsam anbrechenden Sommer, verweist er auf einen Bericht von "Lonley Planet", laut welchem Adelaide zu jenen 10 Städten weltweit gehört, denen man 2014 unbedingt einen Besuch abstatten sollte.

Alle jene, die ihren 2014er Jahresurlaub bereits geplant haben oder denen die Reise nach Down Under dann doch um eine Ecke zu weit ist, können hier nachlesen, wie es sich hier ganz Unten mit 15gradigem Shiraz, einheimischem Bier, kilometerlangen Sandstränden und ganz vielen komischen Vögeln leben lässt.

Beste Grüße aus Unten
AM


Ps: sollten auf Strandfotos leicht bekleidete Frauen sichtbar sein, ist dies völlig unbeabsichtigt und soll nicht als sexistische Werbung für diesen Blog missverstanden werden.

Pps: wer noch über ein passendes Weihnachtsgeschenk für meine Person grübelt, dessen Pein sei ein Ende gesetzt: der in der "Neue Südtiroler Tageszeitung" genannte aktuelle Kalender eines Meraner Pizzadienstes wäre sehr genehm.